45 Bodø – Ornes

Wetter: sonnig, Abends bewölkt
Tageskilometer: 209
Gesamt zurückgelegte Kilometer: 4323
Tages-Fahrzeit :10:03 h
Gesamte Fahrzeit: 214:29 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,8km/h
Tageshöhenmeter: 3410
Gesamt Höhenmeter: 36789
Maximalpuls: 162
Durschnittliche Pulsfrequenz: 130

Um halb sechs bin ich fertig zur Abfahrt, Frühstück gibt es aber erst ab acht, also lasse ich den Voucher verfallen und nehme stattdessen einen Energieriegel. Ziel ist zunächst Kjerringøy, so 40 Kilometer nördlich von Bodø. Es lässt sich nicht vermeiden, dass ich dann die gleiche Strecke wieder zurück muss.

In Norwegen gibt es einfach nicht so viele Straßen, und die Ziele liegen nicht so schön in einer Reihe wie in Schweden. Die Strecke lohnt sich aber und ist sehr idylisch, erinnert mich an die schönen Etappen in Südschweden.
Das faszinierende ist das mit dem Wind. Auf dem Hinweg fahre ich nach Norden und der Wind weht aus N-NO, also Gegenwind.

Da Sonntags um kurz vor zehn natürlich alles zu hat schaue ich mir die alte Handelsstadt an und fahre wieder zurück, und in genau dieser Zeit hat der Wind gedreht auf S-SO. Ich fahre nach Süden, also Gegenwind. Ob das auch eines von Murphy’s Gesetzen ist?

Anyway, die Strecke ist klasse und nach gut 80 Kilometern gibt es Frühstück in Bodø. Da Bodø stark vom Krieg betroffen war und von den Deutschen bombadiert wurde, gibt es keinen alten Marktplatz mit schönen alten Gebäuden, aber es gibt ein gläsernes Einkaufszentrum, vor dem ein größer Platz ist, wo sich auch ein Cafe findet. Es gibt Pasta und Milchkaffee zum Abschluss, im Hintergrund läuft Norah Jones (was sonst?).
Ich verzichte mittlerweile darauf doppelte Portionen zu bestellen, offenbar hat sich der Körper an die regelmäßige Belastung gewöhnt und kommt jetzt wieder mit “normalem” essen aus.
Von Bodø aus geht es erst etwas nach Osten und dann auf die 17 Richtung Süden. Ziel ist das etwa 30 Kilometer entfernte Saltstraumen, dort gibt es einen Gezeitenstrom zu bestaunen, bei dem alle sechs Stunden 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch einen nur 150m breiten und drei Kilometer langen Sund gepresst werden.
Im Baedeker steht, dass dieses Spektakel “touristisch ausgeschlachtet” sei. Wenn sich das darauf bezieht, dass es dort sauber Toiletten und Kaffee zu einem fairen Preis gibt, dann hätte ich gerne alle 40 Kilometer so einen “touristisch ausgeschlachteten” Ort…
Die 17 selbst ist laut Touristinfo “die schönste Straße der Welt”, übliche Marketingübertreibung halt. Aber die Strecke ist wirklich toll, und für mich persönlich viel schöner wie die Lofoten. Hier spürt man viel mehr von der Weite des Landes, die Landschaft wechselt beständig subtil, aber merklich. Es gibt rauschende Wasserfälle, Bergpässe, Tunnel, Wald, Fjord, Berge in allen Höhen und Schroffheitsgraden, mit dem Fahrrad fantatisch zu erfahren.
Ein Norweger hat zu mir gesagt die 17 sei flach. Um es mit George Orwell zu sagen, der Teil der 17, den ich gefahren bin, ist doppelplusunflach! Es kommen über 3000 Höhenmeter zusammen und ich habe die meiste Zeit Gegenwind.
Diese Etappe ist ähnlich schön wie das Fahren in Lappland, und so fahre ich trotz meines 80 Kilometer Ausfluges heute morgen, möglichst weit Richtung Süden. Die ersten Übernachtungsmöglichkeiten lasse ich aus, irgendwann ist es sowieso zu spät, da die Rezeptionen zu haben, und so pokere ich und hoffe auf ein Hotel in Ornes, denn dort hält immerhin die Hurtigrute. Und tatsächlich gibt es eins.
Die letzten Kilometer habe ich sogar etwas Rückenwind. Und ich kann mir sogar um kurz vor Mitternacht noch einen Hamburger organisieren!
Ein traumhafter Tag!

2 Kommentare

  1. Hi Guido,
    wirklich tolle Landschaft da oben. Macht auch richtig Lust später einmal dort auf deinen Spuren zu wandeln. Packe gerade für eine Reise an den Äquator, also fast so bedeutend wie das Nordkap. Nur ist der Indische Ozean etwas wärmer!
    Bis bald! Grüße aus Bad Nauheim!

    Thomas

  2. Hi Thomas,

    wünsche dir viel Spaß und Erholung! Grüße von der Hurtigruten :)