Day 5 Dhole – Machhermo

Trekking Strecke: Dhole – Machhermo + kleiner Ausflug (ca. 8 km)

SpO2: 80 | Ruhepuls: 67 | Schlafdauer 7 St. | Temperatur Lodge Nachts -6° C

Gehzeit: ca. 4 Stunden
Abstieg: 413
Aufstieg: 943
Max. Höhe: 4652
Puls Schnitt/Max: 113/151

Das erste Mal, dass ich einigermaßen geschlafen habe, fast sieben Stunden mit zwei Unterbrechungen. Morgens sind es -6,7° C im Zimmer, aber es kommt mir gar nicht kalt vor. Dabei ist das ungefähr die gleiche Temperatur wie in Namche, als die Festplatte erfroren ist.

Zum Frühstück gibt es nepalesisches Porridge. Es sieht etwas nach Speis aus, schmeckt aber gut und macht satt. Höhenmäßig fühle ich mich gut, aber der Hals ist entzündet und die Nase verschnupft. Ich hoffe, dass das nicht zuviel Leistung nimmt. Das hat ja schon in der Sierra Nevada genervt.

Jetzt beim Wandern sind aber viel niedrigere Intensitäten angesagt, so dass ich das kompensieren können sollte. Wir verlassen Dhole und gleich geht es ordentlich bergauf. Anfangs gehe ich das megalangsame Tempo von Nir mit, laufe aber bald meinen eigenen Rhythmus, versuche nur dabei bewusst langsam zu gehen (für meine Verhältnisse). Nachdem wir uns in Serpentinen von Dhole hochgeschraubt haben, und einen letzten Blick zurück geworfen haben, geht es recht moderat steigend oder fallend am Hang entlang.

Tolle Blicke ins Tal oder auf den Cho Oyu gibt es dabei ständig. Auf auf der anderen Talseite gibt es spektakulär platzierte Häuseransammlungen.

Die Sonne brennt, aber es ist trotzdem recht kühl, Funktionsunterhemd und Fleecepulli gehen gerade so. So gehen wir gemächlich dahin, bis wir an eine kleine, einsame Lodge kommen (Luza), wo wir uns einen Tee genehmigen. Ich wechsle die Brillengläser, denn ab jetzt sind Gletschergläser angebracht. Die Sonne brennt in dieser Höhe ganz anders als in den unteren Lagen.

Weiter geht es dann am Hang entlang in Richtung Machhermo. Die Strecke ist teils sehr staubig, teils steinig oder felsig. Die Steigung aber ist moderat. Dann sehen wir das Tal von Machhermo.

Eine fantastische Aussicht auf den Cho Oyu, das beeindruckende Tal, überragt von Machhermo Peak und die ganzen sechstausender drumherum ergeben ein spektakuläres Panorama.

Nun geht es aber erst mal hinunter ins Tal zu unserer Lodge. Nach Dhal Bhat zum Lunch gibt es noch einen kleinen Ausflug auf den Hügel, der das Tal zur anderen Seite hin begrenzt. Wobei sich Hügel hier auf Himalayaverhältnisse bezieht. Schließlich haben wir am höchsten Punkt über 4600m Höhe erreicht. Der höchste Berg der Alpen ist nur 4810m hoch.

Hier ist es jetzt wirklich schon recht kalt. (Ich werde auf Nirs Rat hören und nachher das Duschen sein lassen, bin eh schon erkältet.) Mit meinen Trekkingstöcken trippele ich wieder bergab zurück nach Machhermo. Ich hoffe die Knie halten wenigstens bis Gokyo, das erste Teilziel und gleichzeitig Minimalziel, das ich erreichen möchte.

Zurück in der Lodge bekomme ich von Nir noch eine Pille gegen die Halsentzündung (Perimox 500) Keine Ahnung was das ist, aber nach etwas zögern beschließe ich ihm zu vertrauen. Hier in diesen Höhen ist die Welt nicht für Menschen gemacht. Auch wenn die Sherpa gut an die Höhe angepasst sind, so leiden die doch praktisch alle an Reizhusten, laufender Nase und gelegentlich sogar Kopfschmerzen wegen der Höhe. Und die Kälte nervt die durchaus auch, auch wenn die schon ganz schön abgehärtet sind.

Anyway, ich schütze mich durch Mütze, Buff, Gletscherbrille usw. und hoffe so einigermaßen bei Bewußtsein die schönen Augenblicke der Reise genießen zu können. Die Ernährung ist seit Namche vegetarisch. Der lange Transport des Fleisches in die großen Höhen tut der Frische nicht gerade gut. Aber Dhal Bhat ist ja lecker und nahrhaft…

Den Akklimatisationstag morgen lassen wir wohl aus, abgesehen von meiner dämlichen Erkältung bin ich ziemlich fit. Die Erkältung und Halsentzündung ist allerdings nochmal heftiger geworden. We will see. Geplant ist der Aufstieg bis Gokyo, dort Lunch in unserer Lodge, dann Nachmittags zum Sonnenuntergang Besteigung des Gokyo Ri. Übernachtung in Gokyo.

Jetzt heißt es erst mal wieder rumhängen bis zum Dinner und dann bis zum Schlafen. Zwei Neuseeländerinnen sind noch hier, ganz nett aber nicht so richtig spannend, und es ist kalt, bei Erkältung nicht so schön. Ich habe Tagträume von dem Zimmer im Marriott Hotel in Limmerick 2009.

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