28 Palojoensuu – Karasjok

Wetter: Regen, nachts bwölkt mit etwas Sonne
Tageskilometer: 234
Gesamt zurückgelegte Kilometer: 3066
Tages-Fahrzeit :11:27 h
Gesamte Fahrzeit: 153:29 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,4km/h
Tageshöhenmeter: 2057
Gesamt Höhenmeter: 25650
Maximalpuls: 155
Durschnittliche Pulsfrequenz: 127

Heute war ein fantastischer Tag. Einfach unbeschreiblich. Mit dem Fahrrad durch Lappland zu fahren ist einfach der Hammer!!
Aber der Reihe nach. Zunächst geht es noch eine Weile durch Finnland. Die Landschaft ist einfach wunderschön und scheint sich dabei immer etwas zu verändern.

Die Finnen sind eher wortkarg, aber von so einer vertrauenden Offenheit, dass man sich erst dran gewöhnen muss. Hier ist es einem peinlich wenn man das Fahrrad abschließt. Außerdem ist in Finnland offenbar alles deutlich günstiger, nicht nur als in Schweden, sondern auch als in Deutschland.
Nach 30 Kilometern mache ich eine kleine Pause, und sehe wie ein kleiner schwarzer Punkt den Berg hoch kriecht. Und siehe da, noch ein Nordkapfahrer. Ein Däne, der in Oslo gestartet ist. Wir plaudern ein bisschen, bevor er weiterfährt. Nachdem ich ihn wieder eingeholt habe, fahren wir ein bisschen zusammen, aber im Prinzip möchte jeder sein eigenes Ding fahren, in seinem Rhythmus. So mache ich mich am nächsten Berg davon.
An der Straße so mutterseelenallein findet sich ein gößerer Shop, mit Souveniers und Klamotten. Davor gibt’s Kaffe und Kuchen für einen Euro (zusammen versteht sich). Der Kuchen ist lecker, und als ich gerade gehen will, kommt der Däne und auch ein weiterer Nordkapfahrer. Ich trinke noch einen Kaffee mit, muss aber dann weiter, weil mir kalt wird. Da mein Ziel heute nur Kautokeino ist, und die beiden noch etwas weiter fahren wollen, werde ich sie bestimmt nochmal treffen.
Bei Kivilampolo überquere ich die Grenze nach Norwegen. Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr bergauf-bergab geht es. Die Landschaft, die sich dann vor mir auftut, ist einfach fantastisch. Hier kann man auch die legendäre “Weite” Lapplands sehen und spüren.

Traumhaft. Man hat zwar einige Höhenmeter zurückzulegen, aber hinter jedem Hügel erwartet einen eine neue Variation dieser unglaublichen Landschaft.
Irgendwann gelangt man nach einer Abfahrt in ein Flusstal, und Kautokeino deutet sich an.

Irgendwie musste ich spontan an Ushuaja denken. Ich fand die Stadt nicht wirklich einladend oder aufregend.. Aber das Museum hat gerade noch auf. Innen kein Vergleich mit dem großen Musseum in Jokkmokk, aber trotzdem interessant. Draußen sind einige typische alte samische Gebäude aufgebaut. Unter anderem so ein Erdhaus, dass innen ähnlich wie ein Samenzelt aussieht.
In einem der Häuschen backt ein Vater mit seinen Kindern Waffeln. Die Waffeln sind lecker, Kaffee gibt’s auch und Matthias bringt mir samisch und norwegisch bei. (Übrigens kostet hier die Kaffee-Kuchen/Waffel Kombi das sechsfache wie vorhin in Finnland)
Hier will ich heute doch nicht bleiben, 107 Kilometer sind zurückgelegt, das mit dem Restaurant sieht auch nicht so toll aus, außerdem hatte ich ja gerade Waffeln, also kaufe ich etwas ein, esse im strömenden Regen eine Banane und fahre weiter.
Ich wollte eigentlich nur noch so 30 bis 40 Kilometer dranhängen, gerade weil es ab jetzt doch etwas steiler wird, aber da kommt nix mehr. Kein Campingplatz und die verzeichneten Orte sind lose Ansammlungen von drei, vier Häusern.
Zu essen habe ich dabei, und so überlege ich kurz irgendwo im Nassen mein nasses Zelt aufzuschlagen, um dann in nassen Klamotten in den feuchten Schlafsack zu steigen. Ich überlege nur kurz.
Ich beschließe solange Richtung Karasjok zu fahren, bis sich eine sinnvolle Übernachtungsmöglichkeit bietet.
Irgendwann nach einem letzten heftigen Platzregen hört es dann auf zu Regnen, die Landschaft übertrifft sich Kilometer um Kilometer selbst und ich beschließe es durchzuziehen.
Das Gesehene in sinnvolle Worte zu fassen, oder mit der Kamera zu erfassen ist zwecklos. Ich kann nur sagen mit dem Fahrrad durch Lappland zu fahren ist der Hammer!! Egal ob es regnet oder diesig ist, ob die Sonne scheint, du könntest schreien so gut ist das.

Irgendwann so ca. 50 Kilometer vor Karasjok, gibt’s eine Hammerabfahrt, und richtig lang, ich schaffe 52,9 km/h. Danach führt die Strecke in einem Flusstal am Fluss entlang. (von wegen flach wie der Donauradweg, vergiss es…).
Eine neue Variante dieser herrlichen Landschaft.
Und irgenwann komme ich tatsächlich kurz vor ein Uhr nachts in Karasjok an. Und komme im Rica unter. Ein Traum von Luxus gegen das was ich bisher hatte. Als erstes wird gewaschen, dann der ganze nasse Kram zum trocknen aufgehängt, und jetzt freue ich mich nur noch auf’s Frühstück morgen.
Die 230 Kilometer waren nicht geplant, aber ich find’s ziemlich gut, dass die Knie mitgespielt haben, und es ist interessant zu sehen, dass da sogar noch Luft nach oben ist. Wobei elfeinhalb Stunden auf dem Fahrrad ist auch wirklich genug!

Kommentare sind deaktiviert.