Sitzpositionsanalyse bei CycleFit

Nach der Absage des Alpenbrevet war erst mal die Luft raus. Zwar bin ich noch den ein oder anderen Kilometer gefahren, aber zum Teil sogar ohne Leistungsmessung, und auch ohne Trainingsziel. Für mich eher ungewöhnlich.

Heute aber hatte ich einen Termin auf den ich mich schon lange gefreut habe. Denn auch wenn ich den Ötzi ohne jegliche Probleme an den Kontaktpunkten gefahren bin, und auch wenn ich die fast 750 gefahrenen Kilometer des Schweizer Radmarathon ganz gut überstanden habe, so wollte ich mir doch nochmal ein Feedback holen von jemandem der viel Erfahrung mit der Biomechanik auf dem Rad hat und vor allem viel Kontakt zur Praxis, also den Leuten die dann auch wirklich viele zehntausend Kilometer auf dem Rad verbringen, sprich Profis und Topamateure.

Durch einen Artikel in einem Radmagazin und etwas Internetrecherche bin ich auf CycleFit in Bensheim gekommen.

Die haben, wie sich heute auch im Gespräch bestätigt hat, gute Kontakte in der Radbranche, und vor allem arbeiten die auch mit Radprofis zusammen. Also genau das was ich gesucht habe. Abgesehen davon hat mich Retül als unterstützendes Analysewerkzeug doch sehr interessiert. Mir schien, dass das nochmal mehr bringen könnte als eine normale Videoanalyse.

Das meine Position auf dem Rad prinzipiell schon ganz brauchbar ist hatte ich durchaus erwartet, denn wie gesagt beim Ötzi, der ja doch eine ordentliche Belastung darstellt hatte ich keine Probleme, aber gerade im Bereich Füße und Pedalplatteneinstellung war ich mir nicht so sicher, bzw. hatte ich im Training auf längeren Touren immer mal wieder kleine Probleme, die ich gerne abstellen wollte.

Die optimale Radschuheinlage habe ich auch noch nicht gefunden, weder bei footpower (Gießen) noch bei Schuhbert (Brixen), wobei letztere deutlich besser waren. Die Schuhbert bin ich auch bei allen Wettkämpfen gefahren.

So haben wir heute morgen nach einer Tasse Kaffee mit der Analyse begonnen.  CycleFit das ist Britta und Lloyd Thomas. Und Britta stellt auch gleich fest, dass ich etwas versetzt auf dem Sattel sitze, was vor allem von der Fußstellung links herrührt.

Auf dem Teststand mit der Retülverkabelung

So werden nach und nach die vorhandenen Schuhbert Einlagen mit zusätzlichen „Keilen“ optimiert. Ebenso wird die Schuhplattenposition korrigiert und links sogar mit einem Spacer noch etwas erhöht. Auch die Sattelposition wird in der Höhe ebenso etwas korrigiert wie im Abstand zum Lenker.

Auf dem Monitor kann man sehen wie effizient und gleichmäßig der Tritt ist.

Auch die Regenschuhe, bzw. Winterschuhe werden entsprechend bearbeitet, und nachdem das SL3 Roubaix eingestellt ist nehmen wir uns dem neuen Cannondale Supersix Evo an. Da ist zwar noch nicht die richtige Gruppe drauf und auch der Lenker wird noch getauscht, aber die prinzipielle Sitzposition lässt sich schon festlegen, und da der Vorbau und Lenker identisch sein werden mit dem Roubaix kann ich die richtige Position dann einstellen.

Britta Thomas beim Einstellen der Sattelpositon

Das ganze geschieht in lockerer, entspannter Atmosphäre und dauert letztlich fast viereinhalb Stunden. Auch wenn die Veränderungen an der Sattelposition nicht riesig sind, so sind die Veränderungen doch spürbar. Vor allem die Anpassung der Einlagen und der Pedalplatten sind aber deutlich spürbar.

Auf dem Teststand habe ich meist so um 200 Watt getreten, was gut zu meinem GA1 Bereich passt. Das hat sich sehr gut angefühlt. Testen muss ich jetzt natürlich auf längeren Trainingsfahrten und vor allem bei richtiger Belastung am Berg. Ein Bergzeitfahren habe ich noch, mit ca. 20 Minuten und deutlich über 300 Watt, und dann den Saisonabschluss am Pico Veleta, da wird sich zeigen ob die Veränderungen sich auch positiv auswirken und hoffentlich meine Leistungsfähigkeit noch etwas erhöhen, oder ob noch was zu korrigieren ist usw.

Ich hatte zunächst jedenfalls mal einen sehr guten Eindruck von der Vorgehensweise und von den technischen Hilfsmitteln die eingesetzt wurden. Entscheidend ist aber letztlich vor allem was der bzw. die SitzpositionsanalytikerIn sieht, und wie das gesehene und gemessene in Optimierungen umgesetzt wird. Hier verlasse ich mich erstmal auf die Erfahrung von CycleFit und werde die nächsten Fahrten abwarten. Meine Beobachtungen und Eindrücke werde ich sicherlich hier im Blog posten.

5 Kommentare

  1. Hallo, Guido, zum Thema Schuheinlagen: Ich habe mir im vorigen Jahr „Solestar“-Einlagen anfertigen lassen und bin begeistert – eine der besten Investionen bislang in mein Radsporthobby. Testberichte aus Fachmagazinen findest Du hier: http://www.solestar.de/news

    Viele Grüße! Volker

  2. Hallo Volker, danke für den Tipp!

  3. Ich habe jetzt einige Kilometer mit den modifizierten Einlagen gefahren und das war schon richtig gut. Kommende Woche sollten die Einlagen von CycleFit kommen, dann werde ich nochmal ein Feedback posten.

  4. Wie bist du nach über einen Jahr zufrieden mit dem Bikefitting?
    Würdest du sagen es hat sich gelohnt?

    • ja es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich war noch ein zweites Mal da um die Position für die RAAM Quali zu bauen, und die war perfekt. Obwohl ich vorher noch nie mit Aerobars gefahren bin, habe ich mich die ganzen 27 Stunden extrem wohl gefühlt.

      Man muss es halt immer wieder machen, da sich durch das Training, und andere Umstände die optimale Position immer wieder ändert, so dass man die Position sinnvollerweise anpasst.

      Also Fazit, ja lohnt sich auf jeden Fall.