Oetzifrust

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Ich hatte mir das so vorgestellt: Zwei Monate nach dem RAAM nutze ich die gute Grundlagenausdauer und das geringe Gewicht um beim Ötztaler Radmarathon nochmal unter 8:30 h zu fahren und mit diesem Rennen dann den Kreis zu schließen. Der Ötzi war mein erster Radmarathon und könnte dann auch der letzte sein.

Da ich seit 2010 ununterbrochen Lospech hatte und noch nie einen regulären Startplatz bekommen habe, hatte ich diesen Plan kurz vor dem RAAM schon aufgegeben, als ich doch noch die Möglichkeit bekommen habe einen Startplatz von einem anderen Starter zu übernehmen. (Herzlichen Dank an den Veranstalter und an Josef!)

Durch das kurzfristige buchen und die Umschreibung usw. ist das insgesamt doch recht teuer geworden, so dass mich die zweieinhalb Tage deutlich mehr als 500,- EUR kosten werden. Ein Grund warum ich schon vor dem RAAM beschlossen habe nicht mehr für‘s Radfahren zu bezahlen, vor allem nachdem ich nach drei Jahren Ultracycling finanziell ausgeblutet bin.

Das mit den 8:30 h war ein sehr ambitioniertes Ziel für mich, aber nicht unrealistisch, allerdings hat das RAAM doch einiges an Energie gekostet und innerhalb von zwei Monaten bin ich zwar schon ganz gut regeneriert, aber wirklich überzeugt das gesetzte Ziel erreichen zu können war ich schon nicht mehr. Das Gewicht hat sich auch längst normalisiert, so dass ich sogar mehr wiege als 2013, wo ich die Achteinhalbstundenmarke schon mal in Angriff nehmen wollte. Da war ich wirklich gut drauf und war mir sicher es schaffen zu können, auch da musste ich über einen teuren Umweg den Startplatz erwerben, und dann haben mich Magen-Darm Probleme umgerissen, so dass ich zwar angereist bin aber nicht starten konnte und die Woche drauf beim Alpenbrevet ziemlich gelitten habe.

Und nun ereilt mich anscheinend das gleiche Schicksal wieder. Letzten Mittwoch spüre ich schon beim Aufstehen, dass mich irgendwas erwischt hat, hat sich eher nach Atemwegsinfekt angefühlt. Abends das Training habe ich noch probiert aber sofort abgebrochen. Donnerstag noch gearbeitet, dann war aber Schluss und ich lag praktisch das gesamte Wochenende flach, habe mich extrem geschont. Margen-Darm Infekt. Nachdem es auch nach fünf Tagen nicht aufgehört hat, konnte ich es mit Tannacomp bekämpfen, so dass ich gerade am Dienstag erstmals wieder halbwegs fit war und wenigstens die Vorbelastung für den ja auch noch vorgesehenen Leistungstest fahren konnte.

Diese Leistungsdiagnostik wollte ich auf keinen Fall absagen, da wir ja unbedingt schauen wollten wie sich die Laktatbildungsrate verhält, nachdem beim ersten Test nach dem RAAM da ein sensationell niedriger Wert zu Buche stand. So bin ich am Mittwoch tatsächlich nach Köln zum Test gefahren, dummerweise habe ich morgens schon gemerkt, dass der Magen-Darm Infekt nun anscheinend von einem Bronchialinfekt abgelöst wird. Arhg!

So bin ich den Sprinttest voll gefahren und habe den Rampentest dann früh abgebrochen. Also geben mir die erhobenen Daten im Hinblick auf Training und Ötzi keine sinnvollen Hinweise, aber wir können immerhin schauen was die Laktatbildungsrate macht.

Und nun, zwei Tage vor dem Ötztaler Radmarathon deutet sich auch an, dass die Magen-Darm Probleme zurückkehren, mit anderen Worten ich bin nicht fit. Und den Ötzi angeschlagen zu fahren ist eine unglaubliche Quälerei mit wenig Aussicht auch nur das Ziel zu sehen. Das Hotel kann ich nicht mehr stornieren, der Startplatz ist bezahlt, der Kreis soll sich schließen, aber auch wenn ich heute nach Sölden fahre, ich weiß jetzt schon, dass ich nur mit 40%iger Wahrscheinlichkeit starten kann. Das ist recht frustrierend.

Ich kann mich nicht beschweren, ein sehr sehr erfolgreiches RAAM bestimmt diese Saison. Da sie aber nur aus zwei Wettkämpfen besteht könnte es auch einen 50%igen Ausfall geben. Schade. Vor allem kann ich mich an das Gefühl 2013 erinnern, als gute Bedingungen waren, ich nicht starten konnte, und ich vor Frust am liebsten in die Ache gesprungen wäre.

Mal schauen, entweder werde ich starten, mich extrem quälen um nur überhaupt ins Ziel zu kommen, oder ich werde überhaupt nicht starten können, dann fahre ich mit Katrin irgendwo auf den Berg, nur nix sehen vom Rennen, das schaffe ich nicht nochmal. Oder ich verkrieche mich im Hotel. Da es die einzigen freien Zimmer in Sölden waren, habe ich im 4* Hotel gebucht, statt wie sonst in der 35,- Euro Pension, da sollte sich doch eine Bar finden lassen wo man einen Kamillentee bekommt…

Ein Kommentar

  1. Kopf hoch, quälen würde ich mich nicht, dafür hat dein Körper schon zu viel geleistet in diesem Jahr. Das RAAM könntest du (auch mit einer Zeit unter 8.30h) eh nicht toppen. Nehmt die Zeit als Urlaub auch wenn es vlt. hart ist.

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