Trainingslager Fuerteventura 2016 Tag 3

Ich entschließe mich tatsächlich die Kamera zugunsten einer weiteren Wasserflasche im Hotel zu lassen. Das ist wohl das erste mal seit meiner GB/Irland Radreise 2009, dass ich ohne Kamera unterwegs bin. Das Handy hat natürlich eine Kamera, eine gute sogar, aber auf dem Rad ist das nicht zu handhaben.

Ich fahre diesmal in Richtung Norden, wobei mein Ziel Pajara ein guter Startpunkt für den 20 min CP Test ist. Die Strecke bin ich 2013 ja recht oft gefahren, und so kann ich mich bald wieder erinnern. Das sollte zeitlich ungefähr hinkommen, denn erst mal heißt es ordentlich warm fahren mit einer Dreiviertelstunde G1 und zwei EB Intervalle zum Aufwärmen.

Heute morgen wäre ich am liebsten in ein Strandcafe gegangen statt Rad zu fahren. Der Ruhepuls war zu hoch, die SPO2 erstaunlich niedrig. Ein Hauch von Kopfschmerz nervt. Das Zimmer ist zwar eigentlich ok, aber irgendwie ist hier eine seltsame Luft, die ich auch durch extensives Lüften nicht wirklich verbessern konnte.

So ist auch das erste EB Intervall recht anstrengend und mir ist so gar nicht nach 20 min „all out“ zu Mute. Das zweite Intervall ist dann schon besser. Und da gerade die Steigung anfängt kürze ich die Erholungszeit etwas ab und los geht es in den Anstieg in Richtung Betancuria. Ich versuche die moderate Steigung zu nutzen um recht gleichmäßig zu fahren, fange allerdings etwas zu vorsichtig an. Dann kommt der Wind ins Spiel und es erfordert die volle Konzentration, da jeder Richtungswechsel den Widerstand sprunghaft verändert.

Die ersten fünf Minuten dauern länger als gedacht… Die zweiten fünf Minuten ziehen sich noch mehr. Trotzdem fürchte ich, dass mir die Strecke ausgeht. Dieser verdammte Anstieg ist noch nicht mal 20 Minuten lang! Der dritte „Fünfer“ geht eigentlich ganz gut und ich könnte jetzt noch was zulegen, aber ziemlich genau nach 15 Minuten geht es wieder bergab. Ich fahre gegen die Bremse und der heftige Gegenwind unterstützt mich etwas, aber trotz aller Anstrengung gibt es immer mal eine Kurve wo ich nicht mit voller Power treten kann. Mist, so ist das Ergebnis doch etwas verfälscht.

Anyway, ist jetzt so, muss Björn halt irgendwie mit einberechnen. Eins ist aber klar, die Form ist nicht ganz so gut wie 2013 zu diesem Zeitpunkt.

Dafür geht es mir jetzt etwas besser als heute morgen. Klingt seltsam ist aber so.

Bis Betancuria lasse ich es moderat angehen, die Steigung aus dem Ort heraus nutze ich für das erste G2 Intervall. Wobei die erste Kurve deutlich über 10% ansteigt, da muss man doch etwas mehr als G2 auf‘s Pedal bringen (zumindest mein G2 bei meinem Gewicht…)

Ich überhole eine Gruppe Radfahrer, allerdings nur sehr langsam, da ich den Leistungsbereich nicht verlassen will. Die haben tatsächlich Musik laufen. Sorry aber wie albern ist das denn. Ich halte ja schon nicht wirklich viel davon sich draußen im Training oder gar Wettkampf mit Musik über Kopfhörer zuzudröhnen, im Wettkampf ist das gefährlich, im Training muss jeder selbst wissen, aber die erbärmliche Mucke auch noch allen anderen um die Ohren zu blasen, ich bin echt sprachlos.

Mir bleibt nur mich etwas von der Gruppe abzusetzen, aber ausgerechnet der Musikradler holt mich wieder ein und gibt mir noch eine Kostprobe seines miesen Musikgeschmacks. Zum Glück muss der sich oben erst mal erholen und hält am Begleitfahrzeug zum Essen und Trinken.

Puh, nur schnell in die Abfahrt und weg.

Ich fahre noch etwas nach Norden in Richtung La Olivia, aber noch vor Tinday biege ich ab in Richtung Osten. Schließlich stehen heute nur viereinhalb Stunden auf dem Programm und es hat sich bis jetzt immer bewährt Björns Trainingspläne einzuhalten.

Ich fahre bis Puerto del Rosario und dann aber gleich wieder westlich, über Casillas del Angel zurück in Richtung Antigua und die bekannte Strecke über Tuineje zurück zum Hotel.

So habe ich ziemlich genau die viereinhalb Stunden auf der Uhr und auch wenn der Energieumsatz eigentlich etwas hoch ist, kann ich mich nun ordentlich erholen und morgen dann die erste längere Einheit fahren.

Um noch ein brauchbares Foto für’s Blog zu bekommen nehme ich einen kleinen Nachmittagssnack in Tarajalejo. Blog schreiben mit Blick auf’s Meer, ein paar Meter über den schwarzen Strand schlendern, nicht schlecht.

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Abends runde ich den Tag dann noch mit anderthalb Stunden im wirklich brauchbaren Fitnessstudio der Anlage ab. Jetzt freue ich mich sogar etwas auf die erste längere Einheit morgen.

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