Ötztaler Radmarathon 2017 – Gedanken vor dem Rennen

Obwohl ich gestern dann doch noch einen recht stressigen Tag mit über sieben Stunden Anfahrt nach Sölden, und Ankunft spät in der Nacht, hinter mich gebracht habe, geht es mir heute morgen erstaunlich gut. Die ständigen leichten Bauchschmerzen sind weg, der Magen-/Darm Infekt scheint wirklich überwunden.

Nach dem Frühstück hole ich zusammen mit Katrin erst mal die Startunterlagen ab. Das geht wie immer recht flott, der Ötztaler Radmarathon ist perfekt organisiert. Die in der Arena aufgebauten Stände nutze ich noch um mit den Leuten von SRM und power2max zu quatschen, ein paar Probleme melden, Infos über neue Produkte ziehen usw. Bei Garmin sage ich auch kurz Hallo um mein Problem mit den USA Karten zu erläutern, aber da waren nur Verkäufer, von Problemen haben die natürlich noch nie was gehört…

Dann treffe ich noch den Franz Venier, der hat einen kleinen Stand an dem er sein neues Buch vorstellt. Sicher eine spannende Lektüre für alle die am Ultraausdauersport interessiert sind. Ein nettes Gespräch, beim Trainingscamp mit dem Franz hatte ich mir 2010 den Startplatz für den ersten Ötzi besorgt und auch noch einige Höhenmeter im Training zurückgelegt.

Für heute stehen natürlich nicht so viele Höhenmeter auf dem Programm, so ca. 90 Minuten Vorbelastung steht auf meinem Plan. Da ich keine große Lust habe bergab in Richtung Ötz zu fahren, fahre ich bergauf in Richtung Timmelsjoch. Sölden ist natürlich voll, es herrscht viel Verkehr und so biege ich nach dem ersten kleinen Anstieg, kurz vor Zwieselstein ab in Richtung Vent.

Der Bauch bleibt ruhig, kein Grummeln, keine Probleme. Die Power ist nach dieser schlechten Woche natürlich nicht bei hundert Prozent, aber doch besser als erwartet. Ich genieße die Fahrt durch das eher ruhige und recht schöne Venter Tal, und beschließe auf jeden Fall morgen zu starten. Und dann einfach schauen was geht.

Die Straße steigt meist nur mäßig an, dann kommt eine „Stufe“, gerne mal etwas steiler, um dann wieder recht flach weiterzuführen. Nach einer Weile fährt man durch etwas längere Lawinengallerien und kleine Tunnel, dann überqeuert die Straße die Venter Ache und man wechselt auf die andere Talseite. Nach gut 45 Minuten habe ich dann Vent erreicht. Hier könnte man nochmal ordentlich bergauf fahren in Richtug Rofen, aber das spare ich mir.

Stattdessen kehre ich wieder um und genieße die Fahrt zurück in Richtung Sölden. Nun geht es ja vorwiegend bergab. Die ersten Abfahrten sind gut, als ich jedoch etwas mehr Fahrt aufnehme spüre ich ein leichtes „rubbeln“ am Hinterrad. Mist, ein Platten? Ich halte an und schaue mir den Reifen an, der scheint jedoch ok zu sein. Hm, muss ich im Hotel prüfen. So fahre ich weiter durch das schöne Venter Tal bis Zwieselstein und dann wieder hinab nach Sölden.

Wieder im Hotel, beschließe ich,  vorsichtshalber einen neuen Reifen zu besorgen. Dabei nutze ich die Gelegenheit Peter zu treffen, der das RAAM dieses Jahr verfolgt hat und uns regelmäßig geschrieben hat und definitiv der schnellste Twitterer war, in der Followcar Crew hatte er deswegen echte Fans :) (Peter wird morgen auch starten, viel Erfolg für morgen und komm sturzfrei durch!)

Ein nettes Gespräch, das ich auch gleich noch zu einem Mittagessen nutze. Essen geht wieder ganz normal, eine Grundvorraussetzung um morgen eine Chance zu haben das Rennen zu Ende zu fahren.

Ich besorge mir noch die Reifen und untersuche das Fahrrad ausgiebig. Aber der Hinterreifen ist völlig in Ordnung, nur die Felge hat einen, wenn auch nur ganz leichten, Seitenschlag. Mist, das hatte ich nicht gesehen. Nix wirklich schlimmes, aber auf den Abfahrten etwas unangenehm.

Muss ich jetzt aber durch. Das wird glaube ich morgen mein kleinstes Problem. Eine Sache die die Versorgung etwas kompliziert macht: An den Labstationen gibt es kein ISO Getränk. Dabei werden die von Sponser unterstützt, das hätte also perfekt gepasst. Wirklich eine seltsame Entscheidung, denn Fruchtsäfte oder gar Red Bull machen wirklich keinen Sinn, für mich momentan erst recht nicht, und eigenes Pulver mitschleppen ist ja wirklich dämlich. Das hatte ich echt noch bei keinem Radmarathon.

Anyway, ist für alle gleich, außer vielleicht für die Topleute, die Helfer dabei haben. Ich werde ja von Katrin begleitet, die wird mir am Kühtai nochmal neue Flaschen geben und dann nehme ich halt was es gibt.

Mal schauen wie es mir morgen geht. Wenn es mir so geht wie heute, dann habe ich wirklich eine Chance durchzukommen. Ich werde dann einfach fahren und am Kühtai recht schnell herausfinden was heute möglich ist. Über 8:30 h brauche ich sicher nicht nachzudenken, aber wäre schön unter 10 Stunden zu bleiben.

Abends gibt’s dann noch die obligatorische Fahrerbesprechung und jetzt heißt es erst mal noch etwas Schlaf mitnehmen, denn um 4:30 klingelt der Wecker…

 

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