Trainingslager USA Tag 9

Flagstaff liegt nur ca. 110 Km vom Grand Canyon entfernt. Die Gelegenheit wollen wir uns nicht entgehen lassen. Da ich gestern etwas zu lang gefahren bin und nicht so intensiv wie geplant, beschließe ich heute nur kurz zu fahren, dafür aber ein paar Intervalle.

Das schafft uns einen halben Tag für den Grand Canyon. Morgens gegen halb neun fahren wir los, Frühstück gibt es an einer Raststätte an der Interstate 40. Leider gibt es nur die Wahl zwischen Subway und McDonalds, wir entscheiden uns für letzteres. Das Ergebnis ist niederschmetternd, der Müll den wir mit einer einzigen Mahlzeit produzieren enorm. Übrigens ist das beim Frühstück im Hotel oder Motel nicht anders, alles Einweg, inkl. Teller und Besteck. Essen hat hier keine Bedeutung, alles lieblos, „processed“, fett und süß.

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Das „Oatmeal w. fresh fruits“ hat die Lady an der Theke sehr verwirrt, sie wusste nicht, dass es das gibt, die Karte über der Theke konnte sie nicht lesen.

Aber es geht auch anders, wenn man weiß wo, oder wenn man als Fremder Glück hat. Gestern hatten wir ein sehr gutes Essen, sogar alles organic. Unser Motel an der ehemaligen Route 66 ist in einem etwas seltsamen Viertel, wo es aber neben viel Livemusik mit esoterischem Tanz, seltsamen Leuten, und viel Leuchtreklame auch Bio Cafe und ähnliches gibt.

Anyway, nachdem wir auf dem Weg zum Grand Canyon genau einmal im rechten Winkel abgebogen sind und nach unserem Ritt durch die Prärie am Südeingang zum Grand Canyon 25$ Eintritt bezahlt haben, nähern wir uns endlich der Südkante (South Rim).

Der Grand Canyon ist sicherliche eine der beeindruckendsten geologischen Formationen der Erde. Wer schon mal die riesigen Löcher in der Erde, die der Braunkohletagebau in Ostdeutschland hinterlässt gesehen hat, könnte eine Ahnung davon bekommen. Aber jetzt hier direkt zu stehen und diese riesige, riesige Schlucht zu sehen, ist echt Wahnsinn. Ein Trip, der sich gelohnt hat.

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Wir machen Bilder aus allen Lagen und genießen die frische Luft. Außerdem ist es hier trotz der vielen Leute seltsam ruhig.

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Nach einem Mittagessen beim Mexikaner kommt dann die Trainingseinheit für heute. Dabei bleibe ich auf der 180, die führt zunächst durch die Prärie nach Süden und knickt dann ab nach Ost Südost. Die Landschaft ändert sich dann etwas und wird grüner, und nach einigen Meilen auch bergiger. Wir bewegen uns sowieso schon immer auf ca. 2000 Metern Höhe, teilweise geht es auf über 2400 Meter hoch.

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180 in Richtung Süden

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180 in Richtung Osten

Ich versuche EB und G2 Intervalle zu fahren, aber so richtig gut funktioniert das nicht, mir fehlen irgendwie immer so 20 Watt und mehr zur gewünschten Zielleistung. Vielleicht liegt es an der Höhe, vielleicht stecken mir die knapp 3800 Hm von gestern noch in den Knochen. Ich kann es nicht genau sagen. So ist es auch ganz gut, als ich nach knapp zwei Stunden das Training beende und wieder ins Auto steige. Nur nicht plattfahren mitten im Trainingslager, das wäre dumm und kontraproduktiv.

Die Höhe macht eindeutig müde, so dass wir nach Ankunft im Motel in Flagstaff ziemlich platt sind. Marco entschließt sich für ein Nachmittagsschläfchen, ich sollte das eigentlich auch tun, schließlich habe ich die letzten Tage viel zu wenig geschlafen, aber ich gehe stattdessen in ein „interessantes“ Cafe unweit vom Motel. Hier gibt es WiFi und ich gönne mir einen Caffe Latte. Der muss einfach mal sein.

Irgendwie ist das ein seltsamer Laden, auf der Bühne im Hintergrund stehen Leute mit Musikinstrumenten die keine Musik machen, in einem anderen Teil läuft ein etwas schräger Kindergeburtstag und die meisten Erwachsenen hier sind verkleidet. In ziemlich scharfen Klamotten, vom Playboy Häschenkostüm, bis zu ziemlich freakiger Kleidung. Irgendwie ganz cool, zumindest bei den Mädels, etwas irritierend für mich ist, dass die Männer ganz ähnlich Klamotten anhaben. Keine Ahnung was das für ein Laden ist. Aber der Cafe ist gut, es läuft Jazz im Hintergrund ich habe Internet. Ein Paradies.

Morgen habe ich mir zum Ziel gesetzt Utah bis auf zwanzig Meilen nahe zu kommen,  also zwei Timestations, nämlich Tuba City und Kayenta zu machen. Bis Tuba City gibt es genau eine Abzweigung, von da ab die nächsten 70 Meilen zur TS in Kayenta keine. Die Navigation sollte also kein Problem sein…

2 Kommentare

  1. Guido, kein Bild von Playboy-Häschen-Kostümen ?

  2. Oh Peter… denkt bitte im Juni an den eigentlichen Grund der Reise in die USA…
    Ich habe mich eher über den Cafe Latte gewundert… Was ist mit dem Koffein-Entzug??? Klappt ja super ohne deine Supporter… Kaffee, fettiges und ungesundes Essen… was kommt als nächstes? Womöglich „Weggehen“… ;o))
    Viel Erfolg weiterhin!
    Lieben Gruß!