Auferstanden aus Ruinen!

Nach 7 Wochen ist mein Fahrrad wieder auferstanden! Neuer Rahmen, neuer Lenker und Vorbau, andere STI Hebel, neue Züge und Kabel, neue Kurbel, neue Laufräder, neue Reifen, neue Kassette, neue Sattelstütze, neuer Sattel. Mit anderen Worten, außer den Bremsen und dem Di2 Akku ein komplett neues Fahrrad.

Die Betrachtung der defekten Einzelteile hat mir nochmal die Wucht des Einschlages vom Fahrrad gegen die Felsböschung vor Augen geführt. Vor allem der gebrochene Lenker hat mich sehr beeindruckt. Der ist nämlich eigentlich enorm stabil. Zum Glück war das Fahrrad also nach dem Sturz durch das herausgeschlagene Hinterrad nicht mehr benutzbar, denn sonst wäre ich sicherlich wieder irgendwie aufgestiegen und hätte versucht noch abzufahren bis zum Hotel, was wohl zu einem erneutem Sturz durch „Bauteilversagen“ geführt hätte.

Nun, so habe ich durch meinen Sturz, der allerdings auf „Fahrerversagen“ zurückzuführen ist, doch was gelernt. Nämlich erstens muss man sich um hochwertige Carbonbauteile im Fahrradbau nicht die geringsten Sorgen machen, die halten enorme Belastungen aus. Zweitens, wenn man doch mal „richtig“ stürzt trotzdem ab mit dem Zeug in die Tonne. Auch wenn es finanziell weh tut.

Das neue Fahrrad hätte eigentlich nochmal einen Motivationsschub bringen sollen, allerdings war der Verlauf der körperlichen Genesung gerade da scheinbar auf einem Tiefpunkt. Natürlich bin ich ungeduldig, aber nachdem es erst drei Wochen sehr langsam aber stetig bergauf ging, und ich fast jeden Tag ein kleines Erfolgserlebnis hatte, indem ich mich etwas besser bewegen konnte oder irgendwann sogar auf dem Rücken und schließlich sogar auf der rechten Seite liegen konnte, kam nach drei Wochen eine Wende zum Schlechteren.

Nun hatte ich Schmerzen in den Beinen, die zuvor eigentlich gar nicht betroffen waren. Offensichtlich drückte der sich änderende innere Bluterguss auf einen Nerv, so dass, verstärkt durch meine schiefe Schonhaltung, neue Schmerzen auftraten. Da sich drei Wochen lang nichts mehr verbesserte, sondern die Situation vor allem durch das Arbeiten eher immer schlechter wurde, war ich dann so verunsichert, dass ich mich nicht mehr auf mein Körpergefühl verlassen konnte. Mir war völlig unklar ob Bewegung oder Ruhigstellen die bessere Wahl ist.

Sowas frustriert natürlich. Und sich näher mit den verschiedenen Folgen und Ausprägungen von Prellungen zu beschäftigen hat eher zur Verunsicherung beigetragen. Schließlich bin ich nochmal zum Ortophäden gegangen und der hat zwei blockierte Wirbel im Lendenwirbelbereich gelöst. Nach einer weiteren Woche war es dann immer noch nicht wirklich besser, so dass ich mir gerade vorgenommen hatte nochmal einen Internisten aufzusuchen, als es von einem auf den anderen Tag sprunghaft besser wird.

Und wenn bis dahin alle „Glück im Unglück“ Gedanken komplett aufgebraucht waren und ich anfing mir echt Sorgen über möglicherweise bleibenden Folgen meines Sturzes zu machen, so geht es seitdem wieder steil bergauf. Keine Schmerzen im Alltag mehr, und außer Seitstütz rechts kann ich eigentlich wieder alles trainieren. Selbst Kreuzheben mit leichten Gewichten geht.

Und die Erleichterung darüber hellt natürlich auch die Stimmung auf. Der Blick ins Blog mit dem hässlichen Damenfahrrad als erstes Bild hat mich so frustriert, dass ich den Browser immer gleich wieder geschlossen habe. Das SL3 Roubaix macht sich da doch gleich viel besser…

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