Tour de Kärnten 2015 Fazit

Nach einer Woche Tour de Kärnten fällt mein Fazit recht gemischt aus. Irgendwie war ich nicht hundertprozentig fit, und noch dazu wurden mir die Nachteile meines Übergewichtes deutlich vor Augen geführt.

Andererseits, habe ich gegen Ende wieder eine Ahnung davon bekommen was mich zum steilberghoch fahren gebracht hat, auch wenn ich noch nicht ganz den Enthusiasmus der letzten Jahre entwickeln konnte. Vor allem der letzte Tag hat sich richtig gut angefühlt. Gerne wäre ich noch etwas länger gefahren.

Länge ist auch genau das, was mir bei der Tour de Kärnten etwas gefehlt hat. Die normalen Etappen waren nur um 90 Kilometer lang, das ist schon ziemlich kurz. Nach ca. drei Stunden ist alles vorbei. Das lässt einem zwar viel Zeit zur Regeneration bis zum Start am nächsten Tag, aber andererseits hatte ich immer das Gefühl, gerade wenn der Motor richtig angesprungen ist kommt auch schon das „1000 Meter bis zum Ziel“ Schild.

So war für mich auch von Anfang an klar, dass ich hier keine gute Platzierung machen kann. Für mich ging es vielmehr darum den linken Oberschenkel zu testen, endlich mal wieder einen Wettkampf zu fahren, endlich mal wieder in den Alpen Rennrad zu fahren.

Ein bisschen besser hätte ich mich schon gerne geschlagen im Feld, aber die Streckenführung hat schon jeweils früh nach der Startfreigabe mit Steigungen im zweistelligen Prozentbereich das Feld sortiert, so dass die guten Bergfahrer und Topleute sich schnell absetzen konnten.

Die Streckenführung insgesamt fand ich recht gelungen, leider kam nie so wirklich alpines oder gar hochalpines Feeling auf, zum einen durch das mäßige Wetter (die Wolken verhinderten jegliche Weitsicht), zum anderen sind wir auch keine wirklich hohen Passübergänge gefahren, das „Dach der Tour“ lag nur bei 1600 Metern, das Bergzeitfahren wurde gekürzt.

Das war möglicherweise auch gut so, denn die Schneefallgrenze rutschte ja sogar unter diese 1600 Meter Marke und über mangelnden Niederschlag konnten wir uns nicht beklagen. Da die Etappenlängen aber wie gesagt nicht groß waren, war das eigentlich kein Problem. Auch die Abfahrten waren alle gut zu fahren. Selbst die vom Tourdirektor als gefährlich eingestuften Abfahrten erwiesen sich nicht als tückisch. So kam auch das ganze Feld, soweit mir bekannt, ohne größere Blessuren davon.

Das ist auch für mich letztlich das Wichtigste, dass ich ohne Sturz durch diese sechs Etappen gekommen bin, und dabei in den Abfahrten einigermaßen vernünftig gefahren bin.

Die Organisation der Tour war an sich gut. Leider gab es aber auf der Website etwas wenig Info vor allem zum Rücktransport an den Startort. Denn die Etappenziele lagen doch immer zwischen 40 Radminuten und einer Stunde von Ossiach entfernt. Ich habe mich schnell daran gewöhnt, aber wenn man alles gegeben hat und komplett verschwitzt im Ziel steht, dann nochmal auf’s Rad ist, vor allem bei schlechtem Wetter nicht optimal.

Das man die ganze Zeit im selben Hotel bleibt schien mir der größte Vorteil gegenüber dem Peakbreak, aber dafür hat man dann eben die Transportetappe nach Hause. Der Busrücktransport wurde nicht gerade offensiv vermarktet und schien auch nicht immer hundertprozentig zu funktionieren, bzw. man musste je nach Ankunftszeit sehr lange warten.

Im Vergleich zum Peakbreak fiel mir auf, dass im Ziel etwas weniger Stimmung ist, abgesehen vielleicht von der Bergankunft am 3. Tag. Möglicherweise liegt es auch daran, dass beim Peakbreak die Anforderungen einfach viel höher sind, und das Beenden jeder Etappe schon ein Erfolg ist, wobei die Streckenführung noch dazu von meist beeindruckenden Bergpanoramen geprägt ist. Es ist halt auch gefühlsmäßig ein Unterschied ob ich nach 170 Kilometern noch den Monte Zoncolan bezwinge oder das Kitzbüheler Horn, oder ob ich nach 92 Kilometern in St. Urban ankomme. Die Streckenführung bei der Tour de Kärnten ist nicht so spektakulär.

Allerdings spricht die TdK auch ein anderes Publikum an. Der Termin liegt sehr gut um die Tour als Saisonvorbereitung zu nutzen, und durch die Streckenlänge fühlen sich sicher viele Radrennfahrer angesprochen, mehr noch als die Marathonisti. Ein kleiner Kritikpunkt ist noch der fehlende Fotoservice. Da gab es gar keinen, das ist schon schade. Muss ja nicht professionell sein, aber den ein oder anderen Schnappschuss hätte ich schon gerne für das Blog gehabt.

Anyway, die Tour de Kärnten ist überstanden, jetzt heißt es sich auf den ersten Saisonhöhepunkt in zwei Wochen zu konzentrieren.

Um dort eine Chance zu haben mein ambitioniertes Ziel von „unter 1:30h“ zu erreichen muss ich nun noch etwas Gewicht verlieren und hundertprozentig gesund sein. Dann, und nur dann habe ich wenigstens die theoretische Chance in die Nähe dieser Zeitmarke zu kommen. Vor allem aber muss ich auf jeden Fall versuchen dort die erste Startgruppe zu halten um ggf. nächstes Jahr einen zweiten Anlauf auf die 1:30 h starten zu können.

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