Trainingslager Fuerteventura 2016 Tag 7

Mein Plan für heute lautet Richtung Norden fahren, bis kurz vor Casillas del Angel, und dann durch die Berge im Westen zurück bis ungefähr La Pared. Damit sollte ich meine Vorgaben aus dem Trainingsplan, nämlich viereinhalb Stunden zu fahren und dabei einige Höhenmeter zu sammeln, umsetzen können.

Obwohl ich wie schon die letzten Tage um kurz vor neun Uhr losfahre ist es heute zunächst recht kühl, der Radcomputer zeigt 13° C. Das käme mir ja sehr entgegen, denn dann komme ich auch mit den Getränken besser hin. Ich habe nämlich zugunsten der Kamera wieder auf die vierte Flasche verzichtet.

So fahre ich die zentrale Strecke über Tuineje und Tiscamanita bis hinter Antigua. Diese Strecke hat zwar einige „Roller“ und es geht, vor allem in die Orte hinein, auch mal etwas steiler berghoch, aber im Großen und Ganzen kann man hier schön dosieren und G1 fahren, wenn auch gegen den Wind dann nicht so schnell.

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Hinter La Ampuyenta biege ich dann auf die kleine FV-207 ab, die auf zunächst gutem Asphalt durch Almacigo hindurch führt. Dadurch spare ich mir einen Anstieg und lerne auch noch eine neue Strecke kennen. Ich komme am Kreisel zur FV-20 raus und fahre dann durch Llanos de la Concepcion in die Steigung hinauf zum Mirador de Morro Velosa hinein.

Vorgabe ist niedriges bis mittleres G2, ich fahre aber eher mittel bis hoch, liegt vielleicht auch etwas an meinem Wintergewicht… Die Steigung ist aber gut zu dosieren. Anfangs ist der Belag gut, als es aber in den kurvigeren Teil weiter oben geht, wird der Belag ziemlich rau. 2013 haben mich die schlechten Straßenabschnitte sehr genervt, dieses Jahr kann mich dass nach den Erfahrungen beim RAAM, Glocknerman und vor allem Race Around Ireland nicht beeindrucken. Vor allem da ich ja jetzt keine tausende Kilometer in den Knochen habe, sondern recht erholt auf der Strecke bin.

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Die Beine gehen gut, nur das linke Knie muckt etwas, aber da kann ich eh nichts machen. So schraube ich mich bis zu den zwei (ehemaligen) Königen Fuerteventuras nach oben und stürze mich dann in die Abfahrt nach Betancuria. Wobei stürzen etwas übertrieben ist, denn richtig steil ist die Abfahrt nicht.

Hinter Betancuria lege ich mich gemütlich in den Aufleger und kann mit solidem G1 mit einem Motorroller mithalten. Die Straße fällt leicht ab und es hat Rückenwind.

Mittlerweile ist es doch recht warm geworden, mindestens genauso wie die letzten Tage. So knallt die Sonne mittlerweile ganz gut, während ich Vega de Rio Palmas passiere und in den nächsten Anstieg fahre. Auch der ist moderat. Auffällig ist, wie ruhig es hier ist. Nur meine Kette macht etwas Geräusche und eine Kettenblattschraube knackst ganz leicht. Die Kette wäre sicher etwas leiser, wenn ich sie vor der Abfahrt ins Trainingslager noch getauscht hätte, die ist nämlich eigentlich fertig, aber ich habe einfach nicht mehr daran gedacht. Dabei liegt eine neue sogar zu Hause.

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Anyway, das Fahren macht Spaß und da der Anstieg moderat bleibt, meist schwankt er um sechs Prozent, ist auch das Dosieren kein Problem. Oben angekommen geht es in die Abfahrt nach Pajara. Wenn man sicher sein könnte, dass kein Gegenverkehr kommt, könnte man die ohne einmal zu bremsen bewältigen. So muss man an einigen Stellen kurz etwas vom Gas, trotzdem eine schöne Strecke, könnte nur etwas steiler sein…

In Pajara fahre ich direkt auf die FV-605. Erst geht es noch etwas geradeaus, mit nur mäßiger Steigung, dann zieht die Strecke etwas an und es geht „richtig“ berghoch. Auch wenn der Anstieg keine alpinen Ausmaße hat, so macht es doch Spaß. Es folgt eine Zwischenabfahrt, aber insgesamt ist der Anstieg ein ganzes Stück länger als der erste hinauf zum in Richtung Morro Velosa. Das mit den Getränken wird hinhauen, das zeichnet sich schon ab, trotz der jetzt intensiv strahlenden Sonne.

Die Landschaft ist recht „wüst“, der Verkehr moderat. Die Beine funktionieren gut. Noch immer grummelt das linke Knie.

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Als ich am Mirador Astronomico ankomme, dem höchsten Punkt des Anstieges, geht es direkt in die Abfahrt. Nach zwei etwas steileren Serpentinen führt die Straße geradeaus, bergab und der Wind bläst von hinten. Superschnell wird man nicht, dafür ist sie nicht steil genug, das könnte aber bei „normaler“ Fuerteventura Windstärke anders sein. Allerdings kommt auch immer mal eine Böe von der Seite, die sind dann natürlich auch stärker, mal schauen wie sich das entwickelt, die Strecke bin ich bestimmt nicht zum letzten Mal gefahren.

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Ich überlege bis La Pared zu fahren, will aber nicht zu sehr überziehen, so biege ich etwas vorher ab auf die FV-56 in Richtung Las Hermosas. Dort treffe ich gleich zu Beginn einen anderen Rennradler. Wir fahren ungefähr gleiches Tempo in dem jetzt welligen bis leicht bergigen Gelände, so kommen wir ins Gespräch. Durch die nette Unterhaltung vergeht die Strecke recht schnell bis zur Kreuzung auf die FV-511. Dort biege ich in eine andere Richtung ab.

Mit der Zeit müsste ich so grob hinkommen, ich fahre allerdings nicht direkt auf de FV-2, sondern noch eine Schleife über Tesejeraguie und Tuineje, so kann ich noch ein paar Höhenmeter sammeln und gehe mit der Dauer auf Nummer sicher.

Insgesamt auch heute ein gutes Training. Das Höhenmeter sammeln ist hier allerdings nicht so leicht, nur knapp 2000 Höhenmeter habe ich zusammenbekommen, dabei bin ich alle nennenswerten Anstiege in der Runde gefahren. Das ist auf Lanzarote doch einfacher.

Zum Blogschreiben fahre ich nach Pozo Negro. Bei lecker Fischsuppe und Tortilla an einem recht einsamen Strand. Fühlt sich an wie Urlaub, nur das linke Knie grummelt noch, mal schauen wie das morgen wird…

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