Trainingslager Fuerteventura Fazit

Nach dem Trainingslagerdesaster auf Lanzarote im März, als ich pünktlich zum Trainingslagerbeginn krank wurde und die erste von zwei Wochen praktisch nur im Bett herumlag, war der Jahresabschluss in Fuerteventura ein schöner Gegenpol.

Ich konnte alle geplanten Trainingsinhalte umsetzen. Das bei über siebzig Stunden Training das Sightseeing etwas kurz gekommen wäre kann ich eigentlich nicht sagen. Per Fahrrad habe ich fast die komplette Insel erkundet, und was mit dem Fahrrad während des Trainings nicht zu machen war habe ich am freien Tag per Auto gemacht.

Das liegt natürlich auch daran, dass Fuerteventura nicht sehr groß ist und hauptsächlich aus karger Stein- oder Sandwüste besteht. Auch kulturell gibt es nicht viel zu erkunden. Eine reine Strandurlaub- oder Trainingsinsel.

Ich hatte mir die Insel ausgesucht wegen des zu erwartenden heftigen Windes, und den habe ich auch meist bekommen. So konnte ich bei einem sechs Stunden Training 3,5 bis 4 Stunden gegen den Wind ackern und dann 2 bis 2,5 Stunden bei hohem Tempo fliegen. Eine schöne Kombination aus PsychoNervVerdammterWindWasWillstDu Training und quasi Motortraining ohne Moped oder Auto.

Das Wetter und die Temperaturen sind zum Training mit ca. 18° C im Schnitt eigentlich ideal, gerne hätte ich aber meine Wärmeschutzkleidung getestet. Dafür war es aber bei weitem nicht warm genug. Aber natürlich ist das eine schöne Abwechslung zum Ergometertraining, bzw. zum Teils schmuddeligen Wetter zu Hause.

Die Anlage Las Playitas, in der ich mich eingebucht hatte, ist prinzipiell schon auf Sportler ausgerichtet. Mit dem 50 Meter Schwimmbecken auch sehr gut für Triathleten geeignet, ein großes Fitnessstudio, Turnhalle, Golfplatz usw., sieht erst mal gut aus. Ist aber nicht immer zu Ende gedacht. Das Fitnessstudio hat Mittagspause und macht schon um 20 Uhr zu, so dass ich eine zweite Einheit Kraft im Studio vergessen konnte. Sehr schade. Das Frühstück war sehr gut, alles was man braucht gab es und noch deutlich mehr.

Aber trotzdem werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr dort buchen, denn das versprochene WLAN auf dem Zimmer ist eine glatte Lüge. Das funktioniert nur an manchen Tagen und dann auch nicht so, dass man z.B. einen Blogeintrag mit Bildern hoch laden könnte. Dafür kostest es 7 (in Worten sieben) Euro pro Tag. Das ist lächerlich. WLAN gehört zu einem Hotelzimmer wie fließend Wasser und eine Dusche. Hotels die das anders handhaben streiche ich aus meiner Liste.

Die Lage des Hotels war allerdings sehr praktisch und es gibt nicht so viele sinnvolle Alternativen. Ganz im Norden sein Lager aufzuschlagen halte ich für etwas problematisch auf Grund der Windverhältnisse. Im Süden geht nicht, da man durch die Autobahn vom Rest der Insel abgeschnitten ist. Auf Fuerteventura gibt es nicht so viele Möglichkeiten wie auf Lanzarote, wo es einige Orte gibt an denen man sich als Radfahrer niederlassen kann, und dann guten Zugriff auf alle Strecken hat.

Unabhängig von der Unterbringung ist ein Mietwagen unabdingbar, es sei denn man will die komplette Zeit in der Anlage verbringen. Das wäre überhaupt nicht mein Ding. So konnte ich doch auch einige kulinarische Köstlichkeiten kennenlernen und mir Weihnachtsspektakel auf spanisch anschauen. Erfahrungen die ich nicht missen möchte…

Ein spektakulär gutes Gericht habe ich kennengelernt, das ich sicher zukünftig in meine „Ernährungspläne“ einbauen werde: Rührei mit Morcilla (dulce) und Apfel. Der Hammer!

Ich habe mich an Björns Vorgabe, kein Energiedefizit aufzubauen, gehalten. Die ca. 6000 KiloKalorien habe ich locker zusammenbekommen. Da sollten doch auch 12000 KiloKalorien beim RAAM möglich sein? Allerdings werde ich während des Rennens natürlich nicht gemütlich im Fischrestaurant am Strand sitzen. Und die Vorstellung am Tag über 500 Kilometer zu fahren liegt mir im Moment noch so fern wie die Vorstellung durch den Ärmelkanal zu schwimmen.

Aber das wird die Aufgabe für die nächsten gut 23 Wochen werden, meinem Kopf zu erklären, dass das eine total gute Idee ist…

Dieses Trainingslager auf Fuerteventura war ein erster Schritt dahin.

 

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