Tour de Kärnten Tag 4

Nachdem es zweimal geklappt hat, dass wir trotz Regenvorhersage trocken durch über die Renndistanz gekommen sind, denke, dass wir das heute auch schaffen werden., Aber schon als ich zum Start gehe regnet es. So gehe ich nochmal zurück und wechsle die Klamotten.

Der neutrale Start ist wieder sehr entspannt, mehr noch als gestern. Und schon kurz nach dem Startschuss geht es wieder ordentlich berghoch, so dass sich das Feld schnell sortiert. Ich versuche eine Weile vorne dran zu bleiben, dann aber nach der ersten „richtigen“ Steigung bleibe ich in einer größeren Gruppe hinter der Spitze zurück.

Auch im nun folgenden etwas flacheren Abschnitt stehen immer wieder kleine Anstiege im Weg, teils durchaus steil. Den „Gipfel“ des folgenden Anstiegs nehme ich gar nicht recht war, ich versuche nur an der Gruppe dran zu bleiben.

Die Abfahrt ist ok, aber vorne und hinten ergibt sich ein Abstand zu den anderen Fahrern. Als die Strecke wieder abflacht bin ich zunächst allein, dann schließt aber gleich ein weiterer Fahrer auf und wir fahren zu zweit. Vor uns sind zwei Gruppen in Sichtweite. Wir versuchen uns an die hintere der beiden heranzukämpfen. Das kostet einige Körner, denn die Gruppe ist nicht klein, aber wir kommen immer näher, was nochmal zusätzliche Motivation gibt.

Wir schaffen es tatsächlich die Gruppe zu erreichen und erholen uns etwas im Windschatten. Dann aber ist die Gruppe doch etwas zu langsam und wir fahren nach vorne um mit den anderen die zweite, noch immer in Sichtweite fahrende Gruppe zu erreichen.

Letztlich sind es nur vier, fünf Leute aus der Gruppe die Tempo machen, aber wir können tatsächlich auch die zweite Lücke zufahren und schließen zu der ersten Gruppe auf. Sehr geil.

So kann ich mich in der nun recht großen Gruppe ganz gut erholen. Denke ich jedenfalls. Aber in der nächsten Steigung werde ich dann nach und nach abgehängt. Ist mir so drastisch noch nie passiert, ich bin der letzte in der Gruppe und verliere den Anschluss, sogar die Mädels hängen mich ab. Wie frustrierend.

In der folgenden Abfahrt hole ich niemand ein und fahre dann eine ganze Weile allein, sehr blöd, da das eine gute Strecke für eine Gruppe wäre. Ohne Windschatten verschieße ich hier doch einiges an Pulver ohne besonders schnell zu sein. Allerdings gefällt mir die Landschaft trotz des regnerischen Wetters hier recht gut, so dass ich die Fahrt sogar etwas genießen kann.

Schließlich holt mich Manfred, den ich schon von einigen anderen Events kenne mit Marlies der Drittplatzierten der Gesamtwertung und zwei weiteren Fahrern ein. War ich doch nicht der Letzte der großen Gruppe? Komisch.

Wir fahren in fies hügeligem Gelände. Immer wieder kommen kleine teils steile Wellen die es zu überwinden gilt, dabei regnet es heftig. Wir wechseln uns zum Teil ab, aber durch die immer wiederkehrenden Steigungen ist der Gewinn nicht so groß.

Dann geht es in die Abfahrt. Irgendwie finde ich mich vorne wieder und ich scheine tatsächlich am schnellsten runterzukommen, was doch eher ungewöhnlich für mich wäre.

Unten überlege ich zu warten aber es kommt niemand, und ich kann auch niemand sehen. Also fahre ich allein. Die Beine sind ok. Trotzdem schaue ich mich immer mal wieder um, aber es ist niemand zu sehen.

Dann aber doch, und ich warte auf den Fahrer, auch wenn der nur langsam näher kommt. Mensch mach voran, nicht soviel Zeit vertrödeln. Schließlich erreicht er mich, aber zu meiner Enttäuschung muss ich feststellen, dass er gar nicht zum Rennen gehört. Mist. Wir unterhalten uns kurz, aber mir ist nicht nach reden, sondern ich fahre ja ein Rennen hier!

Es geht mittlerweile wieder bergauf und ich setze mich etwas von meinem Begleiter ab. Noch immer wundere ich mich, dass die anderen zurückgeblieben sind, dabei ist Manfred eigentlich der bessere Abfahrer.

Die Straße wird wieder flacher, nur leicht steigt die Strecke an, und dann kommt tatsächlich der Manfred mir der Marlies von hinten an. Es ist aber nicht mehr weit bis zum Ziel. Und da ist auch schon die 1000 Meter Marke, nach meiner Rechnung vier Kilometer zu früh.

Ich versuche die beiden noch zu einem Endspurt zu motivieren, aber die machen nicht mit. Und so gebe ich nochmal alles und versuche auch den heftigen kleinen Schlussanstieg ins Ziel nach St. Urban zu „sprinten“.

Geschafft, völlig durchnässt und kalt stelle ich mein Fahrrad ab. Es gibt Suppe, das ist gut. Und es gibt Birnen, das ist sehr gut. Lang halte ich mich aber natürlich nicht auf, denn ich muss ja noch durch den kalten Regen zurück nach Ossiach fahren.

Ich habe kein einziges Foto gemacht, die Bedingungen und die Schulter haben es nicht zugelassen, aber es wäre sowieso nicht viel zu sehen gewesen, Regen halt und Wolken.

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