Tag 2: Der erste komplette Tag auf dem Rad

Die erste Nacht beginnt mit einer Komplikation. Bei der Grenzkontrolle von Kalifornien nach Arizona werden alle Pässe gecheckt. Alle schließt auch den Racer mit ein und als bemerkt wird, dass Guidos Reisepass im Wohnmobil ist, wird das Ganze zu einer notgedrungenen Pause. Als dann auch noch alle Klappen des Wohnmobils, das sich zum Gkück nur 6 Meilen entfernt befindet, inspiziert worden sind geht es weiter. Immer den anderen blinkenden Lichtern nach in eine kühle Nacht.
Guido kämpft etwas mit sich: Erst ist es der Sattel, dann die Kleidung, dann die Muskeln, was ihn zusätzlich zu zwei Plattfüßen immer wieder zu kleinen Pausen zwingt. Ebenso ist die Ernährung noch ein Thema: er isst gerne in den Pausen, ungern auf dem Rad, was wertvolle Zeit kostet. Sein Fahrstil und sein Tempo sind aber super, daher bläut ihm das Team unentwegt ein: Mehr Fahren, weniger stehen.

Der Tag hält Hitze bereit und davon reichlich, was beim Crew-Wechsel kurz nach Time-Station 04, Parker, noch nicht so auffällt, soll wie auch an Tag 1 die Crew und allen Fahrern zu schaffen machen. Der Wechsel der Crew im Following-Car findet wieder passend um 7.00 Uhr statt: Das bedeutet, dass Guido einfach weiterfahren kann und die Crew vom direkten Folge-Modus (Direkt-Follow, immer nachts) in den begleitenden Modus (Leapfrog-Modus) wechseln kann. Wertvolle Zeit, wertvoller Rhythmus von Guido, der nicht verloren geht.
An Time-Station 6 befindet sich ein Pool und Duschen, die von der Crew gerne in Anspruch genommen werden. Die Jungs und Mädels dort führen eine für RAAM-Teilnehmer super Time-Station, an der sich dementsprechend viele Crews einfinden. Während „Media Guy“ Saron noch die Verfolgung von Marco Baloh durch Christoph Strasser live miterlebt, kommt Guido circa 3 Stunden später an. Von der Hitze gezeichnet, aber mit einem guten Tempo. Sein Plan vor dem RAAM: Bloß nicht an TS6 anhalten, hier haben die Oberschenkel-Probleme begonnen. Sein Plan als er ankommt: Ich muss aufs Klo. Nach kurzer Pause gehts weiter auf eine sehr steile Strecke mit zwei durchaus ernst zu nehmenden Anstiegen in Richtung Prescott.
Guido liefert am Nachmittag, wie er in den zwei Tagen vielleicht noch nicht geliefert hat. Tolles Tempo, super Eindruck auf dem Fahrrad, kaum Pausen. Er fliegt den ersten Anstieg hoch, von den kleinen Zweifeln der Nacht nichts zu spüren, die Sonne hat er längst als Partner akzeptiert. Während im Morgengrauen Gerhard Gulewizc noch in weiter Ferne war, pirscht er sich jetzt an ihn heran. Henning Larsen aus Dänemark hat er davor schon links liegen lassen. Das Rennen ist noch lang und über Platzierungen darf an dieser Stelle noch nicht einmal spekuliert werden, aber man merkt, wie gut Guido ein paar Anker, an die er sich klammern kann, tun. Die Follow-Car Crew und das Media-Car sind bei ihm: Anfeuern, Abbiegung anzeigen, Wasser und Nahrung anreichen.
So kann man vor der zweiten Nacht nur immer wieder betonen: Es sind noch ein paar Meilen bis Annapolis und kurzzeitige „Up and Downs“ sind dabei ständig im Wechsel. Mal sehen, was die Nacht bringt. Der Crew geht es insgesamt gut, aber die erste Nacht praktisch ohne Schlaf hinterlässt natürlich seine Zeichen. Es gibt keine festen Schichten, was natürlich das ständige Abstimmen unerlässlich macht. Durch die vielen Pausen und die für die meisten vollkommen neue Herausforderung leidet natürlich jeder ein bisschen. Aber die Stimmung insgesamt ist gut und davon geprägt, auch für den anderen einzuspringen und die eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen.






9 Kommentare

  1. Hi Guido,
    ich hoffe, du bist noch gut beieinander.Es scheint jedenfalls von hier so aus, als würde deine Taktik aufgehen.Wie bei unseren Ausfahrten klebe ich an deinem Hinterrad und gebe dir allen Beistand, den ich von hier aus geben kann.

    P.S
    An Saron,ich wünsche mir mehr Bilder von der Crew.
    LS

  2. Wahnsinn – jetzt sind die ersten 24 Std rum. Hier wird es schon wieder Nacht… und während wir schlafen und morgen den Feiertag genießen, leistet ihr UNGLAUBLICHES!!
    Guido, wir denken ganz fest an dich und senden ganz viel Kraft und Ausdauer an dich und dein Team!
    Mich würde auch interessieren, wir es der Crew so geht und wie ich mir so euren „Arbeitsalltag“ vorstellen muss bzw wie ihr euch organisiert?
    Drück dich, Katrin :-)
    @ Saron – tolle Bilder und danke, dass du uns immer updatest!

  3. Schau nach vorn und gib Gas.
    Gutes gelingen und viel Rückenwind.
    Dem Team alles gute, gebt alles!
    Grüße aus Waldgirmes
    Franz

  4. Hallo Guido und Crew,
    Bin ein Freund von Jörg und verfolge wieder Deinen RAAM Ritt und bin genauso fasziniert wie beim letzten Mal. Auch wenn alles etwas professioneller daherkommt als bei Deinem ersten Start, bleibst Du der Fahrer immer noch der, der es bewältigen muss und auch wird!
    Mich begeistern Menschen, die vieles in ihrem Leben einem Traum unterordnen und dafür Opfer bringen. Bei all den Strapazen und Qualen die Du sicherlich haben wirst, denk immer daran DU willst das machen und Du wirst das Ziel mit Deiner Zielsetzung schaffen!! In diesem Sinne der Crew gute Nerven, Dir viel Kraft und Power, aber vor allem schnelle Beine!
    LG Michel

  5. Hi Guido,
    hi Leute,
    der Rythmus ist gefunden, Guido Du bist stark,
    Ihr seid ein super Team.
    Viele Grüße ins „will be great again“
    Thomas

  6. Hey Guido, hey Katrin!
    Wir sind live dabei und „verfolgen“ euch. Toll, dass wir euch gerade im Video senden konnten! Gehen immer mal wieder auf das Tracking auf der RAAM Seite und schauen wo ihr seid… Diese Gebirge die wir da zwischendurch sehen, lässt unsere Augen groß werden. Am Sonntag sind wir Rad gefahren und ich war auf meine 70 km schon stolz, aber wenn ich daran denke, was du da gerade leistest, ist das natürlich nix.
    Also immer schön weiter rund kurbeln und „leckeren“ Pudding essen und brav aufs Team hören Guido ;-) Und Saron, mach echt mal ein paar mehr Fotos von der Crew im Hintergrund. Ist ja auch echt wichtig, was ihr da alles „ungesehen“ leistet.
    Guido, wir sind bei dir und wünschen dir alle Kraft und Durchhaltevermögen. Die Daumen sind stetig gedrückt!!!! Und Katrin fühl dich umärmelt.
    Bis später mal! Markus und Sabrina

  7. Hi Guido, liebes Team!
    Das klingt super, dass du nach dem kleinen erzwungenen Passstop (kommt Pass eigentlich von unpässlich?) nun so gut im Tritt bist! Wir hoffen, dass du die zweite Nacht gut gemeistert hast und nun mit vollem Elan und Dampf in den Muskeln die nächste Etappe ebenso erfolgreich in Angriff nimmst.
    Wir verfolgen die spannend verfassten nahezu authentischen Berichte und freuen uns jetzt schon auf weitere Highlights und tolle Fotos.
    Hau rein, lass die Pedale glühen!!!
    Voller Ehrfurcht und Demut vor deiner gigantischen Leistung grüßen dich und dein Team
    Roger und Ute
    Roger und Ute

  8. Schön das es so gut klappt.

    Weiter so

  9. Hallo Guido

    Grüße aus Süd -Hessen – Pfungstadt.

    Das sieht richtig gut aus, klasse wie du fährst und Boden gut machst.
    Das freut mich sehr ,also weiter treten, den Marco Bahlo holst du noch vor Annapolis ein .
    Viel Kraft und Gesundheit und Spaß soweit möglich.
    Mit sportlichen Grüßen
    Bernd Polster