Trainingslager Zypern Tag 3

Nachdem gestern eine etwas intensivere Einheit auf dem Programm stand, ist heute erst mal KH-Nüchterntraining angesagt. Zum Frühstück gibt es Rührei, Joguhrt und etwas Käse und dann geht es auf’s Rad. Immerhin eine Stunde früher als gestern, mit 10 Uhr aber immer noch sehr spät für meine Verhältnisse.

Zunächst gilt es 150 Minuten G1 mit G2 Intervallen zu fahren. Ich fahre zunächst die B6 in Richtug Pafos, will dann um die Stadt herum fahren und möglichst weiter eher am Meer entlang, in der Hoffnung, dass die Strecke relativ flach ist.

Allerdings erweist es sich als schwierig um Pafos herumzufahren. Ich kann nur mitten durch die Stadt, was ich vermeiden will oder aber etwas in die Berge und dann wieder zurück zum Meer.

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B6 in Richtung Pafos

Ich entscheide mich für zweites, es gibt jedoch kaum Querverbindungen  zwischen den Straßen die in die Berge führen, so dass ich recht lange bergauf fahren muss. Dabei ist es nicht leicht die Trainingsbereiche halbwegs einzuhalten, von „lockerem Rollen im G1 Bereich“ ganz zu schweigen.

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Lange Anstiege und 9% Steigungen sind keine Seltenheit. So ist der Energieumsatz in den ersten zwei Stunden recht hoch. Ich fahre die E622 bis fast zum höchsten Punkt auf 1143m, biege aber kurz vor dem „Gipfel“ ab in Richtung Choulou, denn nach 150 Minuten ist ein kleiner Snack angesagt, und hier oben scheint in der Nebensaison alles zu zu sein. Da mir aber so langsam die Kraft ausgeht, bzw. der KH-Mangel sich bemerkbar macht, fahre ich lieber wieder in Richtung Meer, da ist die Chance hoffentlich größer was zu Essen und einen Cafe zu bekommen.

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In einer etwas wilden Abfahrt auf kleinen Sträßchen mit teils heiklem Straßenbelag geht es zunächst ordentlich bergab.

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Aber die Dörfer durch die ich hindurchfahre haben entweder nicht mal irgendwas zum Einkehren, und wenn, dann ist es geschlossen. Schließlich finde ich aber doch noch ein Cafe, zumindest steht es auf dem Schild. Die ältere Dame in Samstagsabends Badeklamotten fegt gerade den etwas heruntergekommenen Raum in dem eine alte Küche steht, sieht aus wie in einer etwas chaotischen Privatwohnung.

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Da ich kein griechisch spreche und sie kein Englisch dauert es etwas bis ich meine gastronomischen Bedürfnisse klar machen kann. Das ich Cafe haben will scheint außergewöhnlich zu sein. Ich bekomme schließlich einen löslichen Kaffee. Und ein Sandwich gibt es auch noch.

Die Weiterfahrt führt dann erst mal steil berghoch, teils im zweistelligen Prozentbereich. Nach der kleinen Mahlzeit geht es zunächst wieder deutlich besser.

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Allerdings gelingt es mir nicht Pafos zu umfahren, stattdessen biege ich in die andere Richtung auf die B7 ein und fahre in Richtung Polis. Das der Ort im Norden liegt und nicht im Westen realisiere ich erst, als ich dort bin.

Das wird knapp, eigentlich sind heute nur 5 Stunden geplant und ein Energieumsatz von 3300 bis 3600 Kj.  Bei den 3600 Kj bin ich längst angelangt. Ich fahre erst an der Nordküste ein Stück entlang und suche eine Möglichkeit eine andere Strecke wieder zurückzufahren, aber letztlich gibt es da nichts sinnvolles.

So kehre ich um und fahre die B7 wieder zurück. Allerdings bin ich jetzt schon ziemlich platt und ich will eigentlich auf gar keinen Fall schon am zweiten Trainingstag überziehen, sonst schleppe ich das die ganze erste Woche mit mir rum und die Effektivität des Trainings leidet. So beschließe ich nur noch die 28 Kilometer bis Pafos zu fahren, der größte Teil müsste eigentlich bergab gehen, und lasse mich dann dort von Katrin abholen.

Eine weitere Pause mache ich noch, nochmal gibt es ein Sandwich, das mit dem löslichen Kaffee spare ich mir und trinke stattdessen so einen ekligen Automatenkakao. Ich sehen mich ein bisschen nach der Cafe Kultur Italiens, oder auch nur Spaniens…

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Als ich die restliche Strecke in Angriff nehme muss ich schnell feststellen, dass es erst mal nur bergauf geht, und dann weiter bergauf und dann wieder bergauf. Frust steigt in mir auf. Ich bin platt, will eigentlich nur noch locker G1 rollen und muss dumm bergauf strampeln.

Als nach der nächsten Kurve immer noch nicht der höchste Punkt erreicht ist, sondern es nochmal lang und recht steil bergauf geht muss ich einfach mal laut schreien und fluchen.

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Nochmal halte ich an, esse ein halbes Stück Kuchen und kämpfe mich dann noch einige Kilometer bergauf, bis endlich, endlich die Abfahrt nach Pafos beginnt. Hier versuche ich die Leistung im G1 Bereich zu halten, was mit meiner Übersetzung von 53-11 meist gerade noch geht.

In Pafos muss ich feststellen, dass die Stadt zu groß ist um sich hier einfach so zu finden. So fahre ich, nachdem ich mein Handy hab fallenlassen und das Glas zersplittert ist, noch ein Stück die B6 in Richtung Hotel, bis mich Katrin endlich aufsammelt und ich den Trainingstag beenden kann. 1000 Kj zuviel Energieumsatz, hoffentlich hängt mir das nicht zu sehr nach.

Morgen geht es in die Berge, dann werde ich es spätestens wissen…

2 Kommentare

  1. Hallo nach Zypern,

    wir verfolgen nicht nur Dein Training, sondern gerade auch den Weltrekordversuch von Chris Strasser. Er hat noch knapp 3 Stunden zu fahren und wird den Rekord von Robic sicher brechen, aber nicht die angepeilten 900 km erreichen. Aktuell sieht es nach 880 – 890 km aus (Robic’s Rekord lag bei 840).
    Viel Spaß noch, wir wünschen Euch noch gutes Wetter und viel Spaß.
    Viele Grüße aus dem Westerwald

    • Danke für die guten Wünsche! Habe eben auch mal die Rekordfahrt gecheckt, sehr sehr cool, gefahren wie eine Maschine, vor allem 277 Watt im Schnitt über 24 Stunden, spektakuläre Leistung!