Trainingslager Fuerteventura 2016 Tag 13

Auf dem Program heute stehen sechs Stunden „Höhenmeter im mittleren G2 Bereich sammeln“. Wenn es optimal läuft könnte ich vielleicht die 3000er Marke knacken.

Um möglichst viele Anstiege möglichst dicht zusammenzuhaben muss ich zunächst nach Süden fahren. Über die FV-2 fahre ich bis zur Costa Calma und dann über die FV-605, die ja bis Pajara einige Steigungen bereithält, wieder nach Norden.

Der Wind bläst wie gewohnt aus Norden, so dass ich ab La Pared auch schön Gegenwind habe auf dem langen geraden Stück bis zum Mirador Astronomico. Die Beine funktionieren einigermaßen, obwohl ich heute morgen etwas zäh aus dem Bett gekommen bin und auch etwas mehr Zeit beim Frühstück verbracht habe, weil ich nicht recht auf Touren gekommen bin.

Als aber so ca. 800 Meter vor mir ein anderer Radfahrer sichtbar wird ist mein Ehrgeiz geweckt und ich arbeite mich langsam heran. Es dauert eine ganze Weile, aber in den etwas flacheren Passagen kann ich gut Meter gut machen, da er dort etwas die Beine hängen lässt. Zu meiner Enttäuschung muss ich allerdings, als ich noch so ca. 100m weg bin, feststellen, dass es kein Rennradfahrer, sondern ein sportlicher Mountainbiker ist. Wir kämpfen also mit ungleichen Waffen.

Anyway, als er mich bemerkt hält er schon etwas dagegen, aber in einem 4% Abschnitt kann ich mich in den Auflieger legen und schön vorbeiziehen ohne meinen Trainingsbereich zu verlassen. Wir grüßen uns kurz, dann geht es in den Schlussanstieg, den ich aber nicht ganz bis oben durchziehe, sondern kurz vorher biege ich ab nach Cardon.

Die Atmosphäre auf dieser Strecke ist irgendwie besonders. Vielleicht liegt es an der Straßenführung, vielleicht an der besonders kargen Landschaft. Jedenfalls sie birgt noch einige Gegenanstiege bevor es auf recht schlechtem Straßenbelag steil bergab geht.

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Ich stoße auf die FV-50 von wo ich nach ein paar Kilometern abbiegen kann in Richtung Las Hermosas. Sicher der herausfordernste Abschnitt den ich auf der Insel bis jetzt gefunden habe. Mit einer steilen Rampe geht es los und die Steigung gibt auch nach der ersten Kurve nicht sonderlich nach. Hier ist natürlich nix mit mittlerem G2, ich kurbele hoch so gut ich kann. Macht aber trotzdem Spaß.

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Zur Abwechslung gibt es dann eine flotte Abfahrt, der Belag ist aber nicht ideal um wirklich genussvoll schnell zu fahren. Der Gegenwind hilft dabei im Trainingsbereich zu bleiben. Wieder auf der FV-605 angelangt fahre ich in umgekehrter Richtung wie vorhin um nach einer Schleife über die FV-2 wieder auf die FV-50 zu kommen und den Anstieg nach Cardon von der anderen Seite in Angriff zu nehmen.

Der Anstieg hat eine ganz brauchbare Länge und nachdem man auf die FV-618 abgebogen ist, zieht auch die Steigung ordentlich an. Zwischendurch geht‘s dann über 10+% auf sehr schlechter Piste. Ist doch ganz schön anstrengend. Ich bin froh wenn ich diesen zwar schönen aber anstrengenden Abschnitt hinter mir habe und die normalen Steigungen nach Pajara fahren kann.

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Ich glaube nicht, dass ich heute wirklich die 3000er Marke knacken kann, trotz der Streckenwahl habe ich noch lange nicht genug Höhenmeter zusammen, dabei bin ich schon über dreieinhalb Stunden unterwegs. Irgendwie ist heute auch nicht mein Tag, alles fühlt sich etwas anstrengender an als die Tage zuvor.

Bis Pajara zieht sich dann folgerichtig die Strecke etwas. Diesen Abschnitt und auch den folgenden bis Betancuria und die letzte Steigung aus dem Ort heraus kenne ich ja mittlerweile schon im Schlaf. Trotzdem ergeben sich immer noch ganz schöne Eindrücke.

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Ich überlege kurz direkt bis Antigua abzufahren, schließlich bin ich doch etwas platt, ziehe dann aber noch eine Schleife über Llanos de la Concepcion. So kommen nochmal ein paar Höhenmeter dazu. Ich fürchte nur, dass mir die Getränke ausgehen.

Meine Schleife führt mich von hinten unter die dunklen Wolken die nun über der Mitte der Insel liegen und prompt bekomme ich nochmal etwas nasse Straße und Regen ab. Und wie prognostiziert gehen auch die Getränke aus.

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Doch die letzte halbe, dreiviertel Stunde werde ich schon noch rumkriegen, zumal ich ja vom Wind geschoben werde.

Es geht auch fast auf, die letzten Kilometer merke ich allerdings wie mir die Körner ausgehen. Erstmals bei diesem Trainingslager bin ich am Ende einer Fahrt so richtig platt. Aber die kleine Gegenwindpassage und den letzten Hügel zum Hotel schaffe ich dann auch noch, vor allem da ich noch zwei Radfahrer vor mir habe an denen ich mich „orientieren“ kann;)

Kein schlechter, aber ein zwischendurch etwas zäher Trainingstag geht zu Ende. Immerhin 2700 Höhenmeter sind es geworden bei sechseinhalb Stunden. Ich hoffe morgen zum Abschluss habe ich dann nochmal gute Beine.

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