Ötztaler Radmarathon 2017 – das Rennen

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Zäh wache ich auf. Es ist 4:30 Uhr und ich habe gerade mal gut zweieinhalb Stunden geschlafen. Ist das hier das Race Across America? Nö, ist nur der Ötztaler Radmarathon, bei dem ich versuche wenigstens halbwegs vorne im Startblock zu stehen, damit ich vernünftig am Kühtai hochfahren kann.

Was für eine ätzende Zeit. Schon vor dem Rennen beschließe ich, dass ich mir sowas nicht mehr antun will. Meine Anfrage ob es eine Möglichkeit gibt als zweifacher RAAM-Finisher, RAAM AK-Sieger, RAAM-Podiumsfahrer in den ersten Startblock eingeladen zu werden wurde höflich ignoriert. Allerdings wurde mir dann die Überschreibung mit Josef vermittelt, so dass ich immerhin überhaupt einen Startplatz bekommen habe, nachdem ich schon durchgehend seit 2010 kein Losglück hatte. Das nächste Mal mache ich es wie anscheinend alle anderen auch und melde sämtliche Freunde und Verwandte mit an. Aber halt, es gibt ja kein nächstes Mal?!

Ich wäre den Ötzi schon gerne unter 8:30 h gefahren bevor ich das Rennen abhake, aber jetzt, gut zwei Monate nach einem wirklich harten Race Across America, ist das wohl eher nicht drin. Andererseits bin ich ja vor zwei Wochen auch ganz brauchbar berghoch gefahren.

Aber da war ja noch der Magen-Darm-Infekt, der erst seit gestern wirklich überwunden scheint. Die sich stattdessen anbahnende Erkältung hat sich nicht durchgesetzt, mein Immunsystem hat anscheinend ziemlich Power im Moment. Selbst Katrins hartnäckigen Husten hat es nun schon seit gut drei Wochen nicht an mich herangelassen.

Zu meiner freudigen Überraschung gibt es im Vaya Sölden auch um 4:30 schon ein vollständiges Frühstück. Auch nicht selbstverständlich, gerne gibt ja es so früh nur ein „Radlerfrühstück“, was auch schon mal aus drei trockenen Brötchen und drei Scheiben Käse bestehen kann… Hier wird „Radlerfrühstück“ sogar mit zusätzlich Nudeln mit Pesto interpretiert. Sehr nett!

Ich habe natürlich um diese Uhrzeit nicht wirklich Hunger, versuche aber nicht zu wenig zu essen, schließlich werde ich jetzt um die zehn Stunden auf dem Rad verbringen. Ich habe beschlossen, wenn ich schon trotz gerade erst überstandenem Infekt starte, das Rennen in Würde zu Beenden. Das heißt für mich, dass ich unter zehn Stunden bleiben möchte. Oder zumindest darum kämpfe. Falls doch alles super läuft, kann ich immer noch die 8:30 h angreifen.

Als ich zum Start rolle geht mir erst auf, dass das Hotel zwar direkt am Start ist, ich aber ja ganz hintenrum über die letzte Brücke fahren muss um in die Startaufstellung zu gelangen. Mist, das kostet wieder hundert Plätze mindestens, denn jetzt um 5:50 Uhr ist hier schon die Hölle los. Und tatsächlich stehe ich viel weiter hinten als 2012, schätzungsweise an Position 2000. Na super, das wird ein schönes Gedränge im Kühtai geben. Und die richtigen schnellen Gruppen werden vorne abgehen während ich hier hinten noch stehe.

Wie die letzten beiden Male auch geht die Stunde am Start recht schnell rum, eben war es noch dunkel, jetzt ist schon schöne Morgenstimmung. Das Wetter ist perfekt, so um die 12 Grad. Auf eine Jacke oder Weste habe ich komplett verzichtet. Im Trikot ist außer der Kamera und dem Handy nur noch Gel und etwas ISO Pulver, da es an den Labstationen keines gibt.

Die Veranstalter haben gegenüber meiner letzten Teilnahme nochmal aufgerüstet und jetzt zwei statt einen Heißluftballon aufgeblasen und zwei statt ein Hubschrauber kreisen über dem Startgelände. Naja, wenn es Spaß macht… Anscheinend muss man immer steigern. Dabei ist das Rennen doch schon seit ich es kenne perfekt organisiert, nur das Startplatzproblem nervt, aber ca. 4500 Teilnehmer ist einfach die natürliche Grenze für so ein Event.

Als der Startschuss fällt und die Ersten losfahren passiert bei mir im Block erst mal nichts. Aber auch gar nichts. Erst dann kapiere ich, dass der 2er Block erst später losfahren darf. Also das ist ja krass, wenn hier einer, selbst ganz vorne im Block, steht, der sieben Stunden fahren kann, hat er trotzdem keine Chance zu gewinnen. Eine Startvariante für die ich keinen Grund sehen kann. Ich fühle mich am Start schon degradiert. Aber natürlich bin ich auf keinen Fall der Siebenstundenfahrer der hier benachteiligt wird…

Dann rollt es aber endlich los und das ist mir dann doch etwas zu langsam. Einige sind am Start recht gemütlich unterwegs, so dass bis aus Sölden raus etwas Slalomfahren angesagt ist. (Warum sind die denn so früh aufgestanden um sich vorne hinzustellen?)

Dann normalisiert sich das aber und das Feld jagt das Ötztal hinunter. Dieser erste Teil ist zwar fahrerisch nicht anspruchsvoll, aber im dicht gedrängten Feld muss man schon aufpassen und Rücksicht walten lassen um sturzfrei durchzukommen. Das gelingt zunächst auch recht gut, ich finde immer Windschatten oder beame mich weiter nach vorne, auch die kurvigen Abschnitte laufen super, bis plötzlich in Längenfeld das Feld fast zum Stopp kommt.

Und da sehe ich auch schon den Grund, ein Fahrer ist schwer gestürzt. Verdammt! Der Notarztwagen ist schon da, er wird schon versorgt, sah aber aus dem Augenwinkel wirklich böse aus. Das erinnert nochmal eindrücklich an das Hauptziel, das ich (und wahrscheinlich alle anderen auch) habe, nämlich wieder heil in Sölden ankommen!

Der Rest bis Ötz läuft dann aber gut und wir kommen in halbwegs vernünftiger Zeit (knapp 37 Min) am Kreisel an. Nun geht es in den ersten Anstieg. Und sofort muss ich für mein Weit-hinten-stehen bezahlen, es ist wildes Gedrängel und kein Durchkommen. Ich könnte zwar theoretisch viel schneller fahren, aber es gibt kaum eine Chance vorbeizufahren. Einige fahren wirklich extrem langsam. Vielleicht eine Taktik um sich Körner aufzusparen. Nervt aber extrem, wenn man schneller könnte und kann nicht. Vor allem gibt es natürlich keine Möglichkeit seinen eigenen Rhythmus zu fahren, was die Beine gar nicht mögen. Und man muss höllisch aufpassen, dass man sich nicht mit anderen Fahrern verhakt.

Fast muss ich sogar stehenbleiben und ausklicken, aber der Pulk bleibt gerade so noch in Bewegung. Ich versuche jede Gelegenheit zu nutzen durch die Menge zu fahren, dann entspannt es sich einen Hauch und man kann tatsächlich etwas fahren. Ich muss zwar immer wieder mal Passagen im Tempo des Pulks fahren, kann dann aber, als es im ersten Ort flacher wird endlich etwas Tempo aufnehmen.

Oje, hier habe ich schon die ein oder andere Minute verloren. Ich versuche mich an den Anstieg zu erinnern, aber ich weiß nur noch, dass im unteren Teil auch flachere Abschnitte zum Erholen kommen und dafür recht weit oben auch sehr steile, über 15%, Anstiege. Ich weiß auch noch, dass ich schon unter zwei Stunden bei der Zwischenzeit oben bleiben muss um die 9 Stunden Marke zu knacken.

Jetzt wo ich mehr Platz habe fahre ich meinen Rhythmus und orientiere mich leistungsmäßig etwas an der Auffahrt Timmelsjoch Nordseite von vor zwei Wochen. Die Beine gehen auch gut, allerdings kriege ich nicht so richtig gut Luft, habe zu dieser Jahreszeit eigentlich nicht so Probleme mit Allergie, mal schauen wie sich das entwickelt, vielleicht doch dieser Anflug von Erkältung?

Im Anstieg spricht mich ein Fahrer auf‘s RAAM an und wir unterhalten uns kurz, er ist dieses Jahr schon beim Race Across Germany gestartet. Sehr cool, das RAAM hat mir dieses Jahr schon einige nette Begegnungen beschert.

Ich bin jetzt eigentlich recht flott unterwegs und kann mit hoher Trittfrequenz nach oben kurbeln. Dafür bekomme ich auch schon einmal einen Spruch, nach dem Motto „schaun mer mal am Timmelsjoch, obs du da auch noch so fahrst“. Kann ich dir sagen, mit Sicherheit nicht! Da werde ich wie (fast) alle anderen auch langsam hochkriechen.

Es gibt tatsächlich, wie erinnert, flache Passagen an denen man sich gut erholen kann, dann, vor und in einer Lawinengallerie, einen sehr steilen Abschnitt wo ich im Wiegetritt hochochsen muss, und dann auch wieder ein längeres Flachstück.

Ich habe mich mit Katrin an der Staumauer verabredet. Sie wird mir die zwei großen Flaschen reichen, ich bin extra mit den kleinen gestartet, und Gels wird sie mir auch noch zustecken. Ich will wirklich versuchen pro Stunde eine Flasche zu trinken und ein Gel zu nehmen, dann komme ich auf fast 80g KH pro Stunde.

Nun erblicke ich tatsächlich schon die Staumauer und bin etwas irritiert, ging ja schneller als gedacht. Oder gab es da zwei Stufen, und wenn ja an welcher wird Katrin dann stehen? Ich bin echt irritiert, aber nach zwei Kehren bin ich tatsächlich an der Staumauer und dahinter zeigt sich schon der Ort, es gibt nur eine Staustufe. Aber Katrin steht hier nicht. Mist, ich habe tapfer das Sponser Competition in mich hineingekippt, brauche nun aber Nachschub.

Naja, wir hatten ja noch über einen zweiten möglichen Platz besprochen, nämlich nach der Labstation. Jetzt geht mir aber auf, wie dumm das war von mir, denn VOR der Labstation hätte Sinn gemacht, wenn ich nämlich an der Labe vorbeifahre und dahinter steht sie auch nicht? Ich habe nur noch eine halbe Flasche und zwei Gels.

Durch den Ort geht es nochmal ordentlich bergauf, dann ist aber die Zwischenzeitmessung auf der Passhöhe erreicht. Mein Radcomputer zeigt 1:48 h. Das ist eigentlich ziemlich gut. Noch bin ich auf 8:30 h Kurs. Die Beine gehen wirklich klasse.

Ich fahre an der Labstation vorbei, zögere etwas. Dahinter stehen einige Helfer, aber Katrin sehe ich nicht. Ich überlege kurze zurückzufahren, lasse es aber, es geht ja schon bergab, sie wird schon noch da stehen. Tut sie aber nicht. Verdammt wir haben uns verpasst. Ich muss sie an der Staumauer übersehen haben.

Egal, da muss ich jetzt durch, erst mal die Abfahrt hinter mich bringen und eine vernünftige Gruppe für den Brenner finden, ich muss mich irgendwie mit der halben Flasche durchschlagen. Zum Glück sind die Temperaturen ja trotz gutem Wetter immer noch niedrig.

Die Abfahrt vom Kühtai ist nicht ohne, aber es sind keine Tiere auf der Fahrbahn und es läuft eigentlich ganz gut. Dann fängt die linke Wade an zu zucken, nanu jetzt schon ein Krampf? Kann eigentlich nicht sein. Geht aber auch wieder weg.

Dann zieht es aber plötzlich heftig durch den linken Oberschenkel bis in die Hüfte rein. Krampf in der Hüfte hatte ich auch noch nicht, obwohl der Hüftbeuger beim Radfahren ja ordentlich beansprucht wird. Der geht nicht so schnell wieder weg. Ich suche eine Position in der es nicht krampft finde aber zunächst keine. Dann lässt das aber nach und ich hab‘ zumindest eine Position in der ich abfahren kann, wenn auch die Rechtskurven unangenehm sind.

Aber so viele Kurven gibt‘s gar nicht, man kann ganz schön Speed aufnehmen, gerade weil es teils auch recht steil bergab geht. Ich fahre aber eher vorsichtig bergab. Das Rubbeln an meinem Hinterrad, dass ich gestern bemerkt hatte, dessen Ursache ich aber nicht genau lokalisieren konnte und auf einen leichten Seitenschlag der Felge zurückgeführt habe ist immer noch da und erhöht nicht gerade das Gefühl von Sicherheit, es nimmt allerdings ab. Vielleicht liegt‘s doch am Reifen und fährt sich raus.

Ich bringe die Abfahrt ganz ordentlich hinter mich, der Krampf lässt nach. In einem Tunnel stehen plötzlich Leute und zeigen an „langsam fahren“. Und dann sehe ich auch schon den Grund, ein Fahrer ist schwer gestürzt. Er wird vom Notarzt behandelt und der Hubschrauber wartet schon. Verdammt das gibt‘s doch nicht! Hoffentlich nur Vorsichtsmaßnahme.

Gegen Ende der Abfahrt finde ich tatsächlich Anschluss an ein paar weitere Fahrer. Allerdings habe ich nun gerade Krämpfe in beiden Oberschenkeln. Und zwar heftige. Ich kann sie gerade so irgendwie im Griff halten und an der Gruppe dranbleiben, zum Glück geht es noch immer etwas bergab. Also das hatte ich noch nie, von einem einzigen Berg, bzw. Passanstieg solche Krämpfe, bzw. überhaupt Krämpfe. Anscheinend war es doch nicht so klug, einen Tag nach überstandenem Magen-Darm-Infekt hier zu starten.

Also mitrollen geht zwar, aber so kann ich natürlich nicht bergauf fahren. Keine Ahnung wie ich das machen soll. Ich halte bis Innsbruck durch, versuche zu dehnen auf dem Rad, was man halt so macht.

In den Brenner rein wird‘s ja auch nicht richtig steil, und dann scheint‘s als erholten sich die Beine tatsächlich wieder, ich kann wieder brauchbar treten. Habe dann sofort auch wieder richtig Leistung. An einer Bahnschiene fädelt einer neben mir ein und stürzt. Jetzt reicht‘s aber, das ist schon der Dritte heute, wenn diesmal auch nicht so schlimm.

Es bildet sich eine recht große Gruppe und ich hoffe mitrollen zu können, muss mich auf jeden Fall schonen. Ich habe keine Getränke mehr und die beiden Gels die ich noch hatte, habe ich auch schon genommen. Hoffentlich waren die Krämpfe nur temporär, ich habe aber kein gutes Gefühl.

Obwohl die Gruppe groß ist, ist sie lahm. Richtig lahm. Ich werde verrückt, vorne machen drei Leute das Tempo, führen ewig lang bis sie ganz platt sind, obwohl ein ganzes Team mit vorne drin ist, die müssten doch eigentlich gut zusammenarbeiten können.. Irgendwann reicht‘s mir, ich gehe doch nach vorne und versuche ein bisschen Tempo zu machen. Erst mal ist die Reaktion nur verhalten. Ich fahre wieder raus und das Tempo sackt fast wieder auf das vorige Niveau ab. Wieder überlassen die anderen einem Fahrer die Führungsarbeit. Das kann doch nicht sein, wir sind eine riesige Gruppe?!

Ich fahre nach vorne und sage, dass wir öfters wechseln sollen, der Führende lächelt erschöpft und meint „von mir aus gerne“. Ich fahre eine Weile vorne, versuche ein vernünftiges Tempo zu treffen, fahre raus und versuche etwas zu animieren. Wir wechseln jetzt, aber vorne fahren die immer zu lange, ich rufe und versuche die Wechsel zu organisieren. Dabei falle ich immer nur so vier bis sechs Positionen zurück, so dass ich doch öfter mal in die Führungsarbeit komme. Die Beine funktionieren zwar wieder gut, aber ich bin echt sauer, dass die Gruppe nicht läuft. Wir verpassen hier echt eine Möglichkeit uns ohne viel Aufwand ein schönes Zeitpolster zu holen. Irgendwann muss ich nachlassen, sonst verschieße ich zuviel Körner. Die Gruppe läuft so halbwegs, wenn auch meist zu langsam.

Immerhin bin ich beschäftigt und die Zeit geht rum. Allerdings brauche ich jetzt unbedingt bald die Labstation, sonst ist das Rennen vorbei, ich habe Durst. Dann zieht der Anstieg an und die Straße klappt nach oben, der Schlussteil ist erreicht. Jetzt wo es endlich richtig berghoch geht, kommen auch die Krämpfe wieder, diesmal im rechten Bein und im linken Fuß. Neue Variante…

Ich muss jetzt irgendwie zur Labstation kommen. Anfangs kann ich es halbwegs kontrollieren und versuche an den Fahrern vor mir dranzubleiben, dann wird es wirklich heftig. Lässt aber nochmal nach, fast oben fängt es aber wieder an, so dass ich durch den Ort ziemlich gegen die Beine fahren muss bis endlich die verdammte Labstation erreicht ist. Hier biege ich ab und kann nun endlich meine Flaschen füllen. Leider sind es ja nur kleine, so dass ich mir sicher bin, dass es eigentlich nicht reicht bis zur Jaufenpasshöhe, bzw. zur nächsten Labstation kurz davor.

Es gibt tatsächlich kein ISO-Getränk an der Labstation, so nehme ich Apfelschorle für die eine und Wasser für die andere Flasche. Außerdem trinke ich was geht. Wasser, Schorle, Cola, sogar Red Bull ich versuche ein Brot zu essen, esse Kuchen und Obst. Ich habe mir schon ein Defizit eingebrockt hier am Brenner, ich muss versuchen das etwas auszugleichen.

Zu meiner Enttäuschung gibt es keine Sponser Riegel, und nur eine Sorte Gel, die kleinen mit Coffein. Das ärgert mich wirklich. Sponser ist als Sponsor angekündigt und es gibt Corny Riegel, das ist gepresster Industrieschrott, sorry, dass ich das so ehrlich sage, aber das ist dem Event nicht angemessen. Die Labstation ist im Prinzip klasse, es gibt viel konventionelles Essen, aber für eine sportliche Herausforderungt wie einen Radmarathon gibt es wirklich nützliche Sportnahrung die die Aufnahme und vor allem gute Versorgung mit Elektrolyten recht schnell sichert. Nur hier gibt es fast nichts davon bis auf das eine Gel. Gerade heute für mich etwas schade.

Anyway, mit vollem Bauch (habe nur alles hektisch in mich reingestopft um nicht zuviel Zeit zu verlieren) fahre ich weiter. Das Stehen hat den Beinen eine kurze Erholungspause gegeben und in der Abfahrt nun geht es einigermaßen. Auch wenn es immer mal zuckt und blitzt.

Dann aber kommen im Teil wo man mehr rollen kann wieder heftige Krämpfe in beiden Beinen, ich weiß nicht wie ich mich auf dem Rad setzen soll, und es tut richtig weh. Ich überlege ob ich aufgeben soll. Offensichtlich bin ich nicht fit. Dann lässt es allerdings wieder nach und ich kann in einer kleinen Gruppe mitschwimmen bis Sterzing. Allerdings ist die auch recht langsam. Also in den Gruppen verliere ich heute eher Zeit, aber alleine fahren geht gar nicht.

Kurz hinter Sterzing bei der Einfahrt in den Jaufen verliere ich auch die Gruppe, das rechte Bein krampft so, dass der Fuß mir der Ferse nach außen gezogen wird und das Knie ans Oberrohr schlägt. Ich will anhalten, aber irgendwie schaffe ich es auf dem Rad zu bleiben und der Krampf lässt nach. So habe ich aber keine Chance den Jaufenpass hochzufahren.

Ich überlege was ich mache, manchmal gehen die Krämpfe unter Belastung ja weg, vielleicht schaffe ich den Jaufen, dann werde ich bis St. Leonhard fahren und dort aussteigen. Von dort gibt es vielleicht ein Taxi nach Sölden, oder wenigstens bis zur Timmelsjoch Passhöhe.

In den Berg rein wird es dann tatsächlich besser. Jetzt wo die Beine wieder treten können ist auch sofort ordentlich Leistung da und ich bewege mich deutlich schneller als der Hauptstrom. Allerdings mag ich diesen Pass seit 2010 nicht mehr. Es ist gefühlt schlicht der „längste Pass der Welt“. Trotzdem komme ich ordentlich vorwärts, immer mit dem Damoklesschwert des Krampfes über mir. Ich trinke soviel nur irgendwie geht, die Apfelschorle ist schon leer, ich habe auch noch zwei Gels genommen. Auch da sollten ja Elektrolyte drin sein und mir helfen. (Falls das die Ursache für die Krämpfe ist und nicht muskuläre Ermüdung oder was auch immer)

Auch wenn ich scheinbar flott fahre, es nutzt nichts, die Krämpfe kommen jetzt rechts so heftig, der Fuß dreht weg, ich kann das Knie nicht mehr kontrollieren, ich muss absteigen. Stehenbleiben. Ich bin nicht platt oder erschöpft, aber es tut höllisch weh und ich kann einfach nicht mehr treten.

Ich warte ein, zwei Minuten, versuche zu dehnen, und fahre dann weiter. Sofort kann ich wieder mit 300+ Watt treten und überhole die, die an mir vorbeigefahren sind. Langsamer fahren macht keinen Sinn, dann würde ich außerhalb meines Rhythmus mit niedriger Trittfrequenz fahren und die Muskeln nur noch mehr belasten.

So komme ich ein gutes Stück vorwärts bis das rechte Bein wieder dicht macht. Keine Chance ich muss wieder anhalten. Wieder dehnen, fluchen, warten. Dann weiterfahren, wieder ist die Leistung sofort da.

Doch der nächste Krampf kommt und er scheint jedesmal heftiger zu werden. Vor allem sind nun beide Beine betroffen, links vor allem Fuß und Oberschenkel bis zur Hüfte, rechts Wade und Oberschenkel. Die Schmerzen sind erstaunlich stark. Ich muss wieder anhalten. Dehnen, warten, fluchen, weiter geht‘s.

Ich erreiche Kalch, am Ortseingang hängt ein Laken beschriftet mit „Lass diesen Tag vorübergehen“. Hm, ist das Anfeuerung oder wollen die damit ausdrücken, dass sie keinen Bock auf die Ötzi Radfahrer haben?

Meine Zeit am Brenner war nicht sensationell hätte aber noch deutlich für unter neun Stunden getaugt. Jetzt aber ist das gegessen. Und das meine Beine sich nicht mehr erholen ist klar. Ich spüre das auch, aufgeben wäre wohl das schlaueste. Aber hier zurückfahren macht natürlich keinen Sinn, also muss ich über den Berg. Frage mich nur was ich in St. Leonhard mache, denn die Strecke ist ja gesperrt, das hatte ich ganz verdrängt. D.h. ich kann gar nicht mit dem Taxi fahren. Ich muss warten bis der Besenwagen kommt. Jetzt werde ich erst mal versuchen zur Labstation zu kommen.

Die Strecke führt durch den Wald, die Temperatur ist sehr angenehm, trotz der Sonne nicht zu warm. Genau genommen sind die Bedingungen bis jetzt optimal, so schnell wie heute wird die Strecke nicht oft sein. Vor mir taucht Ex-Ötzisieger Stefan Kirchmayer auf (das wäre so ein sieben Stunden Fahrer). Der coacht offensichtlich das Mädel, das neben ihm fährt. Die fahren nur einen Hauch langsamer, aber der Kirchmayer fährt mit einem Gravelbike mit dicken Reifen vor mir her. Wie erniedrigend ist das denn. Nur langsam fahre ich vorbei, allerdings muss ich dann wieder stehenbleiben. Die Krämpfe sind nur noch brutal, rechts haut‘s mir das Knie gegen‘s Oberrohr, links kann ich fast nicht mehr ausklicken, weil der Fuß so krampft.

Ich stehe neben einem Reiseradler der wegen Erschöpfung pausiert. Hm, während des Radmarathons hier hoch oder runter fahren würde mir nicht in den Sinn kommen. Ich mag aber nicht mit ihm reden. Ich bin nicht wirklich erschöpft, aber die heftigen Krämpfe, die auch nicht weniger werden nehmen mir so langsam auch mentale Kraft.

Ich sehe zu, dass ich weiterfahre. Jetzt geht es doch ein recht langes Stück vorwärts bevor ich erneut stehenbleiben muss. Wieder dehnen, fluchen, und weiterfahren. Dann erreiche ich aber die lange Gerade aus dem Wald heraus, jetzt kann man schon die Labstation sehen.

Der Jaufen ist wirklich nicht so dramatisch, und von der Power her war es heute nicht so übel, aber trotzdem musste ich bis jetzt fünf mal stehenbleiben. Ich will jetzt aber durchziehen bis zur Labe. Klappt nicht, auf der Hälfte der Distanz muss ich wieder stehen bleiben. Gleiche Prozedur, dehnen, fluchen, weiterfahren.

Es geht auch wieder ein Stück ganz gut, aber die Krämpfe kommen 500 Meter vor der Labstation heftig zurück. Ich will aber nicht stehenbleiben. Ich kämpfe mit aller Macht gegen die stechenden und ziehenden Schmerzen. Ich habe Durst und bin ziemlich gezeichnet, es tut so weh, dass ich stöhnende Geräusche mache, das rechte Bein will gar nicht mehr recht gehorchen, das Knie knallt gegen das Oberrohr, aber ich schaffe es bis zum Ende der Labstation. Ein echter Gewaltakt gegen die Beine.

Jetzt kann ich aber endlich absteigen und esse ohne Ende Obst, dann Kuchen, dann Brot, das geht aber nicht. Ich suche was salziges, es gibt Laugenstangen, aber die sind extrem trocken, ich lutsche das Salz ab. Wieder gibt es kein ISO-Getränk, ich trinke Red Bull, Cola, Wasser ohne Ende, O-Saft, der schmeckt aber scheiße, trotzdem mache ich eine Flasche damit voll.

Einen Joker habe ich noch, nämlich eine Tüte Sponser Competition. Damit fülle ich die zweite Flasche und packe ein paar von den Gels ein. Ich gehe etwas und dehne Oberschenkelrückseite und Waden. Alles andere brauche ich gar nicht erst versuchen. Eine ganze Weile verbringe ich an der Labstation, als ich wieder auf‘s Rad steige ist mein Bauch so voll, dass ich kaum treten kann. Die Beine bleiben aber krampfig. Ich fahre die zwei Serpentinen hoch zur Passhöhe, die Power in den Beinen ist immer noch relativ gut.

Kurz vor der Passhöhe kommen die Krämpfe mit aller Macht. Ich schleppe mich über die Zeitmesslinie und versuche mich in die Abfahrt zu retten, aber nach hundert Metern Abfahrt muss ich vom Rad, die Krämpfe sind so brutal, dass ich nicht auf dem Rad sitzen kann.

Wieder das gleiche, dehnen, warten, dehnen, fluchen, weiterfahren. Auch wenn ich in St. Leonhard aussteigen will, so muss ich doch erst mal runterkommen. Ich rolle weiter und es geht erst mal. Ich finde eine brauchbare Position und kann sogar halbwegs vernünftig abfahren. Wenn ich 2012 so hier runtergefahren wäre hätte das für die sub 9 gereicht. Dann hätte ich mir das heute gespart. Aber hätte hätte Fahrradkette.

Dreiviertel der Abfahrt habe ich hinter mir. Ich überlege was ich in St. Leonhard machen soll. Vielleicht sollte ich versuchen bis Moos zu kommen, der erste Abschnitt des Timmelsjoch ist eigentlich über weite Strecken moderat, vielleicht kriege ich das noch hin trotz der Krämpfe. Von dort könnte die Chance größer sein mit irgendeinem Fahrzeug in Richtung Sölden zu kommen.

Dann setzen die Krämpfe wieder ein. Ich fahre weiter, suche irgendeine Position die halbwegs zu ertragen ist, es schmerzt aber wie die Hölle, ich jammere und stöhne auf dem Rad. Außer dem Race Across America ist das das härteste was ich bis jetzt gemacht habe. Normalerweise handele ich nie gegen meinen Körper, außer wenn es darum geht den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Aber das hier ist gar nicht der Kopf wo es zu kämpfen gilt, hier muss ich jetzt gegen die Beine fahren. Bzw. ich muss ja nicht, will auch nicht, aber habe auch keine rechte Möglichkeit aufzugeben ohne stundenlang in St. Leonhard rumzuhängen.

Etwas lädiert komme ich unten an und fahre direkt in die Passstraße zum Timmelsjoch. 8:30 h ist gegessen, sub 9 ist auch gegessen, da müsste ich schon das Timmelsjoch in knapp zwei Stunden hochfliegen, ist natürlich Quatsch.

In Würde durchfahren hatte ich für mich mit unter zehn Stunden definiert. Auch das wird eng, die Beine krampfen seit dem Kühtai. Ein Wunder, dass ich überhaupt bis hierher gekommen bin. Vielleicht ist es nur der Infekt gewesen, die verpasste Flaschenübergabe hat sicher auch nicht geholfen, aber mittlerweile habe ich soviel Gels und sonstige Nahrung von der Labstation zu mir genommen, irgendwann müssen die Nährstoffe ja auch mal ankommen.

Vielleicht sind die Muskeln einfach so dermaßen erschöpft vom RAAM oder was auch immer, dass dieses Jahr nix mehr drin ist. Andererseits bin ich am Nürburgring ganz normal gefahren. Knappe 50er Zeiten auf der Rad am Ring Strecke sind ja auch nicht wirklich schlecht.

Ich werde trotzdem in Moos aufhören, die fünf Kilometer danach schaffe ich auf gar keinen Fall, die sind zu steil.

Aber ich scheitere schon am flachen Teil am Anfang. Ungefähr an der Stelle wo ich auch schon 2012 kurz absteigen musste mit Krämpfen, halte ich diesmal wieder. Aber das ist jetzt kein Krampf mehr. Ich finde keine Möglichkeit zu stehen um die Beine zu entlasten. Ich dehne die Waden, Oberschenkelrückseite dehnen geht nicht mehr, ich versuche die Vorderseite zu dehnen was in einem heftigen Stich resultiert, ich zucke zusammen finde keine Position mehr, jammere und stöhne, hänge halb schräg über der Leitplanke und weiß nicht mehr was ich machen soll. Ein Kameramann steht dabei und filmt mich. Na herzlichen Dank. Mit der Würde ist es jetzt vorbei. Es tut einfach so dermaßen weh, dass ich nicht mehr weiß was ich machen soll. Wenn doch nur Olli, oder Rebecca oder Chris hier wären.

Da kommt mir die Idee, dass ich mich ja auch selbst massieren kann, vielleicht habe ich beim RAAM ja was gelernt. Das mache ich dann auch.

Nach einer gefühlten Ewigkeit fahre ich weiter, zunächst extrem zäh, dann geht es etwas. Sobald ich nur halbwegs treten kann habe ich sofort 280, 290 Watt zur Verfügung. Allerdings hören die Beine jetzt nicht mehr auf weh zu tun, auch wenn ich treten kann. Ich fahre auch nur noch meinen eigenen Rhythmus, ist mir egal ob ich auf den flacheren Stücken vorne im Wind fahre, allerdings, wenn ich fahre, fahre ich schneller als die meisten um mich herum.

So erreiche ich tatsächlich Moos. So, wie zum Teufel steige ich jetzt hier aus? Kriege ich hier ein Taxi? Wann kann ich denn dann überhaupt nach Sölden fahren? Ich habe es bis hierhin geschafft, ich könnte versuchen die nächsten fünf Kilometer zu schaffen, dann geht es flach bis zur Labstation und da gibt es sogar Physios!

Ich versuche es, fahre in die erste Kehre und nun geht es gleich steil berghoch. Die Power reicht, die Beine schmerzen sehr, aber ich kann sie eine ganze Weile kontrollieren, allerdings nur bis zur nächsten Kehre. Da hängt auch das passende Plakat: „ausgeträumt?“

Ich fürchte ich muss die Frage mit „ja“ beantworten. Ich mache in aller Ruhe ein Foto vom Rad mit dem Plakat im Hintergrund, die Beine krampfen mittlerweile beide von den Zehen bis zum Hüftbeuger. Ich kann nur wählen zwischen stehen und wenig Schmerzen, fahren mit Schmerzen und dann „Schmerz zu stark“, keine Kontrolle über die Beine – stehenbleiben. Zyklus startet neu.

Ich setze mich wieder auf‘s Rad fahre weiter. Will einen Kilometer schaffen. Klappt nicht ganz… Wieder stehen, massieren, dehnen, fluchen, massieren, dehnen, weiterfahren. Und wieder und wieder. Wenn ich fahre trete ich 280 Watt und mehr, aber meist stehe ich. Arbeite mich so aber im steilen Stück drei, vier Kilometer nach oben.

Da treffe ich Jakob Zurl. Er fährt gerade an mir vorbei als ich stehe, versucht mich aufzumuntern, ich fahre weiter, wir fahren ein Stück zusammen und unterhalten uns, ich muss wieder stehenbleiben, fahre weiter hole ihn wieder ein, wir unterhalten uns. Das tut mir sehr gut. Ich fahre davon wir verabschieden uns, ich bin aber sicher, dass er mich vor der Labstation noch zweimal einholen wird.

Allerdings schaffe ich es tatsächlich bis zum abflachenden Streckenteil zu kommen. Und obwohl es dann ein ganzes Stück flach dahingeht, leide ich sehr. Die Beine schmerzen sehr, ich fahre immer „kurz vor dem Krampf“, mir ist völlig egal ob ich Windschatten habe oder nicht, ich versuche einfach nur irgendwie die Labstation zu erreichen. Das es nicht weiter geht ist klar. Vielleicht ist das aber der beste Ort zum aussteigen, denn dort ist wenigstens was los. Außerdem hatten die dort doch immer Physios vor Ort.

Ich quäle mich auf dem Rad vorwärts, mittlerweile auch wirklich ausgelaugt von dem ständigen Ankämpfen gegen die schmerzenden Beine. Und auch wenn sich die Strecke noch ewig zieht, erreiche ich doch endlich die Labstation. Endlich, endlich, endlich.

Unglaublich, schon vor dem Jaufen war mir klar, dass ich aufgeben muss und nun bin ich doch bis zur Labstation Schönau gekommen. Genau genommen habe ich sogar noch die Chance unter zehn Stunden zu bleiben wenn ich weiter fahre. Eigentlich unfassbar.

Ich frage nach Salz, aber es gibt keines. Ein Mitstreiter hält mir eine Pille hin und meint die würde helfen, ist wohl ein Magnesium Präparat. Ich hatte noch nie Magnesiummangel, ich nehme sie trotzdem.

An dieser Labstation gibt es dann auch tatsächlich ISO-Getränk. Ich mache beide Flaschen voll, trinke etwas davon, trinke noch Wasser, Cola, Red Bull, esse Obst ohne Ende, Kuchen, Brot, was halt da ist. Auch Gels nehme ich noch und stecke noch drei ein. Dabei lasse ich mir Zeit. Ich sehe die Physios nicht, gucke aber auch nicht richtig. Hier bleiben will ich nicht. Selbst wenn ich schiebe bin ich wahrscheinlich schneller auf dem Timmelsjoch als wenn ich auf eine Shuttlemöglichkeit warte.

Ich trinke noch einen Schluck von dem ekligen Orangensaft (oder Orangensaftgetränk?) und fahre weiter. Bzw. versuche ich es, muss aber nach zwanzig Metern wieder absteigen. Die Krämpfe werfen mich fast vom Rad. Ich massiere, dehne, versuche weiterzufahren, schaffe wieder zehn, zwanzig Meter muss stehen bleiben. Ich bin jetzt echt sauer auf meine Beine, wenigstens im Flachen irgendwie rollen sollte doch drin sein???

Ist es aber nicht. Ich schaffe wieder nur zwanzig Meter. Mittlerweile haben die Krämpfe eine neue Qualität erreicht. Die Muskeln werden ganz fest, ich kann sie gar nicht massieren, weil ich sie nicht anpacken kann. Es lässt aber noch mal nach, ich schleppe mich tatsächlich bis zur kleinen Brücke wo die Hundertachtziggradkehre in den Schlussanstieg führt.

Ich habe die Hoffnung, dass die Steigung und die gleichmäßige Belastung längere Abschnitte auf dem Rad zulässt. Aber an der Brücke muss ich erst nochmal stehen bleiben. Mittlerweile ist mein Stöhnen recht unkontrolliert, wenn der Schmerz auf dem Schmerz nochmal richtig reinsticht fange ich unweigerlich an fast zu schreien. Ich glaube ich gebe ein erbärmliches Bild ab.

Egal wieder auf‘s Rad, ich fahre in die Steigung auf den ersten Tunnel zu, es geht tatsächlich einen Hauch besser als im flachen Teil. Ich hoffen nur, dass ich nicht im Tunnel absteigen muss. Ich kämpfe mich bis zum Tunnel und komme sogar hindurch, schaffe es bis zum zweiten Tunnel und auch durch diesen hindurch. Ein paar Meter dahinter ist es dann aber wieder vorbei. Nochmal stehenbleiben, massieren, dehnen, lieber nicht massieren, tut nur noch mehr weh, dehnen geht auch nicht mehr so gut, sowieso nur die Wade, fluchen, warten, fluchen, weiterfahren.

Es ist ein verdammt weiter Weg bis zu nächsten Kehre, und ein richtig steiler Abschnitt folgt auch gleich. Aber die Beine funktionieren dann tatsächlich wieder einen Hauch besser. Die Leistung ist sowieso da, aber nun bleibt auch der Schmerz erträglich.

So schaffe ich den steilen Abschnitt und fahre tatsächlich durch bis zur Kehre, wo nochmal eine kleine Labstation aufgebaut ist. Eigentlich könnte ich weiterfahren, aber ich will die Chance nutzen trinken und massieren miteinander zu verbinden. Trinke noch ein Wasser und ein Red Bull oder zwei, massieren geht aber nicht, finde auch nur eine Position, halb gebückt über dem Rad in der ich stehenbleiben kann.

Ich fahre weiter. Man gewinnt über einige Serpentinen Höhenmeter und dann geht es ähnlich lange in die andere Richtung. Ich halte eine ganze Weile durch, muss dann wieder stehenbleiben. Jetzt werden die Krämpfe aber so böse, das ich laut schreien muss. Ich versuche mich auf die Mauer zu setzen, ein Riesenfehler, die Hüfte macht zu, ich wusste nicht dass eine Hüfte so krampfen kann…

Es dauert bis ich irgendeine Position halb schief über der Mauer hängend gefunden habe, die erträglich ist. Wobei erträglich geschmeichelt ist. Ich fange an wütend zu werden. Das verrückte ist ja, ich kann immer noch unter zehn Stunden bleiben. Dabei fahre ich nun seit dem Kühtai gegen diese verdammten krampfenden Beine. Ich merke auch, dass es nicht mehr lange gut geht. Was kommt eigentlich nach dem Krampf? Vielleicht komme ich nicht bis obenhin, aber außer es zu versuchen habe ich kaum eine Wahl.

Ich setze mich wieder auf‘s Rad. Es wird jedesmal härter. Ich hatte immer ein bisschen die Hoffnung, dass es irgendwann aufhört. Ich habe an den Labstationen so dermaßen viel Nährstoffe zu mir genommen, dass es an der Zufuhr nicht liegen kann. Vielleicht sind meine Muskeln einfach so erschöpft, dass die Nährstoffe nicht mehr ankommen? Ich weiß es nicht. Aber jetzt muss ich weiter, Schmerzen hin oder her.

Ich komme recht weit, halte wieder an, dehne, massiere, dehne, warte, fluche, fahre weiter. Die Kehre scheint unendlich weit weg, aber ich erreiche sie ohne ein weiteres Mal abzusteigen. Ich trete so 260 bis 280 Watt. Plötzlich packt mich Enthusiasmus. Am Rand stehen ein paar Zuschauer und feuern uns Fahrer an, jetzt sind noch drei „normale“ Kehren zu bewältigen, ich will auf dem Rad bleiben.

Nach zwanzig Metern beschließen die Beine was anderes. Jeder Schmerz lässt sich steigern, ich kann gerade noch stehen bleiben, komme aber nicht mehr vom Rad, ich kann das Bein nicht über den Sattel heben. Ich frage mich wie das überhaupt die ganzen Male davor ging. Ich stehe am Straßenrand, einer der Zuschauer kommt zu mir gelaufen, hält mein Rad und hilft mir beim Absteigen. Ich kann mich nicht bewegen, jede Bewegung führt zu heftigen Stichen und Blitzen in Wade, Oberschenkel, Hüfte, die Zehen krampfen, ich mache unkontrolliert Geräusche.

Mittlerweile halte ich das Rad, und der Zuschauer (ich weiß leider deinen Namen nicht, aber Danke für deine Hilfe!) klopft an meinen Beinen rum. Es ist extrem unangenehm tut aber nicht weh, hilft aber auch nicht. Wir tauschen wieder und nun kann ich mich immerhin etwas bücken und massiere meine Beine. Die Oberschenkel sind an der Vorderseite und der Seite hart wie Stein und Oberhalb der Kniescheibe scheint jemand genüßlich ein Messer im Oberschenkel zu drehen. Aber der Schmerz liegt unter einem Hauch halb durchsichtigem Seidenpapier, nur wenn ich die falsche Bewegung mache sticht er hindurch.

Mit etwas Hilfe komme ich wieder auf‘s Rad. Ich fahre weiter, nur noch an der Grenze zum „ich muss sofort absteigen“. Ich darf jetzt nicht mehr absteigen, alleine schaffe ich das nicht, und vor allem komme ich alleine nicht wieder auf‘s Rad. Tja, nix mit Begleitcrew und medizinischer Abteilung, obwohl, die hätten sicher gesagt ich bilde mir den Schmerz nur ein ;).

Es gibt Mentaltrainer die behaupten, dass man mit den richtigen Techniken den Schmerz zurückdrängen und ignorieren kann („Den Schmerz annehmen“, „der Schmerz ist dein Freund“, blablabla). Problem ist nur, Schmerzen haben Ursachen, und wenn der Krampf deinen Fuß nach außen reißt und dein Knie gegen das Oberrohr dotzt, und du nicht mehr treten kannst, nützt das auch nix.

Jetzt kann ich nur hoffen, dass nicht genau das passiert bevor ich den flachen Teil, also den Tunnel erreicht habe, dort käme ich schon irgendwie wieder auf‘s Rad.

Ich versuche noch mehr reinzutreten, Von der Leistung her habe ich ja immer noch locker 260 Watt, ich fahre aber mit fast 290 die Muskeln sollen keine Chance haben, aber so ganz einfach nehmen die das nicht hin.

Ich erreiche die Kehre, fahre weiter, will weiter Druck machen, geht aber nicht tut einfach weh. Bleibe aber auf dem Rad. Die nächste Kehre will ich unbedingt noch erreichen. In der Kehre muss ich aber erneut stehen bleiben. Es geht nicht, es geht einfach nicht. Es sticht, zuckt, zieht, die Muskeln sind hart wie Stein. Dehnen, massieren, dehnen, massieren, fluchen, jammern, weiterfahren. Ich versuche es noch einmal.

In der Kehre komme ich auch auf‘s Rad, versuche Tempo aufzunehmen, es tut einfach nur weh, warum muss Radfahren so weh tun? Muss es nicht, ich fahre ja freiwillig hier, aber ich habe jetzt auch wenig Wahlmöglichkeiten, außerdem bin ich nur wenige Meter vom Tunnel entfernt, da wird es dann flach.

Theoretisch kann ich immer noch unter zehn Stunden fahren, völlig verrückt. Aber ich muss ja wahrscheinlich auch in der Abfahrt stehen bleiben, und vor allem weiß ich nicht wie ich den Gegenanstieg schaffen soll, selbst wenn ich es über das Timmelsjoch schaffe.

Ich bleibe auf dem Rad, muss an die letzten Male beim Ötzi denken, als Andrea, Maj-Britt und Jörg hier oben standen, wie erschöpft ich da war, wie mir das nochmal ein Quäntchen Kraft gegeben hat und ich dann glücklich den Tunnel erreicht habe.

Ich bleibe auf dem Rad, letzte Kehre, ich fahre auf den Tunnel zu, ich bleibe auf dem Rad. Der Tunnel kommt näher. Ich weiß, dass ich bis dahin komme, aber dann wird es flach. Was machen die Beine, muss ich im Tunnel stehenbleiben?

Ich erreiche tatsächlich den Tunnel, eigentlich geil, aber jetzt im Flachen werden meine Beine vielleicht völlig ausflippen. Ich versuche den Druck auf dem Pedal zu halten, gelingt so lala. Die Beine zucken und blitzen, aber ich bleibe auf dem Rad. Irgendwie finde ich sogar eine Position in der ich halbwegs damit zurechtkomme und überhole eine kleine Gruppe, die hängen sich hinten dran, das ist mir völlig egal, ich will nur mein Tempo fahren, bzw. mit gleichmäßigem Druck meine Beine in Schach halten.

Es geht über den kleinen Schotterabschnitt wo gerade gebaut wird, dann zieht die Steigung nochmal etwas an. Es wird grenzwertig, ich kann gerade noch auf dem Rad bleiben, aber nicht mehr lange. Da sitzt einer auf der Mauer auf der Bergseite und hat so einen kleinen Brüllwürfel aus dem es „Oleee, Ole, Oleee“ dröhnt. Hier kann ich auf keinen Fall anhalten, ich muss durchhalten, nur hier nicht stehenbleiben. Zur Passhöhe wird es nochmal kurz etwas steiler, aber ich komme tatsächlich hoch, da ist das Passschild, was für eine Sensation!

Dort steht auch ein Rettungswagen, die Krämpfe setzen gerade nochmal ganz heftig ein, ich fahre auf den Wagen zu und will mit jemandem reden, warum auch immer, fahre dann aber mit Dampf in die Abfahrt. Ich glaube für unter zehn Stunden ist es zu spät. Schon auf den ersten Metern finde ich aber eine Position in der die Beine sich halbwegs wohlfühlen. Hammer was für ein gutes Gefühl, das erste mal seit Stunden. Ich kann ganz normal abfahren. Leichter Gegenwind, deshalb nicht superschnell, aber eben ganz normal. Mehr will ich gar nicht. Einfach rollen lassen.

So erreiche ich in Normaltempo den Gegenanstieg, ein Blick auf den Radcomputer, unter sub 10 geht immer noch, aber jetzt kommt der Gegenanstieg…

Ich fahre in den Anstieg wie ich es immer machen würde, die Beine machen auch erst mal mit. Vielleicht kommt ja doch noch das Wunder und ich fahre nochmal einen Anstieg ohne Krämpfe und ohne anzuhalten hinauf. Ich schaffe es fast bis zum Beginn der Betonmauer auf der Bergseite, dann ist es aber vorbei, der Krampf rechts kommt schnell und heftig, der links langsam aber genauso heftig. War aber auch zu erwarten, wenn man irgendwo beim Ötzi Krämpfe bekommt, dann hier. Es wäre wirklich seltsam wenn ich heute ausgerechnet hier keine hätte. Nur, im Unterschied zu sonst kann ich nicht „dagegen treten“, das habe ich ja nun schon über Stunden gemacht. Ich bin doch ziemlich zerstört. Obwohl ich immer noch Power habe, und die gute Abfahrt von der Passhöhe bis hierher mir nochmal einen Schuss Extramotivation gegeben hat. Und es gibt immer noch den Hauch einer Chance auf die sub 10.

Ich komme gerade so vom Rad, die Beine krampfen beide von den Zehenspitzen bis in die Hüfte ich jammere laut, finde keine Position zum stehen, kann nicht dehnen, mir wird fast schlecht weil ich keine Bewegung finden kann mit der ich das Stechen und Ziehen abmildern kann. Nochmal massieren, dann doch leicht dehnen, fluchen, massieren, warten, fluchen, und wieder auf‘s Rad.

Ich komme sogar in die Pedale und kann tatsächlich weiterfahren. Ein paar Meter mit ganz normaler Power, 280 bis 300 Watt. Ich schaffe die erste Linkskurve, nach der man schon die Mautstation erwartet, aber ich weiß ja, dass noch eine zweite Linkskurve wartet, auf die man in einem Rechtsbogen zufährt. Durchaus nochmal ordentlich Steigung, die Beine gehen, ich versuche auf dem Rad zu bleiben, komm verdammt, bis zur Mautstation muss gehen, die Beine schmerzen sowieso, egal, weiter, links fängt es an zu ziehen, Quadrizeps, Hüfte, weiter, weiter, kämpfen bis zur Mautstation, dann geht es nur noch bergab, zieh durch verdammt, dann ist die sub 10 möglich, trotz allem. Das rechte Bein fängt ebenfalls an, Wade, Zehen, Oberschenkel, noch 50 Meter, bleib auf dem Rad verdammt, den rechten Fuß zieht es nach außen, noch 30 Meter, das Knie zieht unwillkürlich nach innen, noch 20 Meter, die Straße flacht ab, ich lasse einen Tritt aus, links tritt nochmal für den rechten, ein stechender Schmerz, noch 10 Meter. Mir ist alles egal, entweder falle ich vom Rad oder ich schaffe es bis zur Station. Die Straße wird flach, beide Beine zucken und stechen und dann lässt tatsächlich der Schmerz etwas nach. Ich darf bloß nicht absteigen sonst schaffe ich die sub 10 nicht.

Aber die Beine reagieren wie oben am Timmelsjoch, ich kann tatsächlich auf dem Rad bleiben, kann noch etwas treten bis es nach der Mautstation richtig bergab geht und finde eine erträgliche Position auf dem Rad. Vor mir fährt einer etwas zu langsam, ich kann aber nicht vorbeifahren, dann müsste ich treten und würde riskieren, dass die Beine „zu“ machen. Ich bleibe dahinter im Windschatten, muss sogar etwas bremsen.

Bis Hochgurgl erholen sich die Beine mehr und mehr, ich kann sogar in den Kurven kurz das kurvenäußere Bein strecken und die Kurve richtig nehmen. An der letzten Kreuzung in Obergurgl, bzw. zwischen den beiden Ortsteilen wollen die Beine nochmal kurz aussteigen, aber ich trete etwas rein, tut zwar weh aber geht irgendwie. Die ersten Häuser kommen, noch zwei etwas flachere Abschnitte überstehen, jetzt kommt der erste. Und da bläst mir auf einmal heftiger Wind entgegen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Timmelsjoch, alte Ötziweisheit. Oben war es zwar bewölkt, aber Regen hatte ich keinen, nun frischt der Wind aber stark auf, und bläst uns heftig entgegen.

Zwei Fahrer überholen mich, ich will mich dranhängen, die Beine wehren sich, ich muss jetzt da dran kommen, sonst fahre ich alleine im Wind. Es klappt – irgendwie. Keine Ahnung wie. Ich kann den ganzen Abschnitt dranbleiben, bis es wieder richtig bergab geht, ist ja nicht so lange.

Nach der Serpentine kann ich sogar beschleunigen, in der Lawinengallerie halten die Beine still, wir geißeln in Richtung Ziel. Wenn ich den flachen Abschnitt hinter Zwieselstein ohne abzusteigen überstehe, schaffe ich es unter zehn Stunden zu finishen!

Ich kenne die Abfahrt ja gut von vor zwei Wochen. Kein Problem dranzubleiben. Dann erreichen wir Zwieselstein. Wir fahren auf weitere Fahrer auf und von hinten kommen auch noch welche. Hier im letzten flachen Abschnitt muss ich dranbleiben. Die Beine müssen jetzt funktionieren, nur diese paar verdammten Kilometer noch.

Kurz zieht und blitzt es nochmal, aber ich kann es kontrollieren. Die Power ist noch immer da. Ich muss meinen eigenen Rhythmus fahren, fahre aus dem Windschatten, gebe einfach Gas, bloß den Beinen keine Gelegenheit mehr geben mich vom Rad zu holen. Und dann die Mülldeponie, ich glaube das ist die beliebteste Mülldeponie der Welt, der Reifen hinten fängt nochmal an zu rubbeln, die ganze Zeit war das nur ganz minimal bei den Abfahrten, jetzt bloß nicht noch ein Plattfuß.

Wir schießen auf Sölden zu, in langer Rechtskurve, vorbei am Abzweig zur Gletscherstraße, dann Linkskurve, das rechte Bein zuckt und sticht, ich muss bremsen, kann es nicht austrecken, egal, weiter, weiter, weiter, durchziehen, irgendwie durchziehen.

Ich trete, das Bein beruhigt sich etwas, ich bleibe im Windschatten, noch 1000 Meter! Noch 1000 verdammte Meter, und ich finishe das Ding in unter zehn Stunden, davon über sieben Stunden mit heftigen Krämpfen. Wenn ich nicht zweimal das RAAM gefahren wäre müsste ich sagen, das härteste was ich je gemacht habe.

Ich bin aber auch komplett zerstört. Nur dieses Gefühl auf den letzten paar hundert Metern zu sein hält mich am Laufen. Die Fünfhundertmetermarke nehme ich nicht wahr, ich habe auch keinen Windschatten mehr, ich weiß auch nicht wo die anderen sind.

Noch 200 Meter, ein paar sind hinter mir, ein paar vor mir, ich fange nochmal an kräftiger zu treten. Jetzt weiß ich, dass ich tatsächlich ankomme, tatsächlich finishe. Eigentlich hätte ich niemals ankommen dürfen. Und ich bin unter zehn Stunden. War das nicht das, was ich vorher als in Würde finishen definiert hatte? Würde ist ein seltsamer Begriff. An der Mauer zu stehen und zu jammern, ja zu schreien ist das würdevoll? Zwanzig Meter stöhnend auf dem Rad zu sitzen, stehen zu bleiben, fünfzehn Meter auf dem Rad zu sitzen stehen zu bleiben, schief weiterzufahren, ist das würdevoll?

Ich habe keine Ahnung, ich rolle über die Brücke auf die Ötztal Arena zu, über die Ziellinie, der Moderator nennt meinen Namen, ich schaffe es anzuhalten und stehenzubleiben, kann geradeso ausklicken aber nicht absteigen. Ich lege meinen Kopf auf den Lenker, die Tränen schießen mir in die Augen.

Ich mag keine Schmerzen und würde mir niemals freiwillig in irgendeiner Form welche zufügen. Aber ich bin auch unglaublich schlecht im Aufgeben. Hätte es in St. Leonhard ein Shuttle gegeben ich hätte mit Sicherheit aufgehört. Und das wäre schon zu spät gewesen. Ich bin jetzt über sieben Stunden gegen die Krämpfe gefahren, vielleicht halte ich keinen Weltrekord im 24 Stunden Höhenmeter sammeln, aber sowas wie das hier machen wahrscheinlich auch nicht viele. (Klar es gibt immer einen der „besser“ ist als du, wahrscheinlich selbst darin…)

Ich arbeite mich vom Rad, ich muss ja raus aus dem Zielraum, laufen geht dann aber einigermaßen. Ich finde Katrin und hole mir erst mal eine Umarmung ab. Wieder schießen mir die Tränen in die Augen.

Das Hotel ist ja gleich um die Ecke. Das Gehen tut den Beinen sogar ganz gut. Alleine ausziehen kann ich mich aber nicht. Aber duschen kriege ich hin. Keine Ahnung was ich meinen Muskeln da heute angetan habe, aber die nächsten Wochen werde ich außer schonen, ganz leichtem „Durchbewegen“, vielleicht etwas Schwimmen nix machen können.

Nach der Dusche und nachdem Katrin mir beim Anziehen hilft, kann ich schon wieder ganz brauchbar zur Chipabgabe laufen. Auf das personalisierte Finishertrikot verzichte ich, wenn vorne eine 8 gestanden hätte, hätte ich das sicher gemacht. Aber eine 9:50 wollte ich jetzt nicht auf‘s Trikot drucken lassen. So wertvoll diese Zeit für mich heute auch ist. (Ich empfinde sie sogar als sensationell.)

3 Kommentare

  1. Wahnsinn! Habe mitgelitten. Eigentlich unverantwortlich was Du Deinem Körper angetan hast.
    Den Ötzi werde ich mir mit 70 Jahren nicht mehr antun, wie in jüngeren Jahren auch nicht!

  2. Super geschrieben.., kann alles nachvollziehen, besonders wenn man selbst in dem ein oder anderen Streckenabschnitt leiden muste und gefühlt sterben wollte.! :-)

  3. Ich hab dich am Rombo überholt und dich sehr laut schreien hören….wenn ich gewusst hätte wen ich da überhole?! Eine kleine Legende…und ich dem Moment dachte ich es ist ein „Verrückter“
    Geiler Bericht, super Homepage..

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