RAAM Vorbereitung Update

Die akute Phase der RAAM Vorbereitung hat begonnen. Die ersten Teilnehmer streichen schon die Segel. Leider ist auch Scott Ragsdale dabei. Auf Grund eines Todesfalls in der Familie seiner Crew Chefin hat er auf nächstes Jahr verschoben. Das tut mir sehr leid. Ich wäre gerne gegen ihn gefahren. Nach seinem Scheitern letztes Jahr hat er sich extrem gut vorbereitet und Marko Baloh als Trainer engagiert. Ich glaube ich habe fünf Trainingslager gezählt und er hat eine deutlich andere Trainingsstrategie gewählt als ich. Mit vielen sehr langen Einheiten.

Welche Form des Trainings (und welche Trainingsphilosphie unserer Trainer) sich durchgesetzt hätte wäre sehr interessant zu erfahren gewesen…

Auch für andere Starter ist es nicht ganz einfach wirklich sicher an der Startlinie zu stehen. Es ist durchaus schon im Vorfeld ein Kampf, organisatorischer Art, finanziell und natürlich trainingstechnisch. Mir geht es da nicht anders. Noch habe ich kein zweites Rad, noch keine ordentliche Sitzposition, das Wohnmobil muss ich nun seltsamerweise zwei Monate im Vorraus zahlen, ein Physio fehlt mir noch und im Training läuft es gerade überhaupt nicht.

Zumindest vom Training her scheint es bei den anderen super zu laufen. Was bei mir da gerade los ist kann ich gar nicht richtig sagen. Obwohl die Leistungsdiagnostik ok war, und ich zwei, drei Tage danach ordentlich trainiert habe, musste ich schon wieder zwei Tage hintereinander das Training abbrechen.

Ich habe mich zwar nach Rückkehr aus den USA gezwungen wieder nur drin zu fahren um mich mit mangelnder Kühlung  durch den Fahrtwind auf die Wüste vorzubereiten, aber das allein kann’s eigentlich nicht sein. Gestern bin ich erstmals draußen gefahren, und obwohl nur fünf Stunden auf dem Programm standen habe ich nach einer Stunde abgebrochen. Das habe ich vorher noch nie gemacht. Ich kann nicht mal sagen ob es der Kopf oder die Beine sind. Vor allem kann man die verlorengegangenen Umfänge nicht einfach nachholen. Vielleicht hätte ich doch die Flandernrundfahrt fahren sollen. Auch wenn man da natürlich ein Verletzungsrisiko hat, so wäre das ein guter Anlass gewesen sich zu quälen, vor allem mit der Motivation der Wettkampfsituation. Allerdings wäre das auch ein teures Wochenende geworden, das Geld stecke ich lieber ins RAAM.

Letzlich sind die paar fehlenden Stunden dann aber auch nicht mehr ganz entscheidend für das RAAM. Ich bin eher von mir selbst enttäuscht, wenn ich meinen Trainingsplan nicht hundertprozentig umsetze. Am Wochenende werde ich aber einen längeren Test mit zwei Nächten fahren. Da erhoffe ich mir ein paar Erkenntnisse für die Schlafstrategie in den ersten drei Tagen. Und natürlich ist das ein gutes Training für die ganze Crew. Ich freue mich drauf, denn das wird sicherlich ordentlich Spaß machen. Und bei drei Tagen sollte es wohl auch nicht ununterbrochen regnen.

Da ich noch kein zweites RAAM Fahrrad habe, kam ich gestern Nacht irgendwie auf die Idee meinen CycloCross Rahmen mit der alten Di2 neu aufzubauen. Dabei habe ich auch gleich das Roubaix zerlegt. Krass wie sehr die Anbauteile unter dem Ergometertraining leiden. So geil es auch ist, wenn man sein Rad einspannen kann und damit indoor trainieren kann, aber die zwei Liter Schweiß pro Stunde führen dazu, dass das Zeug nach wenigen Wochen aussieht als wäre es frisch vom Wrack der Titanic geborgen worden…

Rotten_Parts

Erstaunlich was für eine Salzkruste unter dem Lenkerband innerhalb von wenigen Wochen entsteht, und wie die Gelpads verrotten durch die Indoorbelastung.

Da meine emotionale Bindung zum Material aber eher gering ist, ist mir das irgendwie auch ziemlich egal. Wegen mir kann alles was ich beim Rennen nicht brauche bis dahin verrosten, und selbst mein RAAM Fahrrad kann an der Ziellinie zu Staub zerfallen, wenn es nur bis dahin hält und ich rechtzeitig in Annapolis ankomme!

 

 

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