10 Sänna – Söderköping

Wetter: Sonnig, abends einige Schauer
Tageskilometer: 138
Gesamt zurückgelegte Kilometer: 942
Tages-Fahrzeit: 6:18 h
Gesamte Fahrzeit: 48:11 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,9km/h
Tageshöhenmeter: 1125
Gesamt Höhenmeter: 5862
Durschnittliche Pulsfrequenz: 118

Diesmal fahre ich erst so viertel nach Acht los, da kann das Knie eine Stunde länger schlafen, und außerdem macht das Museeum in Motala, das mein nächstes Teilziel ist, eh erst um 10 Uhr auf.

Die ersten zehn Kilometer gehen recht gut, ich fahre die 50 entlang, der Versuch am See entlang zu fahren wird mit einer Schotterpiste die in einer Sackgasse endet bestraft, so fahre ich auf der Bundesstraßenartigen 50. Es kommen mir sehr viele Rennradfahrer entgegen, bzw. der eine oder andere überholt mich auch (grrrh).

Ab Kilometer 10 muss ich wieder etwas mit dem Knie kämpfen, so dass die restlichen Kilometer bis Motala recht anstrengend sind. Motala ist durch den Götakanal zu einem Schwerpunkt der Eisenindustrie und dadurch später auch der Eisenbahnindustrie geworden. Mein Ziel ist das Motormuseum.

Bei Ankunft, gibt es vor dem Museum einen Flohmarkt, auf dem der gleiche Kram verkauft wird wie auf deutschen Flohmärkten, nur dass die Titel auf den Video2000 Cassetten von Anfang der 80er Jahre schwedisch sind….

Das Museum selbst bietet eine wilde Mischung von Autos, sehr vielen Motorrädern, Radios, Fotoapparaten, Schreibmaschinen, irgenwie alles was technisch ist scheint hier auf recht engem Raum versammelt. Alles sehr liebevoll arrangiert, allerdings auch sehr überladen, so dass man an die Autos, die man sich gerne näher anschauen möchte gar nicht richtig rankommt. Viele ältere Amis, einige RR und sogar ein Trabi sind zu sehen.

Herzliche Grüße an Gerd

Nach Smörgasbröd mit Krabben geht’s weiter Richtung Linköping. Das Knie nervt, und so suche ich keinen fahrradtauglichen Umweg, sondern fahre die 36. Die wird kurz vor Linköping zur Autobahn, ich sehe aber keine gute Gelegenheit von da runter zu kommen, es sind noch 5km bis zur Stadt, das Knie peinigt wie die Hölle, und der Po tut auch weh, also Augen zu und durch!

Endlich in der Stadt angekommen, liegt gleich Gamla Linköping auf dem Weg, ein recht lebendiges, weil teilweise bewohntes Freilichtmuseum, mit alten Holzhäusern wie im 19. Jh.. Ganz nett sollte man sich auf jeden Fall anschauen. Ich finde von außen hat sich an den Häusern zu heute nicht soo viel geändert…

Weiter Richtung Innenstadt sieht man schon von weitem den Dom. Hier lasse ich mir Zeit, und genieße die schlichte Erhabenheit der Architektur. Die Kanzel ist sehr barock, während der Rest schlicht und mächtig erscheint. Ich mag solche Gebäude sehr.

Linköping hat einen wirklich schönen Stadtkern, in der Stadt und um den Marktplatz, mit dem Folkunga-Brunnen, viele Cafes und Restaurants mit Gelegenheit zum draußen sitzen. Jetzt gibt es erst mal Pasta mit Fleisch und einen halben Liter Orangensaft.. Mir scheint ich esse insgesamt zu wenig und so bestelle ich nochmal Pasta, diesmal mit Lachs und noch einen halben Liter O-Saft. Und zum Abschluss gibt’s noch einen extra großen Cafe Latte. Dösig genieße ich das treiben auf dem Platz, es gibt auch ordentlich was zu gucken.

Ich habe jetzt gut 80 Kilometer gefahren und beschließe das ist zu wenig, so dass ich weiterfahre obwohl es schon recht spät ist. Da ich von der Autobahn nun wirklich genug habe, fahre ich an den endlos langen Saab und Saab-Scania Werken vorbei Richtung Westen, durch Askeby und andere kleine Ortschaften bis zur 210 und die dann bis Söderköping.

Und siehe da, das Knie hat sich von selbst repariert, die, immer noch recht hoch stehende Abendsonne taucht das Land in goldene Farben der Wind weht meist von hinten, es läuft wie die Hölle! Ein Traum, und die Landschaft steht den schönsten Ecken die ich an der Westküste gesehen habe in nichts nach. Einfach herrlich.

Kurz vor Sieben komme ich in Söderköping an. Es findet sich ein wirklich netter kleiner Campingplatz mit Windmühle und Frühstückscafe auf dem Hügel. Die Rezeption ist auch gerade noch geöffnet und es gibt die Hütte für 325,- SK. Ein perfekter Tag! (fast perfekt, auch hier Internet Fehlanzeige…)

Söderköping ist offensichtlich ein sehr nettes, eher langgezogenes Städtchen, mit sehr schönen Gebäuden und einem kleinen Fluss sowie dem Götakanal. Ich sitze am Marktplatz draußen und überlege nach dem Essen ob mich mir noch eine Pizza für die Nacht mitnehme, lasse das aber diesmal.

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