Aktive Regeneration – Rad am Ring

Eigentlich hatte ich nur Meike während des RAAM versprochen sie bei ihrer Rad am Ring Teilnahme zu unterstützen. Je näher das Wochenende kam, desto mehr habe ich jedoch Lust bekommen auf dem schönen glatten Asphalt, auf breiter Straße über die Nordschleife zu geißeln, und habe schon überlegt, ob ich nicht mein Rad mitnehme und Freitags abends oder auf der Ehrenrunde vielleicht doch ein paar Kilometer Nürburgringasphalt schnuppern kann.

Dann kommt die SMS, ob ich nicht einspringen wolle, jemand aus dem Viererteam ist ausgefallen. Da musste ich dann nicht lange überlegen. Viererteam heißt ja drei Runden Pause nach jeder eigenen Runde, das sollte ich doch hinbekommen, auch ohne Laktat…

Im Wohnmobil schlafen klang auch noch halbwegs vernünftig, auch wenn ich eher der Hotelmensch bin, aber Hauptsache nicht zelten in der ewig kalten, windigen Eifel.

Heute geht‘s also dann los. Meike holt mich ab. Das Wohnmobil ist dann doch mehr ein Campingbus, außerdem sind die Schlafplätze darin schon vergeben. Also doch im Zelt schlafen. Dabei habe ich nur so 10 Euro Alibischlafsäcke für sehr warme Temperaturen dabei.

Anyway, ich freue mich auf das Event und darauf ein paar nette Leute kennenzulernen und natürlich darauf über die Nordschleife zu geißeln.

Die Anfahrt ist diesmal easy, ohne Stau. Die Truppe vom Tria Team Rüsselsheim ist schon da und das Zelt steht schon. Wir sind etwas ab von der Boxgasse auf dem Grand Prix Kurs stationiert, haben aber direkten Zugang zur Strecke, also für die Wechsel optimal.

Die Rüsselsheimer sind perfekt vorbereitet. Die machen das jedes Jahr, und fahren richtig auf, mit Kühlschrank und tonnenweise Essen, frisch gekochter Bolognese und Bierbänken und riesigem Zelt in dem die Feldbetten stehen.

Ich bin ja eher so der Minimalist, nah an der Cafeteria stehen, da ab und zu ein Kamillentee geholt und sonst Ensure Plus und gut ist. Aber das hier gefällt mir irgendwie auch ganz gut. Allerdings hat hier natürlich die Organisation und den ganzen Stress jemand anders übernommen, deshalb nochmal herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, dass ich so kurzfristig mitfahren durfte.

Während ich ein paar Aufwärmrunden auf dem Grand Prix Kurs drehe, macht das Innenlager, das heute morgen schon so schwergängig war seltsame Quitschgeräusche. Ich fürchte es ist hinüber. Wäre allerdings ziemlich schnell gegangen, denn vor dem RAAM hatte ich es noch erneuern lassen.

Der technische Service kann nur BSA Lager tauschen, keine Pressfit. Das hätte ich natürlich auch selbst gekonnt… Einzige Alternative ist der Stand von Ceramicspeed. Die würden es auch sofort machen, kostet aber 260,- EUR. Im ernst? Soviel besser kann das Keramiklager gegenüber dem Standardlager kaum sein, aber wie beim Gewichtstuning zahlt man hier für das letzte Quentchen exorbitant viel mehr.

Ich drehe noch eine Runde und fahre dann zum Ceramicspeed Stand. Ich will nicht mit kaputtem Innenlager fahren, vielleicht lässt sich ja was handeln. Als ich am Stand bin und der Mechaniker sich Kurbel und Innenlager anschaut stellen wir fest, dass das Geräusch weg ist und die Kurbel eigentlich ganz normal dreht. Das Teil hat sich von selbst repariert. Komisch, ob sich was eingeklemmt hatte, habe aber nix sehen können. Anyway, ich lasse das mit dem Keramiklager und freue mich, dass alles wieder ok ist.

Während ich noch mein Rad wieder auf die Strecke schiebe, spricht mich Robby an. Er hat das Race Across America verfolgt und mich auch durch Kommentare unterstützt. Schön sich jetzt mal persönlich kennenzulernen. Lars ist auch dabei, und so unterhalten wir uns doch eine ganze Weile über mein Lieblingsthema.

Die beiden haben letztes Jahr im Vierermixedteam gefinished und die Wertung sogar gewonnen. Nun geht Robby das Projekt Solo RAAM 2018 an. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß ein riesen Unterfangen und ich hoffe, dass er mit einem schlagkräftigen Team in Oceanside am Start stehen wird und in Annapolis ankommt!

Wir quatschen eine Weile und machen noch ein Foto, dann mache ich mich zurück zu unserem Lager. Der Grill ist schon angeworfen und es wird ein netter Abend. Lauter nette Leute (noch dazu Radfahrer), so hatte ich mir das vorgestellt.

Die Nacht ist dann eher mäßig, die Temperatur liegt zwar über 10 Grad, aber es zieht sehr im Zelt, so dass ich um 3 Uhr nachts aufgebe und völlig durchgefroren in den Sprinter Campingbus flüchte und dort, recht unbequem, auf dem Boden schlafe. Egal, morgen geht es dann endlich auf die Nordschleife, ich freue mich extrem auf die Strecke.

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