Das RAAM ist groß!

Noch immer treffen vereinzelt die bestellten Bücher ein. Mehr wie einen Tag brauche ich nicht um sie durchzulesen. Haetzel, Traunmüller und heute kam noch das von Spilauer.

Eins ist klar, das RAAM ist groß. Größer als alles. Gerne wird die Rangliste vom Outdoormagazine angeführt, wonach das RAAM das schwerste Ausdauerrennen überhaupt ist. Weit vor dem Ironman auf Hawai. Das macht sich in einem Buch in dem man beschreibt, dass man genau dieses Rennen eben gefinished hat natürlich besonders gut…

Aber zweifelsohne sprengt das RAAM auch im Ultraausdauerbereich Grenzen. Für einen untrainierten scheinen die 540 Kilometer von Trondheim – Oslo ja schon eine riesige Distanz. Dabei hat es da vielleicht 3500 Höhenmeter. Auch der Alpenbrevet mit seinen gut 7000 Höhenmetern auf 276 Kilometern wirkt beeindruckend. Aber gemessen an einem echten Ultralangstreckenevent wie dem Glocknerman mit seinen 1010 Kilometern und über 15000 Höhenmetern ist das Kinderkram.

Und das RAAM geht über ca. 4800 Kilometer. Bei meiner ersten Radreise habe ich für 5200 Kilometer 65 Tage gebraucht, beim RAAM fährt man das am Stück. Dabei summieren sich zwar dann „nur“ ca. 30000 Höhenmeter, aber es wird deutlich, dass hier jeder Teilnehmer bis zur Grenze gehen muss, um das Rennen in der Karenzzeit zu finishen.

Ausnahmslos alle Teilnehmer deren Bücher ich bis jetzt gelesen habe berichten von echten Grenzerfahrungen. Leider scheinen auch alle Teilnehmer über eine lange Trainingshistorie zu verfügen, viele sind „echte“ Radsportler, d.h. Radamateure oder gar Profis, andere kommen vom Laufen und haben die Marathondistanz selbstverständlich unter drei Stunden geschafft, oder Ironman Distanzen im Triathlon erfolgreich bewältigt (oder gar einen Double-Ironman…)

Keiner von denen hat das Ding locker weggehauen, jeder dieser Sportler war froh überhaupt gefinished zu haben. Wie vermessen wäre es da, wenn ich mich am RAAM versuche?! Mein Ausdauertalent ist überdurchschnittlich aber bei weitem nicht im Spitzenbereich, mein Kraftniveau ist nicht sehr hoch und ich bin an der Altergrenze zu den Senioren.

Das beste Alter für Ausdauerspitzenleistungen liegt wohl bei Ende zwanzig bis Mitte, vielleicht Ende dreißig. Ich bin Mitte bis Ende vierzig. Ein Start in der Oldieklasse mit längerer Karenzzeit kommt für mich nicht in Frage. Also muss ich es in den nächsten zwei Jahren angehen, um ggf. auch noch einen zweiten Anlauf nehmen zu können.

Ich habe keine Ahnung ob ich das will oder nicht.

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