RAAM 2016 – jetzt wird es ernst

Jetzt wo das Rennen deutlich über drei Tage läuft wird es richtig ernst. Es lässt sich nichts mehr überspielen, alle Fehler oder Versäumnisse in der Vorbereitung kommen zu Tage, die Sitzfläche erholt sich nicht mehr, eventuelle kleine oder große Verletzungen, Erkältungen, sonstige Krankheiten die man mit ins Rennen geschleppt hat schlagen spätestens jetzt gnadenlos durch.

Ab jetzt braucht es nicht nur gut trainierte Beine und eine motivierte Crew sondern auch die entsprechende Finishermentalität um wirklich durchzuziehen. (und natürlich auch die Vernunft es ggf. der Gesundheit zu liebe sein zu lassen)

Pierre Bischoff führt noch immer das Rennen an. Er hat allerdings bis jetzt auch extrem wenig geschlafen. Ich gehe davon aus, dass er spätestens um TS 21 eine Schlafpause machen wird. Er wollte nicht in der Höhe der Rocky Mountains schlafen, was prinzipiell clever gedacht ist.

Die Verfolger sind ihm nach wie vor dicht auf den Fersen. David Haase allerdings wurde von seinem Team wegen Atemproblemen ins Krankenhaus gebracht um ein Ödem oder eine Lungenentzündung auszuschließen. Er hat aber zum Glück grünes Licht für eine Weiterfahrt bekommen und hat das Rennen wieder aufgenommen, ist dadurch aber deutlich zurückgefallen.

Auf zwei und drei fahren Pattinson und Baloh mit einigem Abstand, um Platz vier streiten sich momentan Gulewicz und Schlegel, die nun schon über viele Stunden sehr dicht beieinander liegen. Nicht weit hinter den beiden fährt Julian Eisenbeis, der sich konstant nach vorne arbeitet und gut drauf ist, da ist noch alles möglich.

Auch die weiteren Fahrer sind für RAAM Verhältnisse noch recht dicht dran, unter anderem auch Palle Nielsen, der die 50-59 Klasse anführt.

Seana Hoogan hat eine längere Pause eingelegt und ist von Nicole Reist eingeholt worden. Die „Berggeiß“ fährt wirklich ein sehr konstantes Rennen bis jetzt und macht einen guten Eindruck. Ob Seana Probleme hat oder nur eine längere Schlafpause gemacht hat konnte ich nicht ermitteln.

Leider hat Juliana Buhring ein DNF stehen, genaues gab es von der Crew noch nicht zu erfahren.

Damit gibt es jetzt offiziell 5 DNFs. Noch immer eine recht gute Quote für diesen Zeitpunkt des Rennens.

Es werden jetzt allerdings noch weitere hinzukommen, denn der Timecut in Durango ist offiziell 81 Stunden, wobei die Rennleitung entscheidet, d.h. wenn einer nach 81,5 Stunden dort ankommt wird er wahrscheinlich nicht aus dem Rennen genommen. (ab Rennalter 60 ist der Timecut 87 St.)

Mindestens vier, fünf Fahrer kämpfen da gerade recht aussichtslos gegen das Zeitlimit, aber wie gesagt die Rennleitung entscheidet.

In Durango werden auch ggf. Zeitstrafen abgesessen, Julian Eisenbeis hatte ein 15 Minuten Penalty, das ihm die WoMo Crew eingebrockt hat, die anderen Toptenfahrer sind ohne durchgekommen soweit ich das gesehen habe.

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