22. Juli 2017
von Guido
Keine Kommentare

Regeneration (immer noch) und der Blick in den Abgrund

Noch immer bin ich in der Regenerationsphase nach dem Race Across America 2017. Die Hände sind noch nicht wirklich besser, auch wenn ich es mir zwischendurch eingeredet habe, hier brauche ich sicher viel Geduld. Radfahren geht eigentlich, bin auch schon in der Gruppe und etwas intensiver gefahren, geht alles und macht auch Spaß, allerdings fehlt mir das drumherum etwas und gerade stehe ich am Rand von dem großen Loch, in das ich schon 2014 gefallen bin.

Will heißen, der innere Antrieb läuft auf Sparflamme. Ich kann zwar irgendwo sitzen, einen Cafe trinken und auf den See schauen und dabei zufrieden sein (bin also nicht depressiv), aber richtig Aktivität entwickeln fällt mir schwer, arbeiten fällt schwer, d.h. es ist erstaunlich anstrengend die nötige Konzentration zu halten. Auch der Zug auf’s Fahrrad ist gering, obwohl es mir sehr viel Spaß macht wenn ich erst mal drauf bin. (im Gegensatz zu Phasen vor dem Rennen)

Weiterlesen →

19. Juli 2017
von Guido
Keine Kommentare

RAAM 2017 Rennbericht Teil 6 – Rocky Mountains, die großen Pässe

An Durango kann ich mich eigentlich ganz gut erinnern, so erkenne ich vieles wieder und auch die ungefähre Streckenführung ist mir geläufig. Allerdings wäre ohne Navigation durch das Followcar ein Verfahren vorprogrammiert. In den Städten geht es eben nicht nur geradeaus nach Osten, wie das meist außerhalb der Fall ist.

Mark liegt gar nicht weit vor mir, aber ich habe noch kein Interesse ihn jetzt anzugreifen, im Gegenteil, die Platzierung interessiert mich gar nicht so. Ich will einfach nur meinen Rhythmus fahren und dann später sehen was sich mit den Platzierungen ergibt, ob wir tatsächlich noch jemanden angreifen können oder uns nach hinten verteidigen müssen.

Weiterlesen →

18. Juli 2017
von Guido
1 Kommentar

RAAM 2017 Rennbericht Teil 5 – Monument Valley, Colorado Hochplateau

Als ich aus Flagstaff herausfahre merke ich schnell, dass ich zu warm angezogen bin. Der Verkehr ist recht lebhaft und die Strecke erst mal unangenehm zu fahren. Eine vielspurige Straße mit einigen Auf- bzw. Abfahrten. Da hier Directfollow verboten ist, werde ich aber vor dem Verkehr nicht beschützt. Eigentlich seltsam, zeigt aber, dass das mit den Sicherheitsvorschriften der verschiedenen Behörden immer nur Gelaber ist um ihre eigenen Wünsche (Directfollow Pflicht/erlaubt/verboten) zu legitimieren.

Die Autofahrer fahren hier aber noch sehr defensiv und vernünftig, und was den Verkehr betrifft bin ich doch sehr abgehärtet, so dass ich mich eher auf die „Sehenswürdigkeiten“ am Straßenrand konzentriere. Da wäre zum Beispiel dieses „Indianerkunst Zentrum“, ein Anwesen, etwas heruntergekommen mit unzähligen meist recht kitschigen Schnitzereien. Das ist so auffällig, zumal es oben auf einer Böschung angesiedelt ist, dass es mir jedesmal auffällt wenn ich hier vorbeifahre.

Weiterlesen →

14. Juli 2017
von Guido
Keine Kommentare

Race Across America 2017 – Offizielle Statistik

Die offiziellen Statistiken des Race Across America sind draußen. So auch die offizielle Streckenlänge, inkl. aller Umleitungen und Streckenänderungen.

Streckenlänge RAAM 2017
3082,58 Meilen = 4932,13 Kilometer
(damit die fünftlängste Streckenführung seit Beginn des Rennens 1982, und 12 Meilen mehr als ursprünglich im Routebook angegeben)

Weiterlesen →

13. Juli 2017
von Guido
Keine Kommentare

Regeneration und Rekonstruktion

Die Regeneration läuft eigentlich ganz gut. So habe ich, über Sitzfahrrad und indoor Einheiten auf dem Roubaix SL4 im Kickr, am Sonntag den Weg zurück auf die Straße gefunden. Ein bisschen auch motiviert von Marko Baloh, der über vier Stunden gefahren ist mit richtig viel Höhenmetern.

Am Hausberg war die Zeit völlig in Ordnung, was nur zum Teil an der Leistung lag, zum Teil am noch immer niedrigen Gewicht. Mit 74 kg und 300 Watt kann man schon agieren…

Weiterlesen →

11. Juli 2017
von Guido
Keine Kommentare

RAAM 2017 Rennbericht Teil 4 – Hitze, Kälte, Höhenmeter

Die Idee war, dass es nun etwas abkühlt und ich mich auf den nun folgenden beiden Anstiegen nach Prescott hochschraube. Der erste ist moderat mit Steigungsprozenten meist um 6%, der zweite ist laut Roadbook ganz fürchterlich, was aber meiner Meinung nach totaler Quatsch ist, der ist nicht viel schlimmer als der erste.

Aber das RAAM mag dieses Jahr seine Höhenmeter nicht so einfach hergeben. Als ich in den Yarnell Grade hineinfahre steigt die Temperatur erst mal. Hm, ok hier am Anfang, ist das vielleicht normal. Aber auch nachdem die Straße mehr in den Berg hinein führt und schon etwas Höhe gewonnen ist, wird es nicht besser, im Gegenteil die Temperatur steigt weiter und pendelt sich bei 43° C ein. Puh, damit hatte ich so nicht gerechnet und die Freude darüber, dass ich die Wüstenhitze überstanden habe verfliegt recht schnell.

Weiterlesen →

9. Juli 2017
von Guido
4 Kommentare

RAAM 2017 Rennbericht Teil 3 – Die Wüste

Nun kommt der Abschnitt mit dem ich am besten vertraut bin. 2014 war ich im Trainingslager zur Vorbesichtigung hier langgefahren, dann in der Akklimatisationsphase und schließlich im Rennen. Und auch 2017 habe ich zur Akklimatisation in Brawley gewohnt und bin auch Strecken um Borrego herum zum Training gefahren.

Es ist jetzt endlich flach, allerdings ist die Strecke mit einigen Rollern gespickt. Ich bin ziemlich happy, dass mein Plan trotz erster Schwächephase aufgegangen ist und ich rechtzeitig zum Radwechsel an der geplanten Stelle war. Mal schauen wie das Roubaix SL4 mit den Zipp 404 Laufrädern jetzt rollt. Vor allem aber spannend ob ich mit dem Sattel zurechtkommen werde. Eine Maßanfertigung die meinem Schiefsitzen, dass ich mir beim RAAM 2014 eingehandelt habe etwas entgegenwirken soll. Die Hoffnung ist, dass ich dadurch die Probleme im linken Oberschenkel und Knie vermeiden kann.

Weiterlesen →

8. Juli 2017
von Guido
1 Kommentar

RAAM 2017 Rennbericht Teil 2 – Erste Schwächephase

Nach dem Ende der neutralisierten Strecke geht es zunächst über eine Brücke und nach zwei Abzweigungen auf verkehrsreicher Straße in ruhigere Gefilde. Ab jetzt heißt es Tempo hochhalten, konzentriert bleiben und nicht überziehen.

Mein Plan ist es im Auflieger solide G1 zu fahren solange es geht und berghoch nicht über den G2 Bereich hinaus zu fahren. Schon bald geht es aber von der flachen River Road in die Sleeping Indian Road. Und während man anfangs noch dosieren kann, kommt schon bald eine längere Steigung die in die zweistelligen Steigungsprozente reicht, mit G2 nicht überschreiten ist da nix mehr. Ich muss schon deutlich über 300 Watt treten.

Weiterlesen →