Gedanken zum Glocknerman 2016

Morgen beginnt der Glocknerman, eines der härtesten Radrennen die man sich vorstellen kann, 1000 Kilometer, 16.000 Höhenmeter, über die ganze Strecke verteilt steile Anstiege inkl. beide Seiten der Großglocknerhochalpenstraße. Außerdem ist das Rennen auch die Weltmeisterschaft im Ultraradmarathon.

Dieses Rennen sollte mein Saisonhöhepunkt sein (die Saison endet für mich bereits nächste Woche, da ich dann schon für das große Projekt 2017 aufbaue). Das Ziel war es auf jeden Fall unter 45 Stunden zu fahren. Diesen Gedanken habe ich völlig aufgegeben, für mich zählt nur noch durchkommen, vor der Karenzzeit die einzelnen Meldestationen zu erreichen.

Die letzten Wochen der Vorbereitung, eigentlich alles seit der Flandernrundfahrt, lief überhaupt nicht. Ich habe mich durch den Trainingsplan gequält, konnte manchmal die Inhalte gar nicht umsetzen. Dass es sich um ein körperliches Problem handelt ist klar, aber genau identifizieren konnte ich es nicht. Wahrscheinlich ist es einfach „nur“ heftiger Heuschnupfen mit Folgen vor allem für die Atemwege.

Alles sehr frustrierend, und nachdem ich Paris-Roubaix auslassen musste war ich dann auch mental einfach schlecht drauf. Als ich dann letztes Wochenende nach anderthalb Stunden lockerem G1/G2 einfach stehen geblieben bin und mit dem Zug nach Hause gefahren bin war ein echter Tiefpunkt erreicht. So deprimiert war ich wohl seit ich radfahre noch nicht.

Nun sind wir aber in Graz, d.h. außer mir als Fahrer noch Katrin, Oli, Lydia und Gerd als Team das mich begleiten wird. Denn ein Ultradistanzrennen ist eine Mannschaftsleistung, der Fahrer muss vom Begleitfahrzeug versorgt werden und in der Navigation unterstützt werden.

Mit Oli hat mir kurzfristig noch ein echter RAAM Veteran zugesagt, denn er war schon bei der erfolgreichen RAAM-Teilnahme 2014 dabei und hat mir auch geholfen mich 2013 überhaupt für das Race Across America zu qualifizieren.

Kurzfristig deshalb, weil ich mir lange nicht sicher war, ob ich überhaupt am Glocknerman teilnehmen soll oder nicht besser absage, zu schlecht war ich drauf. Aber letztlich ist es unsportlich abzusagen solange man auch nur die geringste Möglichkeit hat zu starten und zu finishen. So sind auch Lydia und Gerd kurzfristig eingesprungen.

Dafür im Vorfeld schon mal herzlichen Dank ans Team. Jetzt stehe ich natürlich auch in der Pflicht alles zu geben und ein möglichst gutes Ergebnis herauszufahren, was aber realistischerweise heißt zu finishen und rechtzeitig zur Finisherparty wieder in Graz zu sein.

Morgen startet das Rennen mit einem Prolog und dem genauen Gegenteil des Hauptrennens, nämlich einem kurzen Bergsprint über weniger als einen Kilometer im Rahmen des Schlossbergman. Dann kann ich vielleicht schon etwas über das Potential für das gesamte Rennen sagen.

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