Day 12 Dingboche – Tengboche

Trekking Strecke: Gorak Shep – Dingboche (ca. 10 km)

SpO2: 90 | Ruhepuls: 52 | Schlafdauer 7,5 St.

Gehzeit: ca. 3:30 Stunden
Abstieg: 702m
Aufstieg: 230m
Max. Höhe: 4180m
Puls Schnitt/Max: 100/141

Heute ist der letzte Tag an dem ich noch etwas Programm habe, nämlich das Kloster in Tengboche zu besuchen. Nach dem Frühstück, das aus Rice Pudding und Toast mit Jam besteht, laufen wir talabwärts. Zunächst geht es im Dorf auf schwierigem Gelände abwärts, dann laufen wir den Hang hinauf. Dabei bieten sich beim Zurückblicken fantastische Aussichten auf den Lhotse, meinen neuen Lieblingsberg.

Das Gehen ist ein teils steiniges auf und ab. Immer wieder bleibe ich stehen und fotografiere den Lhotse aus neuer Perspektive. Dabei frieren mir fast die Finger ab. Dann kommt aber die Sonne hervor und wärmt etwas.

Wir gehen an ein paar mit Mauern umgebenen Feldern oder Weiden vorbei wie es sie hier öfter gibt. In dieser Lage könnten die aber auch in Irland liegen.

Nir ist immer recht weit voraus, was nicht zuletzt dadurch kommt, dass ich gefühlt tausend Fotos vom Lhotse und seiner mächtigen Wand mache.

Der Trail führt nun am Hang entlang und im Tal rauscht Schmelzwasser vom Khumbu Gletscher. Wobei die Schlucht zunächst immer tiefer wird und dann immer breiter. Und im Hintergrund wird das Bergmassiv um den Lhotse nicht etwa kleiner, sondern seltsamerweise größer!

Kurz vor Pangboche überholen wir ein paar Yaks, die, wie üblich, mit Pfiffen vorangetrieben werden. Dabei nehmen wir soviel Tempo auf, dass wir in Pangboche glatt an Hermanns Bakery vorbei laufen. Da wollte ich eigentlich einen Abstecher machen, aber Nir meint nur in Tengboche gibt es auch eine Bakery. Dem jetzt was von deutscher Backkunst zu erklären macht wohl kaum Sinn. Zurücklaufen mag ich auch nicht mehr, also weiter.

Mir scheint es nun fast als kämen wir aus der Wüste zurück in die belebte Welt. Es gibt Bäume und Sträucher und größere Mengen Vögel. Der Trail verläuft teils sogar richtig idyllisch. Ob Blick zurück ins Tal oder nach vorne, überall herrliche Landschaft. Himalayische Landschaft.

Wir kommen an mehreren Stupas vorbei und durchqueren ein Tor mit einem Mandalay an der Decke. Jetzt geht es erst mal steil über Stufen bergab. Mein linkes Knie macht mir schon etwas Sorge, aber es scheint sich immer wieder zu beruhigen.

So gelangen wir schließlich an eine Brücke über die hier recht schmale Schlucht und wechseln auf die andere Talseite. Auf und ab geht es nun durch einen Rhododendronwald. Die Schlucht weitet sich und wir laufen am ersten Beweis für Viehhaltung vorbei den ich sehe.

Die Strecke ist sehr staubig. Zunächst recht flach, dann aber „gepflastert“. Da hilft nur neben dem Pflaster zu laufen. Dann geht es nochmal richtig berghoch. Wegen meiner Erkältung bin ich immer noch weit weg von hundert Prozent, aber das bisschen ist natürlich kein Problem.

Und dann sehen wir auch schon Tengboche. Nir steuert geradewegs auf eine Lodge zu, die etwas zusammengezimmert aussieht, aber das sehen sie da ja alle aus. Wie wäre es mit dieser hübschen dort? Ach nee, das ist ja das Kloster.

Und dann drehe ich mich um und sehe den fantastischen Ausblick! Lhotse und Mount Everest. Und der Nuptse ist auch zu sehen. Und ja, rechts thront noch der Ama Dablam. Spektakulär! Eine DER Aussichten dieser Reise.

Zu allem Überfluss bekomme ich auch noch ein Zimmer mit genau dieser Aussicht auf der einen Seite und Blick auf das berühmte Kloster auf der anderen Seite. Was für ein perfekter Ort um sich vom Hoch-Himalaya zu verabschieden.

Nach dem Lunch mit Dhal Bhat nehme ich meinen Nachtisch in der Bakery, die es tatsächlich gibt, und schreibe mein Blog bei Tee und Milchcroissant.

Dann muss ich mich etwas schafen legen, denn es gibt wenig zu tun bis das Kloser aufmacht. Um halb fünf ist es dann soweit. Das Kloster ist recht klein, aber auf jeden Fall bunt. Alles handgemalt. Der Mönch erklärt mir zwar alles, ist aber recht schwer zu verstehen. Ist aber alles ähnlich wie bei dem kleinen Kloster in Khumjung. Natürlich wird eine Spende für die Besichtigung erwartet.

Der Ort für das Kloster ist perfekt gewählt, die natürliche Kulisse der umgebenden Berge absolut beeindruckend. Diese Kulisse komm dann zum Sonnenuntergang nochmal besonders zur Geltung, so dass ich nochmal in die Kälte gehe um ein paar Fotos zu machen.

Abends am Ofen ist es zum Glück nicht so langweilig wie gestern, da eine große, buntgemischte Gruppe ebenfalls in der Lodge übernachtet.

Kommentare sind deaktiviert.