Rund um das Stadtheater Gießen

Heute morgen auf dem Weg zum Frühstück treffe ich Marco am Stadtheater. Und entschließe mich spontan doch für das Radrennen „Rund um das Theater“ zu melden.

Zwar ist ein 20 Kilometer langes, flaches Kriterium ungefähr genau das Gegenteil von dem was ich sonst so fahre, aber wenn so eine Veranstaltung schon mal bei mir vor der Haustür stattfindet, und auch noch bei strahlendem Sonnenschein, dann muss man das einfach nutzen.

Blöd nur, dass ich gestern das erste mal seit längerem wieder Beine im Fitnessstudio trainiert habe und anschließend 175 Kilometer mit 250 Watt im Schnitt gefahren bin. Eigentlich sollte ich mich heute also besser erholen.

Anyway, ich werde ein bisschen mitrollen, die Fahrt durch das abgesperrte Gießen genießen und hoffen, dass ich sturzfrei durchkomme. Die restlichen Teilnehmer scheinen durchweg deutlich jünger zu sein und alle in Radsportvereinen organisiert. Meine Ziel ist also nur, nicht überrundet zu werden.

Ich freue mich trotzdem drauf. Anschließend dann man bei den Elitefahrern noch ein bisschen schauen wie die mit einem 50er Schnitt da um die Ecken schießen…

[Update 22:00 Uhr]

Um 16:50 Uhr ist es dann soweit, der Startschuss zu meinem ersten Kriterium. Ich weiß natürlich, dass es mein Hauptziel ist nicht Letzter zu werden, aber ich denke mir, wenn ich vorne dranbleiben kann und nicht abreißen lasse, kann ich vielleicht auch mithalten.

Blöd nur, dass für mich schon vor der ersten Kurve alles gelaufen ist. Beim Start komme ich nicht richtig ins Pedal und als ich drin bin ist schon alles vorbei, ich fahre als Letzter dem Feld hinterher. Wie peinlich ist dass denn.

Ich trete zwar ordentlich rein, aber da noch an die Gruppe ranfahren, dass kann man komplett vergessen. Alleine im Wind kämpfe ich die ersten Runden, schon etwas frustrierend. Dann hole ich einen ein, der hat reißen lassen. Der hängt sich an mich dran, und ich hoffe wir können zu zweit uns vielleicht an die Gruppe ran arbeiten, aber er hängt nur im Windschatten. Einmal zwinge ich ihn vorbeizufahren, aber der fährt total langsam, strengt sich nur an wenn er in meinem Windschatten ist. Mist.

Irgendwann kann ich ihn abschütteln, und dann überholt mich der Führende, der sich wohl von der Gruppe abgesetzt hat. Ich hänge mich dran und fahre von nun an immer am Hinterrad des Führenden. Manchmal „attackiere“ ich, um zu sehen was der denn so an Leistung raushaut. Er überholt mich schon wieder, aber der Unterschied ist nicht gerade groß. Also absetzen kann ich mich nicht. So bleibe ich hinter ihm und wir überholen einen weiteren Fahrer, der hat reißen lassen und noch einen weiteren, der sich aber hinten dranhängt.

Ich habe völlig den Überblick verloren wieviele Runden wir denn nun gefahren sind. Während es sich anfangs schon nicht so gut angefühlt hat in den Beinen, weil ich ja auch ordentlich überpacet habe um vielleicht an die Gruppe ranzufahren, fühle ich mich jetzt so langsam wohl, aber da sind es dann laut Sprecher nur noch vier Runden zu fahren.

Eine Runde später treffe ich dann auf Marco und überhole noch einen weiteren Fahrer. Schließlich in der letzten Runde übersprintet mich der Typ der noch am Hinterrad hing, ich halte allerdings auch nicht dagegen, ist mir dann auch egal.

Also das war zwar mein erstes Kriterium, aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Viertletzter von zwanzig Fahrern, schon recht enttäuschend. Vor allem weil ich schon in der ersten Runde alles vergeigt habe. Bei dem (relativ) hohen Tempo, von knapp 40 km/h im Schnitt hat man alleine im Wind nicht den Hauch einer Chance an die Gruppe ranzukommen.

Aber so war’s halt, nächstes mal besser machen. Immerhin hatte ich die Unterstützung der Edelfans in Minimalbesetzung. Und gestürzt bin ich auch nicht.

[/Update]

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