RAAM 2018 – Die Wüste ist geschafft, ab jetzt geht es bergauf

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Das Race Across America 2018 könnte ein schnelles Rennen werden. Erste Bedingung dazu ist, dass es in der Wüste nicht zu brutal heiß ist. D.h. natürlich für RAAM-Verhältnisse.

Wenn man nicht dafür trainiert hat und sich nicht akklimatisiert hat, ist es natürlich brutal bei Temperaturen von 40 bis 45 Grad Celsius Radrennen zu fahren, aber für vorbereitete RAAM-Fahrer ist das eine eher noch moderate Temperatur. Drei Grad mehr können da schon einen riesen Unterschied machen. So gesehen, ist das 2018er RAAM also in dem Bereich vom letzten Jahr.

Ein großer, für die Fahrer positiver Unterschied, ist allerdings, dass der Anstieg nach Flagstaff hinauf offensichtlich nicht so heiß ist wie letztes Jahr. Wenn die Fahrer also nun aus der Wüste rauskommen und sich über den Yarnell Grade und die weiteren Steigungen hinauf auf’s Colorado Hochplateau schrauben, dann haben sie auch tatsächlich die Hitze erst mal hinter sich gelassen und spüren eine spürbare Abkühlung.

Am besten Nutzen konnte die Bedingungen bis jetzt wie erwartet Christoph Strasser. Der ist schneller unterwegs als letztes Jahr und ist schon an TS 9, hat also Flagstaff schon erreicht und die fiese Streckenerweiterung über Campo Verde schon hinter sich.

Ein Time Station zurück liegen Ralph Diseviscourt, Nicole Reist und Thomas Mauerhofer. Alle drei fahren bis dahin ein super Rennen und scheinen auch gut durch die Wüste gekommen zu sein. Berhoch fahren können alle drei zweifellos (Tourtur de Suisse Gewinner vor der „Berggeiß“, vor Höhenmeterweltrekordler), die sollten sich jetzt wohl fühlen.

Super liegen im Moment auch Andres Rodriguez Soto und Michael Conti. Conti hatte 2015 das Race Across the West gewonnen, hatte sich von seinem 2016er RookieRAAM aber sicher mehr versprochen. Ich denke dieses mal wird er auf die Distanz gesehen vielleicht doch vorne eine Rolle spielen können. Andres war letztes Jahr der erste Mexikaner der ein Solo RAAM in Angriff genommen hat, musste aber leider an der TS 51 ein DNF schreiben, weil ihm die Zeit ausgegangen war. Mal schauen wie er sich dieses Jahr schlägt, er liegt momentan jedenfalls auf Kurs.

Bei den Frauen liegt Nicole Reist, mit ihrem dritten Gesamtrang natürlich vorn. Dahinter liegt nun Kathy Roche-Wallace eine TS zurück und wiederum eine TS vor Seana Hogan.

Alberto Blanco, den ich auf’s Podium getippt hatte ist leider schon raus. Er hatte einen langen Stop an der TS 3, viel zu früh im Rennen, und hat an TS4 aufgegeben. Schade. Bis jetzt gab es insgesamt nur drei DNFs, also noch hat das RAAM seine Zähne noch nicht gezeigt.

Aber noch ist es sehr sehr früh im Rennen. Die Athleten müssen jetzt die zweite Nacht überstehen, die Crew merkt nun, wenn das erste Adrenalin verflogen ist, dass das RAAM auch sehr fordernd für die Supportteams ist. Es wird also noch viel passieren die nächsten Tage und die Reihenfolge wird sich neu sortieren.

Ein Kommentar

  1. Lieber Guido, ich beobachte das RAAM auch (schon seit Jahren). Aber trotzdem ist es ein Vergnügen und sehr interessant deine Einschätzung und Zusammenfassung des Rennverlaufs zu lesen. Danke dafür. Bin schon auf die Fortsetzung gespannt!

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