Tag 02 Folkestone – Eastbourne

Wetter: meist sonnig etwas diesig, 7° bis 15°
Tageskilometer: 123
Gesamt zurückgelegte Kilometer: 140
Tages-Fahrzeit :7:20 h
Gesamte Fahrzeit: 8:36 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,7km/h
Tageshöhenmeter: 953
Gesamt Höhenmeter: 1241
Maximale Steigung 15%
Maximalpuls: 186
Durschnittliche Pulsfrequenz: 142

Um 6:30 gibt’s ein full english breakfast, so dass ich um 7 auf dem Fahrrad sitze und durch das erst langsam erwachende Folkestone fahre.


Die Steigungen halten sich zunächst in Grenzen und es geht sogar ordentlich bergab bis auf den Meeresspiegel und ich kann entspannt ein paar Kilometer an der Uferpromenade entlang fahren.


Das erstaunliche ist, dass der Wind tatsächlich so in etwa aus Osten kommt, was Rückenwind bedeutet. Unglaublich. Die ersten Versuch den Fahrradweg 2 weiter zu verfolgen enden auf einem recht idyllischen Fußgängerweg, auf dem Fahrräder verboten sind, was ich aber erst merke als der Weg vor einem Tor endet und ich ein ganzes Stück zurückfahren muss. Als ich dann die richtige Straße wiedergefunden habe, kommt die erste der angekündigten “bösen” Steigungen. Extrem heftig. Wenn ein Norweger oder Alpenanrainer eine Straße den Berg hoch baut, dann liegt die Steigung meist unter 10%, schließlich gibt’s ja Serpentinen. Der Enländer nimmt einfach den kürzesten Weg nach oben und teert das ganze dann.
Ganz klar hier hat die Dampfmaschinen und Verbrennungsmotor Lobby ihre Finger im Spiel gehabt, viele Stücke liegen zwischen 13 und 15%.

Zwar gibt es keine hohen Berge, aber die Länge der Anstiege macht aus den Beinen gerne mal Laktatvorratsbehälter…

Zunächst richte ich mich nach den Straßenschildern einerseits und Karte und Kompass andererseits. Aber irgendwie will das nicht recht zusammenkommen. Ich schiebe das zunächst auf meinen mangelnden Orientierungssinn und das komplizierte einsortierne von west, ost und wie diese Richtungen alle heißen.

Als ich dann aber zum wiederholten male irgendwo im nichts oder in der völlig falschen Richtung lande, wenn ich den Fahrradwegschildern folge, fange ich auch langsam an an der übrigen Beschilderung zu zweifeln.
Letztlich komme ich zu dem Schluss, dass die Beschilderung Südenglands von Monthy Python übernommen wurde und fahre ab da nur noch mit Karte und Kompass, bzw. Frage Einheimische. Von denen weiß aber auch nur so grob jeder zweite wo der übernächste Ort ist. Die dies wissen und denen ich erzähle, dass ich nach Hastings will erklären mir unisono mit skeptischem Blick auf das Fahrrad, dass das unglaublich weit wäre sie mir aber trotzdem viel Glück wünschen würden?!

Impressionen 1 Fahrradweg:


Impressionen 2 kein Fahrradweg:

Impressionen 3


Obwohl der Wind meist günstig steht ist mein Schnitt sehr langsam, es gibt schlicht immer wieder mal heftige Anstiege. Während einstellige Steigungsprozente regelrecht entspannend wirken, gibt es meist doch ordentlich was zu kämpfen.

Noch einstellig…

So schminke ich mir mein erstes Teilziel Brighton recht schnell ab und begnüge mich mit Hastings. Die Schlacht von 1066 ist das geschichtliche Datum, das mir am allermeisten Präsent ist, keine Ahnung warum aber das ist natürlich ein muss. Die Kopie des berühmten 74m Wandteppichs, die Angeblich dort zu sehen sein soll, wird schon seit 5 Jahren nicht mehr ausgestellt, sorry Baedeker das war nix!

Hastings Strandpromenade:

Das Schlachtfeld und das entsprechend Museum liegt ein Stück nördlich von Hastings, im Ort Battle. Interessant sich den Schlachtverlauf zeigen zu lassen und dann selbst über diese Orte zu laufen.

Kaum zu glauben, aber hier haben sich tausende von Normannen und Anglo-Sachsen abgemetzelt:

Da das Wetter so gut ist und es noch früh ist, fahre ich weiter Richtung Easbourne. Zunächst gibt’s noch eine heftige Steigungen, und etwas anstrengende Abfahrten, da der Seitenwind teils heftig in Böen kommt muss man echt aufpassen, dass man bei 30km/h oder mehr nicht einfach umgeworfen wird, außerdem sind die Straßen gerne mal mit 5-10cm Qeurfugen im Abstand von 10 bis 15m versehen, was immer recht heftige Schläge in Fahrrad gibt.

Blick ins Hinterland

Dann wird’s aber flach und der Wind kommt günstig, so dass es rollt ohne Ende. Die Sonne scheint, das Fahrrad läuft extrem gut, so machts echt Spass, so dass ich sogar überlege noch weiter zu fahren als Eastbourne, aber für den ersten Tag reichts mit den Kilometern, und ich mache mir keinen Stress bei der Zimmersuche.


Auf dem Weg nach Eastbourne:
Strand von Eastbourne:

Typischer geht’s kaum noch:

Fazit: Ein guter erster Fahrradtag bei schönem Wetter, der aber auch einen ordentlichen Vorgeschmack auf die kommende Quälerei gab.

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