Tag 24 Dublin – Glendalough

Wetter: Regen, Dublin 12° sonst 5 bis 9°
Tageskilometer: 69
Gesamt zurückgelegte Kilometer: 1878
Tages-Fahrzeit :4:02 h
Gesamte Fahrzeit: 106:59 h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,1km/h
Tageshöhenmeter: 892
Gesamt Höhenmeter: 23895
Maximale Steigung 17%
Maximalpuls: 168
Durschnittliche Pulsfrequenz: 129

Der Plan für heute ist eine möglichst lockere Etappe mit um die 50km, was vielleicht nicht ganz so schonend ist, wie ein weiterer Tag in Dublin, aber dort habe ich eigentlich gesehen was ich sehen wollte, und so gewinne ich gleichzeitig etwas Strecke Richtung Süden.

Die Rezeptionistin, die mich auscheckt kommt aus Berlin, und wir plaudern noch etwas und ich bekomme noch ein paar Tipps für meine Route. Mein Hinterreifen hat unterdessen in den zwei Tagen doch deutlich Luft verloren, vielleicht ein schleichender Platten, mal schauen wie sich das entwickelt.

Es geht so flach aus der Stadt wie in Cardiff, allerdings nicht so schön. Die Ausfallstraßen sind zwar eher Autobahnen, aber praktisch bis zur Stadtgrenze mit einem begleitenden Fahrradweg versehen. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit benutze ich den auch, allerdings braucht man einen gesunden Magen, da er teilweise wirklich sehr schlecht ist. Überhaupt sind die Straßen insgesamt eher schlecht.

Nach ca. 15 Kilometern komme ich endlich aus der Stadt raus, allerdings ist es nicht ganz einfach der Autobahn zu entgehen, und riesige Schilder weisen explizit darauf hin, dass es verboten ist dort mit dem Fahrrad zu fahren.

Das erste Ziel sind die Powercourt Gardens, allerdings fahre ich dort nur vorbei, da das Wetter nicht zu einem längeren Spaziergang einlädt. Von dort geht es in die Wicklow Mountains. Da ich die großen Straßen verlasse und das Einzugsgebiet von Dublin verlasse, ändert sich der Verkehr schlagartig, und nur ab und zu kommt ein Auto vorbei.


Wie der Name schon sagt Mountains, es geht also erst mal recht steil bergauf, und dann folgt eine mittlere Steigung die sich über fast 20 Kilometer hinzieht. Die Landschaft ist sehr schön, zumindest das was ich davon sehen kann, da es teilweise stark regnet und recht diesig ist.



Bei Glencree, an einer interessanten, trotz Regen romantisch scheinenden Brücke treffe ich seltsamerweise auf einen deutschen Soldatenfriedhof. Laut Inschrift zum Gedenken an die gefallenen Soldaten im ersten und zweiten Weltkrieg. Es hängt dort eine deutsche Friedhofsordnung und alles ist sehr gepflegt und recht frische Kränze liegen dort. Ich hatte keine Ahnung, dass überhaupt deutsch e Soldaten hier während der Weltkriege in Irland gekämpft haben, offensichtlich auch mit und nicht gegen die Iren. Hm, das Bedarf der Recherche, es gibt zwar ein Visitorcenter, dass vielleicht ein paar Antworten verspricht, aber da kann ich nicht rein, da ich komplett nass und kalt bin, so dass ich danach elend frieren würde.



Also fahre ich erst mal weiter, es geht durch ein Hochmoor, und irgendwann erreiche ich tatsächlich das Ende der Steigung. Mittlerweile sind es nur noch 5° und auf der Abfahrt bläst mir heftiger Gegenwind entgegen, was die Fahrt deutlich verlangsamt. Ist mir aber ganz recht, denn durch den Regen ist die Bremswirkung natürlich nicht so gut wie unter trockenen Bedingungen und man kann eh nicht schneller wie um die 25 bis 30 km/ fahren, da es sonst in den engeren Kurven knapp wird.



Schließlich öffnet sich vor mir ein schönes, etwas wildes Tal, eingeleitet von einem kleinen Fluß, der sich den Hang hinunterstürzt. Die Abfahrt entlang des Tales entlastet etwas vom Klettern vorher, allerdings werde ich durch den Fahrtwind und die Verdunstungskälte der nassen Klamotten doch ordentlich heruntergekühlt.
Ich hatte mich heute morgen gegen Handschuhe und Trikot entschieden, was sich als suboptimal erweist.



Anyway, am Ende der Abfahrt ist es noch ein Kilometer bis Glendalough. Auf dem Weg dorthin sehe ich schon meine potentielle Unterkunft. Fahre aber erst mal bis zum Visitorcenter. Aus dem gleichen Grund wie in Glencree verzichte auf den Besuch innen drin und den Videofilm, sondern fahre stattdessen soweit es geht etwas von dem Rundweg mit dem Fahrrad. Da entlang zu wandern kommt aus dem gleichen Grund ebenfalls nicht in Frage.



So fahre ich zurück zum B&B, das zu einem Restaurant gehört. Gegenüber gibt es eine Tankstelle mit Shop, also perfekt. Der Preis ist aktzeptabel, ich bekomme ein kleines Appartment damit ich mein Fahrrad mit rein nehmen kann, was die Gelegenheit zum Kette ölen usw. bietet.
Das Restaurant ist mir etwas zu gehoben, so dass es recht teuer ist (vielleicht aber auch nicht, denn in Dublin war das Essen genauso teuer) und die Portionen recht klein. Anyway im Tankstellenshop hole ich mir noch ein paar Kleinigkeiten und dann das übliche Essen und im Bett liegen. Zum Glück läuft im TV Snooker WM.
Ich hoffe das hört bald auf und ich kann mal wieder richtig was unternehmen.

Ein Kommentar

  1. Hi Guido,
    Pollen-Alarm??? Wäre eine Alternative zur Erkältung… Der Herr Lehnhäuser hätte bestimmt gern die Snooker WM mit dir gesehen – dazu hatte er in Oppenrod keine Chance… Ich wünsche dir gute Besserung, schalte mal einen Gang zurück – du hast noch ca. 10 Wochen Zeit! Nice weekend!