Tag 22 Dublin

Wetter: meist sonnig
Tageskilometer: 5
Gesamt zurückgelegte Kilometer: 1809
Tages-Fahrzeit :0:17 h
Gesamte Fahrzeit: 102:57 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,8km/h
Tageshöhenmeter: 22
Gesamt Höhenmeter: 23003
Maximale Steigung 10%
Maximalpuls: —
Durschnittliche Pulsfrequenz: 168

Nach der Nacht auf der Fähre tut die frische Luft beim „disembarking“ erst mal sehr gut. Ich habe zwar keine Fahrradklamotten an, aber der Nautica Fleecepulli hält auch den Wind etwas ab, so dass es trotz Temperaturen zwischen zunächst 7 und 10° kein Problem ist mit dem Fahren.

Bis ins Zentrum sind es so etwa 5 Kilometer, auf denen ich schon mal mitbekomme, dass hier verkehrstechnisch ein anderer Wind herrscht.


Der Nebel verzieht sich so langsam und die Sonne geht auf, so dass Dublin erfrischend sympathisch wirkt. Ich hatte mir das irgendwie eher „knorrig“ vorgestellt. Keine Ahnung warum, wahrscheinlich weil ich Dublin immer mit den Covern der Dubliners Platten assoziiere. Aber dafür reist man ja, um sich selbst vor Ort einen Eindruck zu verschaffen.




Ziemlich schnell habe ich auch mein Hotel gefunden, das ich gestern noch online gebucht habe. Liegt recht zentral. Und als ich mein Gepäck dort abstellen will kann ich zu meiner Freude schon einchecken, morgens um 7 Uhr!!

So kann ich endlich duschen… Schlafen lege ich mich nicht, sonst kommt man so durcheinander. Stattdessen beschließe ich erst mal den Südteil der Stadt zu erkunden. In der Cafeteria des Trinity College gibt’s ein kleines Frühstück, und nachdem ich mir die Dawson Street und die Grafton Street angeschaut habe und etwas durch den Park St Stevens Green geschlendert bin, kommt der erste Höhepunkt des Tages, die Old Library des College.





Hier ist u.a. das Book of Kells präsentiert und natürlich gibt es den Longroom zu besichtigen, einen langen und hohen Raum, Kern der alten Bibliothek in dem viele alte Preziosen aufbewahrt werden. Bibliotheken liebe ich eigentlich noch mehr wie Kathedralen… Bibliotheken in dieser Form sind ja sowas wie Kathedralen für Bücher. Wobei ich zugegebenermaßen mehr auf aktive Bibliotheken stehe, wo man sich mitten im „Wissen der Welt“ befindet, alles nur einen Handgriff weit weg. Die sehen meistens aber nicht so beeindruckend aus.

Wie auch immer, vom College gehe ich am Merrion Square entlang, auch ein schöner Park, wo es eine etwas andere Statue von Oscar Wilde zu bestaunen gibt. Lässig.


Auf meinem Weg Richtung Osten, vorbei am Nationalmuseum, dass leider wegen Renovierung größtenteils geschlossen ist, zu den Kathedralen komme ich an drei Fahrradgeschäften vorbei. In eins gehe ich auch mal rein, aber mein Material hat’s bis jetzt so gut getan, das mir nichts einfällt was ich kaufen könnte.

Die St. Patricks Cathedral ist natürlich Pflichtprogramm.




Fällt etwas ab gegen die englischen Kathedralen die ich mir bis jetzt angeschaut habe, aber mein Durst ist noch nicht gestillt, und so schaue ich mir die Christchurch Kathedrale ganz in der Nähe natürlich auch noch an.



Hier kann man auch die Krypta besichtigen, wo es ordentlich Gold und Silber zu bestaunen gibt. Im, durch eine Brücke mit Kathedrale verbundenen Haus, gibt es die Dublina zu sehen, mit einer Ausstellung zu den Wikingern in Irland und einer zum mittelalterlichen Leben hier. Ganz interessant aufbereitet. Und man kann hoch auf den Turm, so dass man etwas Aussicht auf die Stadt hat.


Auf dem Weg zurück ins Zentrum nehme ich noch das Dublin Castle mit, das aktuell noch für repräsentative Zwecke verwendet wird. Hier gibt’s eine gut halbstündige Führung die recht interessant ist und auch ein bisschen Info zu Irlands politischer Struktur und Historie bietet.







Insgesamt lege ich doch einige Meilen zu Fuß im Teil südlich des River Liffey zurück und vergesse dabei den Sonnenschutz den ich beim Fahrradfahren natürlich immer habe, so dass ich es im Hotel angekommen doch ganz schön merke, dass der Haarwuchs auf dem Kopf nicht mehr so üppig ist. Auf dem Heimweg mache ich Station im Burger King der an der O Connel Street einen ähnlich guten Blick auf das Getümmel der Stadt bietet wie der Burger King am Picadilly Circus in London.

Überhaupt Getümmel. Die Stadt zeichnet sich durch auffällig breite Straßen und Boulevards aus. Aber wenn man mal stehen bleibt um ein Foto zu machen wird man regelrecht umgerannt. Es herrscht eine eilige Strebsamkeit, der Straßenverkehr ist ein wahrer Kampf. Nicht chaotisch, aber man muss sehen wo man bleibt, egal ob als Fußgänger, Autofahrer oder auch Fahrradfahrer, von denen es hier einige gibt. Die paar Radwege die hier und da gezeichnet sind haben in der Praxis wenig Bedeutung.

Äls ich z.B. morgens gegen acht in die Stadt schlendern will zeigt sich mir ein seltsames Bild. Ich habe ja schon einige Städte aufwachen sehen, aber dass die Menschen die Arme an der Seite, Handflächen nach vorne gewandt, mit stechschrittartigem Gang durch das Gewühl hetzen, war erst mal sehr irritierend. (nicht alle aber sehr viele)

Die attraktivste Sehenswürdigkeit für mich ist übrigens „the Spire“. Eine riesige 126 Tonnen schwere, 120 Meter hohe und 4 Millionen Euro teure, sich nach oben verjüngende Säule aus Edelstahl, die mitten auf der O Connell Street in den Himmel ragt.



Nachmittags probiere ich die neuen Grippenmittel und den Hustensaft aus den ich mir in der Stadt gekauft habe und versuche ein bisschen zu schlafen. Abends geht’s dann in den Temple Bar Stadtteil, irisch essen und zum Abschluss gibt’s im Pub natürlich ein Guinness. Auch wenn’s scheußlich schmeckt.

Ein Kommentar

  1. Hallo, Guido, ich hoffe, dir geht’s mittlerweile besser. Deine Schreibe gefällt mir wie immer gut – nur bist du mit deinem Dublin-Beitrag der kontinentalen Zeitrechnung um einen Tag voraus, denn erst heute ist Freitag. Anyway – keep on rollin’… Es grüßt Bruno