26 Kalixälven – Vittangi

Wetter: Regen, kühl
Tageskilometer: 141
Gesamt zurückgelegte Kilometer: 2692
Tages-Fahrzeit :7:01 h
Gesamte Fahrzeit: 134:52 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,0km/h
Tageshöhenmeter: 998
Gesamt Höhenmeter: 22093
Maximalpuls: 145
Durschnittliche Pulsfrequenz: 118

Um halb sieben fahre ich mit dem nassen Zelt im Gepäck los.

An der Gabelung von E10 und E45 entscheide ich mich doch für einen Abstecher nach Kiruna. Obwohl der Hinweg etwas mühselig ist, weil der Wind noch immer aus Norden weht und ich gestern doch etwas Kraft gelassen habe (außerdem regnet es ziemlich), hab‘ ich’s nicht bereut. Neben der wirklich sehenswerten Holzkirche und dem umstrittenen Rathaus,

gibt es in Kiruna zwei Hauptattraktionen. Den Raumbahnhof Esrange und das Bergwerk. Eine Führung in Esrange wäre erst morgen möglich gewesen, schade. Aber das Bergwerk lasse ich mir nicht entgehen.
Kiruna besteht im Prinzip aus zwei Bergen, wovon an einen die Stadt gebaut ist. (Was beim Radfahren übrigens zu heftigen Steigungen führt…). Beide Berge wurden zunächst im Tagebau wegen ihres hochwertigen Eisenerzes ausgebeutet.

Heute wird nur noch einer abgebaut und zwar im Untertagebau. Seit dem Beginn des Untertagebaus 1962 haben die sich ganz schön weit in den Berg gegraben. Es gibt mittlerweile über 400 Straßenkilometer unter Tage.
Ich will nicht mit Details langweilen, und warum die Stadt wegen des Abbaus versetzt werden muss usw., aber die Grubentour ist echt lohnenswert. Mit dem Bus fährt man zur “Besuchergrube”, die ca. 500m unter Tage liegt.

Die Busfahrt ist schon ein Highlight. Die Straßen haben ein Gefälle von 10% und ich bin froh, dass ich nicht mit dem Fahrrad rein, und vor allem wieder raus fahren muss. Wir fahren etliche Kilometer bis wir unten angekommen sind.

Die einzelnen Führungsteile und der Film sind gut gemacht, informativ und interessant. Klar ein bisschen Werbung für die staatliche Betreibergesellschaft LKAB gibt’s auch, aber da ich wegen der Reise alle meine Industriebeteiligungen in der Eisenverarbeitung abgestoßen habe, prallt die wirkunglos an mir ab.
Faszinierend finde ich auch, dass die mächtigen Maschinen, die für das Bohren der Sprenglöcher und für den Abtransport des Erzes zuständig sind, die aus dem Bürogebäude vor der Grube ferngesteuert werden.

Nach einem Abstecher in die Kirche mache ich mich auf den Weg zurück auf meine Route Richtung Nordkap.
Nach zunächst nochmal heftigem Regen, der mich aber nicht stört, denn jezt ist der Wind komplett aus dem Weg klart es dann doch nochmal auf, und die Sonne taucht das Land in ein goldenes Licht, wie sie es nur kann wenn sie aus dem Westen scheint. Es ergeben sich zum Teil spektakuläre Bilder, die man wohl nicht mit der Kamera erfassen kann.

Ich hätte noch Lust weiterzufahren, aber es ist halb Zehn und ich bin lange unterwegs, so nutze ich die Gelegenheit, als sich nach insgesamt 130 Tageskilometer ein kleiner Campingplatz am Torne Fluss findet, wo ich einfach mein Zelt aufbaue, da eh keine Rezeption mehr besetzt. Ist. Übrigens eine unglaublich schöne Gegend, was auch die Mosquitos so sehen…

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